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Kunstsammlungen der Stadt Limburg

Eröffnet wurde das städtische Ausstellungshaus am 25. August 1985 mit der Präsentation Ernst Moritz Engert und das Theater. Die erste Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg wurde dem berühmten Silhouettenkünstler Ernst Moritz Engert gewidmet, weil seine Stiftung im Jahr 1978 der Beginn der Eigenen Sammlungen war. Mit dem Kauf des Nachlasses von Josef Eberz durch die Stadt Limburg im Jahr 1980 wurde das Fundament für die Gründung des Ausstellungshauses Kunstsammlungen der Stadt Limburg gelegt.

Das Programm 2024

Ausstellung „SO IST LEBEN“
Fotografien von Reinhard Langschied
Eröffnung: Freitag, 5. Juli, 19.00 Uhr
Dauer: 6. Juli bis 18. August

Der regionale Künstler Reinhard Langschied schenkt der Stadt Limburg eine Auswahl seiner Fotografien. Mit dabei sind Aufnahmen von Limburger Persönlichkeiten, aber auch Reiseeindrücke und Architekturaufnahmen.

Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Veranstalter
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.

Ausstellung Alexander Dettmar - Gemälde von Synagogen
Eröffnung: Freitag, 30. August, 19.00 Uhr
Dauer: 31. August bis 17. November

Um 1930 gab es in Deutschland etwa 2800 Synagogen und Betstuben. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden über die Hälfte davon von den Nationalsozialisten zerstört. Weitere jüdische Gotteshäuser wurden in den darauffolgenden Jahren zweckentfremdet oder abgerissen.
Diese verschollene Architektur möchte Alexander Dettmar vor dem endgültigen Vergessen retten, indem er die zerstörten Synagogen mit Mitteln der Malerei wieder herstellt.

Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Veranstalter
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.

Ernst Moritz Engert: Silhouettenschnitte im Kontext der Zeit
9. Februar bis 17. November, zeitgleich mit den Wechselausstellung

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers. Neben seinen berühmt gewordenen Scherenschnitten sind Radierungen und Zeichnungen zu sehen, aber auch Vergleiche zur zeitgenössischen Kunst.


Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Veranstalter
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.

Zusatzveranstaltungen

Donnerstag, 23. Mai, 19.00 Uhr

Lesung mit Tom Hillenbrand
Die Erfindung des Lächelns
Der Eintritt ist frei.
Kunstsammlungen der Stadt Limburg
(Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn)


Donnerstag, 1. August, 19.00 Uhr
Lesung mit Henrike Jütting
Schatten über der Werse

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung ist erforderlich: kulturamt@stadt.limburg.de / Telefon: 06431 203-912. die Sitzplatzkapazität ist begrenzt.

Weitere Infos folgen...

Änderungen vorbehalten!

Pressemitteilungen

Tom Hillenbrand bringt die Belle Époque nach Limburg

Etwa 50 Gäste haben sich im historischen Rathaus eingefunden. Die Plätze zur Lesung waren auch ohne viel Werbung schnell vergeben. Schließlich ist Tim Hillenbrand kein Unbekannter. Mittlerweile 18 Romane hat er seit 2011 geschrieben. Die Krimis, die er gekonnt mal mit Science-Fiction, mal mit Kulinarik und wie im Fall von "Die Erfindung des Lächelns" mit Historie vermischt, sind regelmäßig auf den Bestsellerlisten zu finden.

Tom Hillenbrand begann die Lesung mit der Vorstellung der ersten Verdächtigen in seinem Buch, bei dem es um den berühmtesten Kunstraub der Geschichte geht.

Wir befinden uns im Paris des Jahres 1911.  Der Maler Pablo Picasso und der Dichter Guillaume Apollinaire sitzen gemeinsam mit Künstlerfreunden zusammen in ihrem Stammcafé, als sie vom Raub der Mona Lisa im Louvre erfahren.

Nach und nach stellte Hillenbrand die Personengruppen vor, die für Juhel Lenoir von der Pariser Polizei und Detektiv Alphonse Bertillon, die mehr gegeneinander als miteinander ermitteln, als Täter infrage kommen.

Das sind neben den Künstlern die amerikanische Tänzerin Isadora Duncan und ihr Guru, der Satanist Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy sowie die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande.

Dabei war das Gemälde des Malers Leonardo da Vinci damals noch eines von vielen Gemälden, die im Louvre hingen. Der Diebstahl füllte wochenlang die Titelseiten der Zeitungen. Menschen besuchten den Louvre, um die leere Stelle an der Wand zu betrachten, wo vorher die Mona Lisa hing. Dies und die Tatsache, dass sie fast zwei Jahre lang verschwunden blieb, führten zu der Berühmtheit des Gemäldes.

Wer am Ende die Mona Lisa gestohlen hat, ließ der Autor an diesem Abend offen.

Im Anschluss beantwortete Hillenbrand noch Fragen aus dem Publikum. So erklärt er, dass er etwa neun bis zwölf Monate für die Recherche für einen Roman wie diesen benötige. Dabei ist er hierfür auch selbst in den Künstlercafés am Montmartre gewesen. Für Lacher sorgte seine Aussage, dass das Beste an dem Besuch in Paris gewesen sei, dass alles steuerlich absetzen könne.

Woher er genau seine Ideen zu den Romanen habe, sei für ihn auch ein Mysterium. Viele Inhalte, über die er schreibe, kämen ihm beispielsweise beim Lesen von Zeitschriften, jedoch nie vor einem leeren, weißen Blattpapier. Der Abend endete für den Autor mit viel Applaus und für die Gäste mit der frohen Erwartung auf das nächste Werk Hillenbrands.

»aufBLÜHEN« unter Anleitung in den Kunstsammlungen

Für die Lesung mit Tom Hillenbrand am 23. Mai gibt es keine Karten mehr, die Veranstaltung in den Kunstsammlung und damit im Historischen Rathaus ist ausverkauft. Ohne Eintrittskarten ist eine Teilnahme an der Führung von Dr. Anna Vössing, Leiterin des städtischen Kulturamts, möglich. Sie lädt ebenfalls am Donnerstag, 23. Mai, ein. Um 17 Uhr führt sie durch die aktuelle Ausstellung „aufBLÜHEN“ und erläutert die unterschiedlichen Malstile und wird dabei auch einzelne Werke vorstellen. Die Führung dauert etwa 30 Minuten.

Am vergangenen Sonntag beteiligten sich die Kunstsammlungen der Stadt wieder dem Internationalen Museumstag, der zum 47. Mal stattfand. In den Kunstsammlungen präsentierte die Stadt gemeinsam mit dem Künstlerverein LahnArtists vielfältige Angebote rund um das Ausstellungsthema „aufBLÜHEN“.

Malen mit Pflanzenfarben, schnelle blumige Aquarelle, Druckcollagen, aber auch digitale Bildgestaltung begeisterten große und kleine Gäste. Das Team von Floristik Lorenz band großartige Sträuße und beantwortete dazu viele Fragen. Zusätzlich fanden zwei Führungen durch die Ausstellung statt.

