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Datum: 13.03.2020

»Stephanshügel« nun gut angeschlossen

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden umfangreiche Arbeiten für eine wichtige Verbesserung der innerstädtischen Entwässerung abgeschlossen. Das Gewerbegebiet Stephanshügel ist nun mittels neuer Trasse an das Abwassernetz der Stadt angeschlossen, ohne dass Kanalleitungen auf dem Gelände der Bahn in Anspruch genommen werden müssen. Rund 3,7 Millionen Euro haben die Stadt und die EVL in drei Bauabschnitten in die Verbesserung der Infrastruktur investiert.

Der nunmehr abgeschlossene dritte und letzte Bauabschnitt betraf den Bereich von der Einmündung des Parkplatzes an der Tennisanlage des ESV Blau-Weiss Limburg in östliche Richtung bis zur Landesgrenze Diez/Rheinland-Pfalz. Mit den Arbeiten war im September letzten Jahres begonnen worden. Nach dem Abschluss eines Großteils der Arbeiten noch im alten Jahr und der Fertigstellung kleinerer Restarbeiten ist das Gewerbegebiet Stephanshügel derzeit wieder uneingeschränkt befahrbar. In dem kleinsten der drei Bauabschnitte wurden nun rund 70 Meter Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern und auf eine Länge von rund 110 Metern mit Durchmessern von 30 und 40 Zentimetern verlegt. 

„Manchmal geben wir Millionen aus und die ganzen Investitionen verschwinden dann in der Erde“, hatte Bürgermeister Dr. Marius Hahn während der Einbringung seines neuen Haushalts für das Jahr 2020 gesagt und dabei auf die Arbeiten rund um den Stephanshügel verwiesen. Notwendig war die Verlegung des neuen Kanals aufgrund der topgrafischen Lage des Gewerbegebietes Stephanshügel und des Wegfalls der derzeitigen Entwässerungsführung über das Bahngelände. „Eine weitere gemeinsame Nutzung der bahneigenen Kanalleitungen war auch aufgrund des sehr schlechten baulichen Zustandes und der zu geringen hydraulischen Leistungsfähigkeit nicht mehr möglich“, erläutert Alfred Talaska, Mitarbeiter der Kanalbauabteilung im Tiefbauamt der Stadt.

2017 hat der Einbau von Sammelleitungen begonnen

Auf der Grundlage des gültigen Generalentwässerungsplans wurden bereits beginnend im Jahr 2017 in bisher zwei Bauabschnitten neue Sammelleitungen mit Durchmessern zwischen 90 und 120 Zentimetern eingebaut. Auf einer Länge von rund 1000 Metern wurden im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs und im Gewerbegebiet Stephanshügel die Leitungen verlegt. Angeschlossen wurde der neue Kanal an das Entlastungsbauwerk für Mischwasser an der Busstation auf der Bahnhof-Südseite.

Die technischen Besonderheiten der anspruchsvollen Tiefbaumaßnahme waren die großen Grabentiefen, im Bereich der Überdachung der Busstation waren es über fünf Meter. Hinzu kamen die relativ großen Rohrdurchmesser bis zu 120 Zentimeter und die beengten Platzverhältnisse in der nur einspurigen Fahrstraße. Der schwierige Baugrund mit anstehendem Grundwasser und der damit einhergehende teils fliesende Aushub aus dem Graben, die aus der Nachkriegszeit rührenden Auffüllungen im Randbereich des Bahngeländes und der Straßen, erschwerten die Arbeiten weiter und zogen einen hohen Aufwand bei der Sicherung des Kanalgrabens und der Entsorgung der Bodenmassen nach sich.

Herausforderung: Beengte Platzverhältnisse

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der sich daraus ergebenden Bauabwicklung mussten nach Talaskas Angaben mit den angrenzenden Firmen zum Teil Vereinbarungen getroffen werden, die ihr Gelände für den Baustellenverkehr und die Zwischenlagerung von Aushubmassen zur Verfügung stellten. „Für diese Unterstützung sind wir auch sehr dankbar“, so der Mitarbeiter der Kanalbauabteilung. Darüber hinaus habe es bei den durch die Arbeiten betroffenen Firmen, trotz massiver Behinderungen bei der Andienung der Betriebsgrundstücke, großes Verständnis für die notwendige Kanalverlegung gegeben. Die Verwaltung hatte dazu im Vorfeld der Arbeiten umfangreiche Abstimmungen mit den Betrieben getroffen und diese während der Abwicklung immer wieder aktualisiert.

Die Arbeiten zur Verlegung des neuen Kanals nutzte die EVL, um die vorhandene Wasserleitung zu erneuern und um Teile des Gas- und Stromnetzes auszutauschen. Insgesamt investierten die Stadt Limburg und die EVL in die Verbesserung der Infrastruktur des Gewerbegebiet Stephanshügel rund   3,7 Millionen Euro an Baukosten.