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Datum: 06.03.2020

Neue Busse für die Stadtlinie

Nach und nach werden sie für ihre anstehende Aufgabe vorbereitet: Die sechs neuen Busse der Limburger Stadtlinie. Der erste Bus wird ab Montag, 9. März, in Limburg unterwegs sein, die fünf übrigen Busse gehen im Laufe des Monats an den Start.

Die Fahrgäste der Stadtlinie werden daher in den kommenden Tagen in Busse einsteigen, die nicht in der gewohnten Stadtlinien-Optik unterwegs sind. Die bisherigen Busse werden nicht mehr eingesetzt, da sie nicht die geforderte Fahrgastzählung vornehmen können. Bis zur kompletten Umstellung auf die neue Busse werden die Fahrgäste zunächst in rote Busse ohne Stadtlinien-Outfit einsteigen müssen.

Die neuen Busse kommen vom Hersteller direkt in eine örtliche Werkstatt. Dort müssen insbesondere die Drucker verkabelt werden. Sie erstellen nicht nur die Fahrscheine, sondern steuern auch die Haltestellenanzeigen- und ansagen.

Weniger Verbrauch

Die neuen Busse haben weitere Vorteile: Sie entsprechenden der Schadstoffklasse EURO 6d, die seit September 2019 für alle Neufahrzeuge gilt. „Konkret bedeutet dies weniger Kraftstoffverbrauch und damit einen geringeren Schadstoffausstoß“, sagt 1. Stadtrat Michael Stanke, der gleichzeitig Betriebsleiter der Stadtlinie ist.

Die bisher eingesetzten Busse verbrauchen rund 46 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer, die neuen begnügen sich mit weniger als 40 Liter pro 100 Kilometer. Da die Stadtlinie jährlich rund 295.000 Kilometer zurücklegt, sind dies merkliche Einsparungen, die zur Luftverbesserung in Limburg beitragen.

Die neuen und damit emissionsreduzierten Busse sind auch eine Maßnahme des Masterplans Mobilität, den die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr verabschiedete.

Weniger Barrieren, mehr Sicherheit

Für Senioren und mobilitätseingeschränkte Personen bringen die neuen Busse ebenfalls Verbesserungen, denn sie sind weitgehend barrierefrei. Die Niederflurbauweise ermöglicht mit der Absenkung ein komfortables Einsteigen. Sechs Sitzplätze sind komplett ohne Stufen oder Podeste zu erreichen, weitere Sitzplätze im Heck über den leicht ansteigenden Mittelgang. Für diese elf Sitzplätze ist lediglich eine niedrige Stufe von acht Zentimetern zu bewältigen. Podeste bei den Sitzen über den Achsen und an weiteren Stellen sind aus technischen Gründen jedoch nicht zu vermeiden.

Um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern sind die neuen Busse mit Kameras im Innenraum ausgestattet. Übergriffe und Fehlverhalten sollen damit vermieden und eingedämmt werden. Zudem besteht mit den Videoaufnahmen bei Vorfällen eine Beweislage.

Auch am äußeren Erscheinungsbild wird noch gearbeitet. Wenn die roten Busse fertig beklebt sind, erscheinen sie in den bekannten Farben Blau, Weiß, Rot und mit der Limburger Skyline, die jüngst um die Abbildung der ICE-Brücke überarbeitet wurde.

Bei den neuen Bussen handelt es sich wieder um sogenannte Midibusse, die für die teils enge Streckenführung im Stadtbereich besonderes gut geeignet sind. Sie sind 10,90 m lang und damit 10 cm länger als ihre Vorgänger. Zum Vergleich: Ein Standard-Bus ist in der Regel 12,50 m lang.

Akkus fehlt noch die Leistung

Zuständig für die Stadtlinie ist die Stadt Limburg, die ein Verkehrsunternehmen mit der Durchführung der kompletten Verkehrsleistung nach einer Ausschreibung beauftragt hat. Das Unternehmen beschaffte nach Abstimmung mit der Stadt die neuen Busse und trug die Kosten dafür. Grundlage für die Zusammenarbeit ist ein Vertrag, in dem auch der Antrieb der Busse festgelegt ist, aktuell ist dies Dieselkraftstoff.

Bei einer Neuausschreibung im Jahr 2025 wird geprüft, inwieweit alternative Busantriebe, beispielsweise elektrische, in den Kriterienkatalog aufgenommen werden können. Die Hessen-Agentur hat bereits im Herbst 2018 ermittelt, dass E-Busse aufgrund der Topografie und der Länge der Strecken in Limburg aktuell nicht infrage kommen. Die Leistung der aktuell verfügbaren Batterien reichen demnach nicht aus, um den Streckenplan ohne Zwischenladen zu bewältigen.