Interessierte Besucher konnten sich Blumensamen und Honig aus Limburg mitnehmen. Und auch das neue Ausmalbuch der Kunstsammlungen, das ab jetzt kostenfrei an Besucher ausgegeben wird, fand regen Anklang. Insgesamt tauchten  knapp 200 Personen in die faszinierende Welt der Blumen ein und lernten die Vielfalt und Schönheit des Motivs kennen.

Internationaler Museumstag in den Kunstsammlungen

Um die Vielfalt der Museen zu zeigen, ermöglichen einige an diesem Tag den freien Zutritt. Da die Kunstsammlungen jedoch seit jeher kostenfrei besuchbar sind, hat sich das Kulturamt der Stadt Limburg verschiedene Aktionen überlegt, die sich alle um das aktuelle Ausstellungsthema "aufBLÜHEN" ranken.

Unterstützung erhalten sie dafür von den Mitgliedern des Kunstvereins Lahn-Artists sowie Floristik Lorenz.

Von 12 bis 17 Uhr können unterschiedliche kostenfreie Workshops belegt werden:

•             Altmeisterliche Malerei mit Beate Sehr – Mitmachen erwünscht

•             Experimentelles Aquarellieren und Tuschen von Blumenmotiven mit Renate Kuby

•             Rund um Collagen geht es bei Yvonne Pfeiffer

•             Digitale Bildgestaltung mit Andrea Klug

•             Blumen Färben für Kinder mit Kathrin Mock

•             Blumensträuße binden und stecken mit Floristik Lorenz

•             Wie Blumen per App bestimmt werden, zeigt Kathrin Mock. Selbstgepflückte Blumen sind willkommen.

Um 14 sowie um 16 Uhr lädt Dr. Anna Vössing, Leiterin des Kulturamtes, zu einer 30-minütigen Führung durch die Ausstellung ein. Die unterschiedlichen Kunstwerke der Ausstellung "aufBLÜHEN" laden zu einer inspirierenden Reise in die Welt der Blumen ein. Die Kunstsammlungen der Stadt Limburg sind nicht barrierefrei und am Museumstag am Sonntag, 19. Mai 2024, von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Bürgermeister begrüßt Chöre des Harmonie-Festivals

Eine kleine Auswahl von zwölf Chören und Folklore Gruppen wurden am Freitag, 10. Mai, im großen Sitzungssaal des Rathauses der Stadt durch den Bürgermeister Dr. Marius Hahn in Limburg willkommen geheißen.

Da die Ensembles nicht nur aus Deutschland kamen, sondern aus ganz Europa angereist waren, fiel der Empfang zweisprachig in Deutsch sowie Englisch aus.

Den Anfang machten der Shchedryk-Chor aus Kiew (Ukraine) gemeinsam mit dem Brackley Morris Men aus Northamptonshire (England). Der Shchedryk-Chor, dessen Repertoire Renaissancemusik, Barockmusik, klassische und geistliche Musik, Arrangements ukrainischer Lieder und Lieder der Völker der Welt sowie Werke moderner in- und ausländischer Komponisten umfasst, wurde 1971 gegründet. Der Chor besteht aus mehr als 150 Kindern unterschiedlichen Alters, die alle Werke in der Originalsprache aufführen.

Die Brackley Morris Men mit ihren auffallenden Folklore-Kostümen zeigten nach der Begrüßung durch den Bürgermeister ihr tänzerisches Können. Der Name der Gruppe setzt sich aus der Stadt Brackley, der in der südwestlichen Ecke von Northamptonshire liegt, dem Morris Tanz, eine Form des englischen Volkstanzes sowie dem englischen Wort Men für Männer zusammen. Diese Art des Tanzes geht in seinen Ursprüngen zurück auf das 15. Jahrhundert, wo er im höfischen Rahmen von den unteren Klassen aufgeführt wurde. Weitere internationale Chöre wie der Mahidol University Choir aus Thailand und Atskana aus Babite/Lettland waren der Einladung ins Rathaus gefolgt.

„Die Internationalität der Veranstaltungen unterstreicht dabei geradezu beispielhaft die Völker verbindende Kraft der Musik“, betonte Hahn in seiner Begrüßungsrede an die Chöre und Folkloregruppen. So sprechen der Gesang und die Tänze die Menschen in unserer hektischen und technisch geprägten Zeit ganz besonders an. Dafür und für die Organisation und Durchführung des Festivals bedanke er sich herzlich bei der "Harmonie" Lindenholzhausen, die das alles möglich mache.

Seit Donnerstagmorgen bis Sonntagabend treten im Konzertzelt auf dem Festivalgelände (Am Wingert 6, 65551 Lindenholzhausen), dem Konzertsaal sowie in der Kirche 175 Chöre, Folklore-Tanz und - Gesangs als auch Musikgruppen aus 35 Nationen auf dem Harmonie Festival auf. Von gemischten Chören, Männerchören, Frauenchören bis hin zu Jugend- und Kinderchören ist jede Altersgruppe vertreten. Gesungen werden neben Volksliedern, Jazz Vocal, Vokalmusik, sakrale Chormusik aber auch Pop und Jazz.

Zum Abschluss wünschte Hahn den Gruppen eine schöne Zeit in Limburg und viel Erfolg bei den Wettbewerben.

Aufblühende Limburger Kunstsammlungen

Rund 5000 Exponate von Künstlerinnen und Künstlern haben sich in den Städtischen Kunstsammlungen angesammelt, ein Teil davon haben Blumen als Motiv. Blumen in Öl gemalt auf unterschiedlichen Untergründen, in Aquarelltechnik oder auch als Druck oder Radierung, es gibt da eine große Auswahl, die Adam Wolf, Rudolf Fuchs, Hilda Fuchs, Karl Baumann, Gertrud Eberz-Alber, Josef Eberz, Ernst Moritz Engert, Gustav Behreoder Josef Müller-Pauly geschaffen haben. Verschiedene Künstlerinnen und Künstler, unterschiedliche Techniken und Stile, doch immer Blumen als Stillleben, die sich auf das ganze Ausstellungshaus verteilen.

Wie Dr. Anna Vössing als Leiterin des Kulturamts der Stadt bei der Eröffnung betonte, ist es eine spannende Aufgabe gewesen, eine Ausstellung zusammenzustellen, die sich nicht an dem Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers oder einer durchlaufenden Schaffensperiode widmet, sondern eine Ausstellung thematisch zusammenzufassen und sich motivisch einem Thema zu widmen.

Gemalte Blumen und mehr

Gemalte Blumen mal mit überbordenden Farben, mal mit Bleistift gezeichnet oder als Druck, mal einzelne Blumen wie Tulpen, Stiefmütterchen oder Rosen, mal bunte Sträuße oder Landschaften wie den Blick vom Schafsberg. Bilder bleiben dabei stets Bilder, doch in der Ausstellung „aufBLÜHEN“ lassen sich Blumen auch ganz anders erfahren. Die Firma Floristik Lorenz wartete zur Eröffnung mit kunstvoll gestalteten Blumenarrangements auf.

Thomas Foitzik, der als Mitarbeiter der Stadtgärtnerei oftmals Empfänge und andere Veranstaltungen der Stadt mit Blumendekorationen im wahrsten Sinne des Wortes verschönt, hat sich mit seiner Gestaltung der Empore angenommen und für sie eine Blütenlandschaft geschaffen. Das wird die komplette Ausstellung hindurch Bestand haben. Dazu war es jedoch notwendig, auch auf künstliche Blumen und Pflanzen zurückzugreifen.

„Mit Formen und Farben spielen“, das reizt Thomas Foitzik an seiner Arbeit, wie er in einer kleinen Talkrunde im Rahmen der Eröffnung Anna Vössing gegenüber sagte. Im „Alltag“ besteht seine Hauptaufgabe als Gärtner darin, sich um die städtischen Grünanlagen zu kümmern. Auch das ist für ihn reizvoll, schließlich gilt es verschiedene Standorte und Pflanzen miteinander zu verbinden und darauf zu achten, wer Schatten mag oder Sonne braucht. Der Reiz, zu gestalten, ist für ihn fast immer gegeben.

Zwei Sonderveranstaltungen

Auch wer malt, gestaltet. Eine Leinwand, eine Holzfläche, einen Karton oder einfach ein Stück Papier. Wer die Ausstellung besucht, die bis zum 23. Juni läuft, erhält viele nützliche und sinnvolle Informationen an den einzelnen Bildern, die ausgestellt sind. Auf jeden Fall ist das ein wirklicher Mehrwert für alle, die sich einzelne Bilder oder die ganze Ausstellung anschauen.

Die Ausstellung wartet noch mit zwei besonderen Einschüben auf. Am 19. Mai ist Internationaler Museumstag, an dem sich die Kunstsammlungen beteiligen und an dem die Künstlerinnen und Künstler der LahnArtists wieder einladen und zum Mitmachen auffordern. Am 23. Mai sind die Kunstsammlung und die Ausstellung Ort einer Lesung mit Tom Hillenbrand, der sein Buch „Die Erfindung des Lächelns“ vorstellt.

Die Ausstellung „aufBLÜHEN“ läuft bis zum 23. Juni und kann Dienstag und Mittwoch von 8.30 bis 14 Uhr sowie Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr besucht werden. Am Pfingstmontag und an Fronleichnam sind die Kunstsammlungen geschlossen. Der Eintritt ist frei. Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei.


Die Kunstsammlungen blühen auf

„aufBLÜHEN“ lädt ein, in die faszinierende Welt der Blumen einzutauchen und die Vielfalt und Schönheit des Motivs kennenzulernen. Die gezeigten Werke stammen aus dem städtischen Kunstbesitz. Präsentiert werden Exponate von Adam Wolf, Rudolf Fuchs, Hilda Fuchs, Karl Baumann, Gertrud Eberz-Alber, Josef Eberz, Ernst Moritz Engert, Gustav Behre und Olvido Solar. Unterschiedliche Stile und Techniken zeigen das Motiv immer wieder neu und laden zu einem inspirierenden Kunstdialog ein.

Die Ausstellung „aufBLÜHEN“ läuft bis zum 23. Juni und kann Dienstag und Mittwoch von 8.30 bis 14 Uhr sowie Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr besucht werden. Am Pfingstmontag und an Fronleichnam sind die Kunstsammlungen geschlossen. Der Eintritt ist frei. Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei.

PopArt im Rathaus

Die Ausstellung "Glas rockt" in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg im vergangenen Jahr faszinierte nicht nur die Besucher, sondern auch Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Sein Blick blieb an einem Kunstwerk aus Glas des Hadamarer Künstlers Andreas Otto hängen, der an der Glasfachschule in Hadamar unterrichtet.

"Dom goes PopArt 2023" nennt er sein Werk, das 50 Mal den Dom in strikt komplementär gehaltenen Farben neben- und untereinander zeigt, verbunden sind die einzelnen Bilder mit einer Bleifassung. Eine besondere Note erhält das Werk durch den Rahmen, der mit 51 Abbildungen des 1.000-Mark-Scheins verziert ist.  Das lässt Raum für Interpretationen, Otto sieht darin jedoch eine Verbindung zwischen Gott und der "Bodenmannschaft". Die Fertigstellung des farbenfrohen Kunstwerks dauerte etwa fünf Wochen, da jede Schablone für das Dom-Motiv nach Gebrauch sorgfältig gereinigt werden musste.

Das beeindruckende Kunstwerk hat nun seinen Platz im zweiten Stock des Limburger Rathauses gefunden, nachdem Bürgermeister Hahn es für die Stadt für 5.000 Euro erworben hat. "Das Kunststück aus Glas hat mich sofort begeistert und ich betrachte es als eine wertvolle Bereicherung für unser Rathaus", erklärt Hahn. Vielleicht sei doch etwas von der Liebe zum Werkstoff Glas von seinem Vater auf ihn übergegangen, fügt er schmunzelnd hinzu. Sein Vater sei lange Zeit Lehrer an der Glasfachschule in Hadamar gewesen und habe ihn stets bei den gemeinsamen Besuchen von den Arbeiten mit Glas begeistern können.

Dr. Anna Vössing, Leiterin des Kulturamts der Stadt Limburg, die bei der Bildübergabe anwesend war, sieht das moderne Werk als Kontrapunkt zur Architektur des Rathauses. Dort wird es, so die Überzeugung von Hahn, noch viele Menschen erfreuen, die daran vorbeigehen und vermutlich zum Stehenbleiben verleiten.

Andreas Otto, der bereits in der achten Generation mit Glas arbeitet, ist nicht nur ein regional renommierter Künstler, sondern auch Fachlehrer an der Staatlichen Glasfachschule in Hadamar. Seine tiefe Verbundenheit mit diesem faszinierenden Werkstoff spiegelt sich in jedem seiner Werke wider.

Führung durch die Ausstellung "Situationen"

Die junge Künstlerin studiert an der Hochschule Koblenz und gibt spannende Einblicke und Hintergründe zu den ausgestellten Werken von sich und ihren Künstlerkollegen.

Alle Interessierten sind herzlich zu der Führung eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist am Tag der Veranstaltung die Eingangshalle der Kunstsammlungen der Stadt Limburg. Der Eintritt in die Ausstellung und die Führung sind kostenfrei. Zu beachten ist, dass die Kunstsammlungen nicht barrierefrei sind.

Noch bis zum 14. April 2024 zeigen der Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und der Förderkreis Bildende Kunst Limburg die Ausstellung „Situationen“ in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn). Fünf Studierende und ein Alumni des Instituts für künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz präsentieren hier aktuell innovative Keramikarbeiten, filigrane Glaskunst, Installationen, abstrakte Objekte, Gemälde und Zeichnungen.

Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Jugendliche verschenken Poesie auf Postkarten

Ab heute stehen die Postkarten in einem Koffer in der Dombibliothek – Stadtbibliothek für die Stadt Limburg zum Mitnehmen kostenfrei zur Verfügung. Besuchende der Bibliothek sind eingeladen, sich eine Karte auszusuchen und sich an der einzigartigen Karte zu erfreuen. Ob als kleine Aufmerksamkeit für einen lieben Menschen oder als Lesezeichen für die aktuelle Lektüre, der Poesie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Idee, Gedichte in Postkartenform zu präsentieren, ist nicht nur eine Hommage an die traditionelle Form des Gedichteaustauschs, sondern auch eine moderne Interpretation, die es ermöglicht, Poesie auf unkonventionelle Weise zu verbreiten. Die Jugendlichen haben Themen ausgewählt, die sie bewegen, und die entsprechenden Gedichte dazu herausgesucht. Diese wurden dann mit Bildmaterial aus Zeitungen, Zeitschriften, etc. kombiniert. So entstanden kleine Kunstwerke im Postkartenformat mit persönlichen Gedanken und Gefühlen der jungen Poeten.

Die Wortwerkstatt ist eines von vielen Jugendprojekten der Kulturenwerkstatt Limburg. Seit 15 Jahren ist die Wortwerkstatt als Projekt Teil der Kulturenwerkstatt. Neben regelmäßigen wöchentlichen Treffen finden Workshops und Veranstaltungen an Wochenenden und in den Ferien statt. Die Teilnehmenden setzen sich in der Zeit in verschiedenen Formen mit Büchern, Literatur und eigenen Texten auseinander. Weitere Informationen zu diesem wie auch weiteren Projekten der Kulturenwerkstatt finden Sie auf www.kulturenwerkstatt.de

Die UNESCO hat den 21. März zum Welttag der Poesie ernannt. Bereits seit 2000 wird dieser Tag jährlich gefeiert, um die Vielfalt des kulturellen Erbes der Sprache und die Bedeutung mündlicher Traditionen zu würdigen. Weiterhin soll ein interkultureller Austausch gefördert werden.

Frau Bartsch reist nach Limburg

Dieser trägt den Titel „Frau Bartsch reist sich zusammen“. Sie liest daraus am Montag, 4. März 2024, um 19 Uhr in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn) vor.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer können sich auf eine autobiografische Reise freuen, die mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes beginnt.

Sie nimmt sich eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und begibt sich dabei auch auf eine Reise zu sich selbst. Dabei erkundet sie mit ihrem Wohnmobil den Süden, kämpft neben der immer wieder überwältigenden Trauer mit technischen Problemen und Sprachbarrieren. Das Lachen kommt auf Ihrer Reise nicht zu kurz und sie zeigt, dass alle Gefühle ihre Berechtigung bei der Trauerarbeit haben.

Eine Geschichte, die Mut und Hoffnung schenkt.

Die Lesung ist kostenfrei, jedoch nicht barrierefrei besuchbar. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, wird um eine vorherige Anmeldung unter 06431 203-912 oder kulturamt@stadt.limburg.de gebeten.

Neue Dombibliothek: Aufträge vergeben

Vergibt die Stadt aktuell Aufträge, dann liegen die abgegebenen Angebote meist deutlich über den kalkulierten Preisen. Nun gibt es auch einen umgekehrten Fall, die Auftragssummen liegen zum Teil deutlich unter den geschätzten Auftragswerten. Das Angebot für die Inneneinrichtung in Höhe von rund 150.000 Euro ist knapp 40 Prozent günstiger als die Kostenschätzung. Bei der Ausstattung handelt es sich um bibliotheksspezifische Regale, Aufenthaltsmöbel und Arbeitsmöbel für die öffentlichen Rechercheplätze. Die Finanzierung ist über den städtischen Haushalt sowie einen Landeszuschuss in Höhe von rund 91.650 Euro sichergestellt.

Für die Beleuchtung der Besucherflächen in der Dombibliothek wurde auf Grundlage eines Beleuchtungskonzeptes eine Ausschreibung herausgegeben. Der geschätzte Auftragswert belief sich auf 99.000 Euro (brutto). Es wurden drei Angebote abgegeben, das Günstigste liegt bei rund 82.400 Euro. Das Angebot ist damit knapp 17 Prozent günstiger als die Kostenschätzung.


Die Auftragsvergabe für den Einbau der Leuchten ist derzeit in der Ausschreibung. Damit die Arbeiten so schnell wie möglich ausgeführt werden können, ist es erforderlich, eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 49.000 Euro zu beschließen, damit die Gesamtdeckung sichergestellt ist. Die Finanzierung erfolgt durch die zweckgebundene Einnahme in Höhe von 100.000 Euro, hierbei handelt es sich um eine durch das Bistum Limburg beziehungsweise die ehemalige Dompfarrei zur Verfügung gestellte Summe. Das Geld wurde im Haushaltsjahr 2023 vereinnahmt und erhöht im Jahresabschluss 2023 den Finanzmittelbestand, der nun zur Deckung der überplanmäßigen Ausgabe dient.

Kunstsammlung starten mit »Situationen«

Kunstsammlungen Situationen © Stadt Limburg

Sechs Studierende und Alumni des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz (IKKG) stellen von Samstag, 10. Februar, bis Sonntag, 14. April 2024 ihre Kunstwerke aus. Die Ausstellung mit dem Titel „Situationen“ beginnt am Freitag, 9. Februar, ab 19 Uhr mit einer Vernissage. Zudem präsentieren die Künstlerinnen und Künstler an diesem Abend persönlich ihre Werke und stehen den Besuchenden für Gespräche zur Verfügung.

„Wir beginnen bereits das vierte Jahr in Folge das Ausstellungsjahr mit der IKKG", sagt Dr. Anna Vössing, Leiterin des Kulturamtes. "Die aktuellen Werke und Künstler zeichnen ein spannendes neues Bild im Vergleich zu den bisherigen Ausstellungen", so Vössing weiter. Materialien wie Glas, Keramik und Stoffe sind in außergewöhnlicher Weise verarbeitet worden. Auch Leinwandgemälde, Installationen und Performances, die für Überraschungsmomente sorgen, sprechen für eine sehenswerte Ausstellung.

Der Magistrat der Kreisstadt Limburg sowie der Förderkreis Bildende Kunst Limburg lädt alle interessierten Besucherinnen und Besucher zu der Vernissage ein. Der Eintritt in die Kunstsammlungen ist kostenfrei, jedoch nicht barrierefrei möglich.

Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Limburger Vorschulkinder sind jetzt bibfit!

Immer mit dabei war der Rabe Fridolin, der sich auch auf den Büchertaschen und den selbstgebastelten Leseausweisen wiederfindet. Natürlich wurde neben Spielen und Basteln auch vorgelesen, zum Beispiel aus dem beliebten Bilderbuch „Pippilothek??? – eine Bibliothek wirkt Wunder“ des Autors Lorenz Pauli aus dem Atlantis Verlag.

Mit einem zauberhaften Lesefest fand die diesjährige Aktion „Ich bin bib(liotheks)fit“ der Dombibliothek in der Jugendkirche Crossover Limburg ihren Abschluss.

Zur Unterhaltung trug dabei der Zauberer Tim-Salabim bei, der die Kinder mit verblüffenden Zaubertricks begeisterte. Immer wieder holte er sich dafür Unterstützung aus dem Publikum. So stand mal ein mutiges Vorschulkind oder eine Erzieherin auf der Bühne. Da wurde es zwischenzeitlich mal etwas lauter und in der Jugendkirche bebte der Boden, wenn alle Kinder den richtigen Zauberspruch riefen oder für den perfekten Sound der Zaubershow sorgten.

In Anwesenheit von Stadtrat Christian Meiss, der in Vertretung von Dr. Marius Hahn, Bürgermeister der Stadt Limburg die Kinder beglückwünschte, erhielten alle Kinder ihren Bibliotheks-Führerschein. Zuvor mussten aber noch ein paar Quizfragen beantwortet werden.

Stolz verlies jedes Kinder mit dem Führerschein und einem kleinen Geschenk die Bühne. Der Bibliotheksführerschein kann in den nächsten Wochen gegen einen kostenlosen Leseausweis eingetauscht werden, damit die Kinder das Angebot der Dombibliothek der Stadt Limburg auch weiterhin nutzen können.

Teilgenommen haben folgende KiTas: Katholische Kindertagessstätte St. Georg, Katholische Kindertagesstätte St. Nikolaus, Katholische Kindertagesstätte St. Marien, Katholische Kindertagestätte St. Therese Linter, Evangelische Kindertagesstätte „Am Schafsberg“, Katholische Kindertagesstätte und Familienzentrum S. Hildegard, Katholische Kindertagesstätte St. Bartholomäus, Ahlbach.

Himmlische Vorweihnachtszeit auf dem Christkindlmarkt

Die vielen kleinen Geschäfte in der Altstadt haben weihnachtlich dekoriert und laden zum Stöbern und Einkaufen der ersten Geschenke für Fest ein. In den Stadtteilen laden die Vereine zu eigenen liebevoll gestalteten Weihnachtsmärkten ein. Auch in der Kernstadt ist es nun so weit, der Christkindlmarkt hat ab Freitag, 24. November, 17 Uhr, offiziell eröffnet.

Stadtrat Andreas Koch zeigte sich begeistert von der Stimmung, die durch die vielen helfenden Hände der Schausteller, Hobbykünstler und der Stadtverwaltung entstanden ist. Er eröffnete den Christkindlmarkt mit den Worten: „In dieser dunklen Jahreszeit brauchen wir alle etwas Licht, dass uns erwärmt und positiv stimmt. Dieses Licht strahlt der Christkindlmarkt und die Menschen hier aus. Ich wünsche uns allen, dass wir davon etwas mit nach Hause nehmen können.“

Bis zum 23. Dezember können Limburger Bürger, Besucher und Beschäftigte die 24 festlich geschmückten Buden verteilt auf dem Neumarkt, dem Kornmarkt und der Plötze bestaunen. Ob Holzartikel aus dem Erzgebirge, handgefertigte Weihnachtskeramik, Gegenstände aus Olivenholz, Weihnachtssterne aus Papier, kunsthandwerklich gefertigte Armbänder und Halsketten, die Auswahl ist groß. Zwei Karussells auf dem Neumarkt und Kornmarkt sorgen für Fahrspaß bei den kleinen Besuchern. Ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm mit Chorgesang, Auftritten von lokalen Vereinen wird auf der Bühne auf dem Kornmarkt dargeboten.

Ein besonderes Highlight sind die übergroßen, durch Lichter glitzernden Engelsflügel auf dem Kornmarkt. Hier darf sich jeder wie ein Engel fühlen und ein Selfie schießen.

Die Idee dazu hatte Andreas von Fischke, Sprecher der Schausteller in Limburg: „Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr die Flügel als besonderes Highlight präsentieren können und wünschen allen Besuchern einen schönen Besuch auf dem Christkindlmarkt.“

Viele weitere Attraktionen wie der längste Stollen Limburgs, der Weihnachtstruck sowie wechselnde Hobbykünstler in den vier Hobby-Häuschen laden zum Besuchen und Verweilen ein. Wer einen Besuch nach einer speziellen Veranstaltung planen will, kann dies über die Seite und den Veranstaltungskalender der Limburger Weihnacht www.limburg.de/LimburgerWeihnacht tun.

Damit der kleine und große Hunger gestillt wird, gibt es wieder verschiedene Spezialitäten, die zum Schlemmen einladen. Von Dampfnudeln über Waffeln, gebrannte Mandeln, hin zu Nierengulasch, Wurstspezialitäten und Pommes reicht das kulinarische Angebot. Selbstverständlich dürfen Heißgetränke nicht fehlen. Ob heißer Apfelwein, Punsch und Glühwein oder Kakao von innen für Wärme sorgen, die Preise sind dabei moderat – so kostet der Glühwein 3 Euro.

An einer besonderen Aktion können sich die Besucher auf der Plötze beteiligen. Die drei Hütten des Vereins für Städtepartnerschaften Limburg spenden die Hälfte ihrer Montags-Tagesumsätze an heimische Vereine. Die Einnahmen gehen am:

•          27. November an die Clownsdoktoren

•          04. Dezember an „unser Lädchen“

•          11. Dezember an Jugendmannschaften der Limburger Fußballvereine

•          18. Dezember an Kinderfeuerwehren der Stadt Limburg

Für dienstags ist eine Happy Hour angekündigt und es gibt zu jedem alkoholischen Getränk einen Keks oder Klopfer dazu.

An den weihnachtlichen Aktivitäten beteiligen sich auch der CityRing und die WERKStadt. So kommt am Samstag, 9. Dezember, von 14 bis 17 Uhr der Nikolaus in die WERKStadt und Eisstockschießen wird auf dem Posthof angeboten. Gutscheine und Sachpreise gibt es bei dem Gewinnspiel „Weihnachts-Geschenk-Wochen“ des CityRings zu gewinnen.

Kostenfrei geht es an den Adventswochenenden (Samstag und Sonntag) mit Bus und Bahn innerhalb der Stadtgrenzen in die Kernstadt. Alternativ kann der LahnStar auch an diesen Wochenenden genutzt werden, hier muss lediglich der Komfortzuschlag gezahlt werden.

Der Christkindlmarkt lädt bis zum Samstag, 23. Dezember, ein. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag, 11 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag von 11 bis 21 Uhr und Sonntag von 12 bis 20 Uhr.

Am Totensonntag, 26. Dezember, bleibt der Christkindlmarkt geschlossen.

Was am Ende wird, steht am Anfang keineswegs fest

Die drei Künstlerinnen gewähren im Interview einen Blick hinter die Kulissen ihres Arbeitens.

Flussland, das klingt zumindest in Limburg und Umgebung nach Lahn.

Renate Kuby: Das kann die Lahn sein, da finden wir Anregungen und Motive. Doch es muss keineswegs die Lahn sein. Uns geht es darum, Natur am Fluss, also wo alles im Fluss ist, alles fließt, darzustellen. Natur am Ufer, aber auch im Wasser.

Sie arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und mit ganz verschiedenen Techniken.

Kathrin Mock: Das ist das reizvolle an dieser Ausstellung, dass sich alles um Natur dreht, dabei aber ganz unterschiedliche Ansätze gewählt werden, um sich dem Thema zu nähern.

Christine Wenzhöfer: Ich habe erst später angefangen, nach dem vom Holz vorgegebenen Strukturen zu arbeiten. Was dabei entsteht, ist zwar keine Muschel, doch es ist muschelig, nähert sich also einer Muschel an. Das geschieht auch mit anderen Skulpturen und Figuren. Aber was hier steht, gibt es in der Natur so nicht, es sind keine Abbildungen der Natur, es ist an die Natur angelehnt.

Kathrin Mock: Das trifft auch auf meine Arbeiten zu. Ich verwende ausschließlich gesammelte, getrocknete Pflanzen und Pflanzenteile, mit denen ich neue pflanzliche Wesen schaffe, die so in der Natur nicht vorkommen. Dennoch wirkt alles, als könnte es direkt aus der Natur kommen. Man muss etwas genauer hinschauen, um zu erkennen, dass man diese Pflanzen so in Wirklichkeit gar nicht finden kann. Um es auf die Spitze zu treiben mit der Irreführung habe ich allen Objekten sowohl einen erfundenen deutschen als auch einen botanischen Namen gegeben.

Sie präsentieren den Besuchenden nicht nur Bilder, Skulpturen und Arrangements, sondern geben mit begleitenden Texten Auskunft darüber, wie Sie arbeiten. Gewähren also einen Blick hinter die Kulissen.

Renate Kuby: Das ist richtig und uns auch wichtig, dass wir die Möglichkeit geben, den Werdeprozess unserer Bilder und Gegenstände nachzuvollziehen. Natürlich ist allen klar, dass ein Bild nicht einfach da ist, doch viele sind erstaunt darüber, wie lange der Prozess dauert, bis ein Bild fertig ist oder wie es entsteht. Der Entstehungsprozess, wie und was kommt zusammen, dass das Bild, das Werk so wird, wie es dann zu sehen ist, wird auch bei unseren Führungen durch die Ausstellung immer wieder nachgefragt.

Christine Wenzhöfer: Auch bei uns, die wir Skulpturen schaffen oder Bilder malen, findet ein Prozess statt. Am Anfang habe ich Gebrauchsgegenstände wie Schalen aus Holz gedrechselt, heute gibt mir das Holz mit seinen Strukturen vor, was durch eine Bearbeitung mit Drechseln, Sandstrahlen, Fräsen aus dem Stück wird.

Kathrin Mock: Grundlagen für meine Arbeiten sind die Begeisterung für Pflanzen und die Vielfalt ihrer Erscheinungen als auch eine Leidenschaft für das Sammeln getrockneter Blüten, Samenständen, Wurzeln und mehr. Irgendwann ergab sich spielerisch die Idee, aus diesem gesammelten Material eigene Pflanzenwesen zu erfinden, im Falle unserer Ausstellung Pflanzen für ein Flussland, zum Beispiel für eine Ufervegetation.

Kehren wir mal kurz zum Malen zurück. Der Maler oder die Malerin packen ihre Staffelei unter den Arm und setzen sich vor das Objekt, die Landschaft, die sie malen wollen. Stimmt das noch?

Renate Kuby: Das gibt es sicherlich noch, ist heute jedoch selten, ich mache mir zum Beispiel Fotos von Flusslandschaften und male danach. Wenn ich mich lang genug damit beschäftigt habe, ist eine Vorlage nicht mehr notwendig, dann wird aus der Fantasie heraus gemalt. Ufer, Bäume, Büsche, Wasser, für das es so keine reale Vorlage gibt.

Und beim Malen gibt es ja dann noch unterschiedliche Techniken …

Renate Kuby: Selbstverständlich. Wenn ich kein Foto als Vorlage habe, mit dem ich mit dem Bild möglichst nahekommen will, gibt es viele Möglichkeiten, auch dem Zufall Raum zu geben. Wenn zum Beispiel die Leinwand mit einem Farbauftrag zusammengeklappt wird und es somit zu einer Spiegelung kommt. Oder ich zunächst einmal Mehl mit Grundierung auf die Leinwand gebe und dann flüssige Farbe aufbringe, entstehen sofort Fließstrukturen.

Der Zufall malt also mit …

Renate Kuby: Natürlich, denn aus eher zufällig entstehenden Strukturen des Fließens kann ich das Bild dann entwickeln. Das ist total spannend, etwas, was der Zufall einem schenkt, auszuarbeiten zu einem Bild, das dann in einer Ausstellung gezeigt wird. Was es am Ende wird, steht am Anfang keineswegs fest, sondern ist ein Prozess des Werdens. Auch der gewählte Untergrund hat Einfluss auf das Bild. Wenn ich zum Beispiel auf eine OSB-Platte male, dann bestimmt deren Struktur natürlich auch das entstehende Bild.

Die Ausstellung „Flussland“ ist noch bis Sonntag, 12. November, in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg, Fischmarkt 21, zu sehen. Führungen durch die Ausstellung werden noch am Sonntag, 29. Oktober, und 12. November, jeweils um 15 Uhr und am Donnerstag, 2.11. und 9.11. jeweils um 12.30h angeboten. Die Kunstsammlungen sind geöffnet Dienstag und Mittwoch von 8.30 bis 14 Uhr, Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Am letzten Ausstellungswochenende von Freitag 10.11. bis Sonntag 12.11. werden zusätzlich die Werke von Schülerinnen und Schülern zu sehen sein, die in Workshops im Rahmen der Ausstellung in die spielerisch experimentelle Arbeitsweise eingeführt wurden.


Lesedom startet mit dem Glück beim Wandern

„Joggen war mir zu anstrengend, deshalb gehe ich wandern“, ließ der Autor verschiedener Wanderbücher das Publikum in der WERKStadt Lounge wissen. Im Gepäck hatte er sein neues Buch „Wanderglück Deutschland - Zu Fuß die schönsten Wege zwischen Küste und Bergen entdecken“. Es ist ein Bildband über das Glück beim Wandern. Und deshalb kündigte der Autor und Moderator, der durchaus auf eine gewisse Bühnenerfahrung zurückblicken kann und dem Fernsehpublikum vielleicht noch aus der Harald-Schmidt-Show bekannt ist, dass es keine klassische Lesung gibt. Und das ausgerechnet zur Eröffnung des Limburger Lesedoms.

Der Lesedom bettet sich seit dem Jahr 2003 in den Veranstaltungsreigen „Leseland Hessen“ ein und weist damit schon eine langjährige Tradition in Limburg auf, wie Bürgermeister Dr. Marius Hahn bei der Eröffnung erwähnte. Er lud dazu ein, Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ihre Literatur wieder live zu erleben. Der Lesedom läuft bis einschließlich Freitag mit öffentlichen Veranstaltungen und macht auch Station in Schulen und Kindergärten. Wandern sei inzwischen auch im Lahntal und in Limburg angekommen, auch wenn die Bewegung am und auf dem Fluss noch stark durch Radfahren oder Kanutouren geprägt werde, so Hahn weiter. Dank stattete der Bürgermeister den verschiedenen Sponsoren des Lesedoms und dem Duo Dr. Anna Vössing und Tanja Schnatz vom Kulturamt der Stadt ab, die die Fortführung der Veranstaltungsreihe immer wieder ermöglichten.

Die Lahn als Wanderziel

Die Lahn als Wanderregion, da hatte natürlich auch Manuel Andrack etwas zu bieten. Fotos von der Flusslandschaft bei Balduinstein oder Dausenau, der Schaumburg oder auch der Bahnhof Laurenburg mit der Burg im Hintergrund. „Beim Wandern werden die Botenstoffe Serotonin und Dopamin ausgeschüttet, das sorgt für Glücksgefühle“, warb Andrack für das Wandern und wartete auch gleich mit Statistiken auf, wonach 86 Prozent der Menschen, die auf Wanderschaft gehen, nach der Wanderung besser drauf sind als vor dem Start.

Wandern macht glücklich. Und es gibt vieles zu entdecken, was beim Wandern ganz besonders für diese Glücksgefühle sorgt. Dazu präsentierte Andrack dann stimmungsvolle Motive aus seiner Bildsammlung. „Wasser ist ganz vorne als Glücksmotiv“, so der Autor. Von der Quelle bis zum Meer ist dies in seinem Band zu verfolgen. Und was sich als Rinnsal zum Bach und Fluss entwickelt und schließlich im Meer mündet, bietet oft noch weitere Glücksmotive an. Burgen zum Beispiel, die es auch entlang der Lahn reichlich gibt. Oder Felsen, die es zu erklimmen gilt. Und Andrack erzählte vom Reiz, die Steigung von Obernhof zum Goethepunkt zu erklimmen.

Bekennender Einkehr-Wanderer

Andrack entführte das Publikum mit seinen Bildern zu weiteren „Glücksfaktoren“ beim Wandern. Da gibt es zum Beispiel Grenzwege wie beim Point Alpha, die nun begehbar sind und deshalb keine Grenze mehr darstellen; es gibt Wege, die plötzlich Weite und Ausblick ermöglichen. Glücksmomente gibt es durch Begegnungen mit Tieren auf der Tour. Ganz wichtig für Andrack und von ihm empfundene Glücksmomente beim Wandern sind zum Beispiel auch Touren in Begleitung von Freunden, Familie oder auch Gruppen. Andrack outete sich in der von Katrin Schäfer moderierten Eröffnung als fundamentalistisch-überzeugter „Einkehr-Wanderer“ und bekennender Gegner einer Rucksackverpflegung. Beim Wandern, so sein Credo, gehe es auch darum, die regionale oder lokale Küche und deren Spezialitäten kennenzulernen.

Der Abend mit dem erklärten Mittelgebirgswanderer Andrack, der auch andere Herausforderungen wie eine Watzmann-Besteigung meisterte, lebt von dem Talent des Autors, kurzweilig zu erzählen. Dabei greift er unter anderem auch auf zahlreiche Begegnungen mit politischer Prominenz zurück. Solche Wanderungen benötigen   nach sechs Kilometern Fußweg dringende Maßnahmen gegen eine auftretende „Unterhopfung“, enden nach der ersten Biegung mit dem Einstieg der Prominenz in die wartende Limousine oder gehen weit über das Ende der Tour hinaus, ignorieren   sämtliche Folgetermine und lassen und nach dem erlebten Wanderglück und dem Après-Wandern den Mitwanderer zum neuen Freund Frank werden.

So geht es weiter

Der Limburger Lesedom, der bereits vor der offiziellen Eröffnung in den vergangenen Wochen mit zwei Lesungen aufwartete, wird am Donnerstag, 19. Oktober, um 19 Uhr mit einer Lesung der Autorin Henrike Jütting in der WERKStadt Lounge fortgesetzt. Sie liest aus ihrem Kriminalroman „Mord im Kreuzviertel“. Am Freitag, 20. Oktober, ist der Autor Frank Goosen ab 19 Uhr zu Gast in der WERKStadt Lounge. In seinem Buch „Spiel ab!“ erzählt Frank Goosen voller Witz, Herz und Insiderwissen von einer aufmüpfigen Bochumer Jugendfußballmannschaft, einer ereignisreichen Saison in der Kreisliga und drei Männern, die von elf Teenagern mehr lernen, als sie je für möglich gehalten hätten.

Für Kinder und Jugendliche fanden Veranstaltungen in der Tilemannschule, der Adolf-Reichwein-Schule und in den Kindergärten „St. Hildegard“ und „Am Schafsberg“ statt. Lisa Krusche, die Preisträgerin des „Hans-im-Glück-Preises“ des Jahres 2020 war mit zwei Schreibworkshops vertreten. „WG mit Libelle & Maus im Garten hinterm Haus“ von Johannes Siebenmorgen verfasst und von Franziska Jeuck illustriert, wurde in den beiden Kindergärten vorgestellt.

Wichtige Partner der Stadt

Der Lesedom wird ermöglicht durch die folgenden Partner der Stadt Limburg: Energieversorgung Limburg (EVL), Kreissparkasse Limburg, Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg, Kulturvereinigung Limburg, Sparda-Bank Hessen – Zweigstelle Limburg, Schaefer Bücher, Thalia Universitätsbuchhandlung und dem Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit seinen Partnern hr 2 kultur und Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.  

Dombibliothek: Verlängerung für alten Standort

„Der zunächst angedachte Termin mit einem Umzug noch in diesem Jahr war doch zu sportlich und wäre nur zu halten gewesen, wenn alles wie am Schnürchen klappt. So etwas ist derzeit jedoch nicht zu erwarten“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn deutlich. Deshalb mietet die Stadt die bisherigen Räumlichkeiten der Dombibliothek nicht nur bis zum 31. Dezember dieses Jahres, sondern verlängert um zehn Monate bis zum 31. Oktober kommenden Jahres. „Ich hoffe schon, dass wir den Umzug früher hinbekommen, aber ein Zeitpuffer ist notwendig, um auftretende weitere Verzögerungen abzufangen“, so Hahn.

Das ehemalige Schuhhaus wird nicht nur Standort der Dombibliothek, sondern wird auch der Limburger Ehrenamtsagentur (LEA) und der Kulturvereinigung Platz bieten sowie die Citymanagerin der Stadt beherbergen. Nach Angaben des Eigentümers des ehemaligen Schuhhauses wird das Gebäude ab Februar/März kommenden Jahres bezugsfertig werden. Bis Mitte April könnte, so der derzeitige Plan, die Einrichtung der Bibliothek komplett auf- und eingebaut sein. Die Bibliothek verteilt sich künftig auf drei Etagen. Und dann ist natürlich noch der Umzug zu stemmen.

Komplizierte Baustelle

Eine einfache Baustelle, die unter der Regie des Eigentümers läuft, ist es nun nicht, schon allein durch die Tatsache, dass der Komplex aus zwei Gebäuden besteht, davon ein Fachwerkbau. Das führt zu besonderen Herausforderungen. Auch die künftige Nutzung durch die Stadt und damit die öffentliche Hand stellt höhere Anforderungen. So muss der barrierefreie Zugang auf allen Ebenen der künftigen Dombibliothek möglich sein. Der vorhandene Aufzug reicht dazu nicht aus, der bestehende Schacht war daher komplett neu auszuführen.

Nach Angaben von Bürgermeister Hahn macht es keinen Sinn, die Dombibliothek für wenige Monate in ein drittes Gebäude umziehen zu lassen. „Ich bin dem Eigentümer des Trombettahauses dankbar, dass wir eine vernünftige Lösung gefunden haben, die einen möglichst reibungslosen Betrieb gewährleistet und den Nutzerinnen und Nutzern der Dombibliothek entgegenkommt“, so Hahn. Natürlich muss die Stadt für das längere Verweilen am bisherigen Standort auch Miete zahlen. Dafür wird das ehemalige Schuhhaus später angemietet. Insgesamt beträgt die Mehrbelastung der Stadt rund 15.000 Euro.

Nach Einschätzung des Bürgermeisters ist die gefundene Lösung sinnvoll, denn sie vermeidet einen doppelten Umzug der Dombibliothek oder eine mehrmonatige Schließung der Einrichtung, in dem eine Weiterbeschäftig des Personals notwendig gewesen wäre. Und schließlich biete die nun gefundene Lösung einen zeitlichen Puffer, sollte es entgegen der aktuellen Zeit- und Ablaufplanung zu weiteren Verzögerungen kommen.    

Konzert eröffnet die Interkulturelle Woche

Vor etwa 35 Zuhörenden, die der Einladung gefolgt waren, eröffnete der Schirmherr und 1. Stadtrat Michael Stanke offiziell die Interkulturelle Woche 2023.

„Unter dem Einsatz vieler Vereine, Verbände und Institutionen, die gemeinsam ein Zeichen setzen für ein Zusammenleben in Vielfalt und Toleranz, ist es uns gelungen, ein abwechslungsreiches Programm anzubieten“, lobt Stanke das Engagement der Veranstalter.

Sobald die Familie der Streichinstrumente, das Nodelman Quartett, bestehend aus Misha Nodelman (1. Violine), Sebastian Dino (2. Violine), Andreas Kosinski (Viola) und Lydia Keymling (Violoncello) ihre Plätze einnahm, wurde es still im Raum. Andreas Kosinski, der mit Humor durch den Auftritt geleitete, stellte jedes der gespielten Stücke mit interessanten Hintergrundinformationen vor.

Ein bunter Strauß an wunderbaren Melodien und Tänzen versprach Kosinski und startete sogleich mit einer jüdischen Melodie „haTikwa“ übersetzt „die Hoffnung“. Es ist die offizielle Nationalhymne des Staates Israel, zu der alle Anwesenden sich erhoben. Danach folgte ein Streichquartett von Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy. Er zählt zu den bedeutendsten Musikern der Romantik und setzte als Dirigent Maßstäbe, die das Dirigieren bis heute prägen. Mendelssohn hatte drei Geschwister, seine große Schwester Fanny, die jüngere Rebecka und der kleine Bruder Paul. Alle waren sehr musikalisch. Fanny und Felix erhielten beide dir gleiche musikalische Ausbildung mit dem Unterschied, dass Fanny aufgrund ihres Geschlechtes untersagt war, ihre Ausbildung beruflich zu nutzen. Dennoch verband die beiden Geschwister ein so starkes Band, dass sich beide stets miteinander über ihre Kompositionen austauschten. In Musikerkreisen wird vermutet, dass viele von Felix Kompositionen Fanny zugeschrieben werden müssten. Am 14. Mai 1847, während einer Chorprobe zu Felix Mendelssohns „Die erste Walpurgisnacht“ erlitt die damals 42-jährige Fanny einen Schlaganfall und starb. Daraufhin schrieb Felix sich die Trauer von der Seele und komponierte gleichzeitig sein letztes Werk das Streichquartett Nr. 6, f-moll, op. 80. Nur ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Schwester erlitt auch er einen Schlaganfall und starb infolgedessen am 4. November. Ganze 26 Minuten zeugt das Werk von Felix Mendelssohn von der inneren Zerrissenheit, der Trauer, aber auch dem Andenken und die Wertschätzung seiner Schwester gegenüber. Hiermit zeigte das Nodelman Quartett seine Erstklassigkeit.

Danach folgte ein fröhliches Stück, „Der fröhliche Schneider“, ein jüdischer Volkstanz aus Osteuropa (Klezmer) zum Gedenken an Lejba Nodelman dem Urgroßvater vom Namensgeber des Quartetts Misha Nodelman, einem Schneider aus Kiew.

Ein weiteres hörenswertes und bekanntes Stück spielten die Musiker aus dem Musical Anatevka, „the Fiddler on the Roof“. Zum Schluss folgte dann „Bei mir bistu shein“ von Sholom Secunda und Jacob Jacobs aus dem jiddische Musical Men ken lebn nor men lost nisht („Man könnte leben, aber sie lassen uns nicht“). Bei dem es die Zuhörer schließlich zum Mitklatschen hinriss.

Auch eine Zugabe durfte nicht fehlen und so kamen die Musiker ein letztes Mal an diesem Abend auf die Bühne und gaben einen ukrainischen Volkstanz, der eigens für sie komponiert wurde zum Besten. Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Elena Kopirovskaja bedankte sich bei den Gästen, unter ihnen Stadträtin Birgit Geis und Frank Mach, Leiter Soziale Dienste bei der Caritas.

»Pity of War« blickt auf Europaplatz

Als Mahnmal gegen den Krieg steht die Skulptur des englischen Bildhauers Peter Walker aus der Partnerstadt Lichfield nun in der Stele vor dem Rathaus der Stadt in Limburg. Während die originale Bronzestatue „Pity of War“ zwei Meter groß ist und im National Memorial Arboretum in Staffordshire ausgestellt wird, ist die Skulptur in der Stele etwa 35 Zentimeter hoch.

Pity of War: Das schlichte Porträt eines kleinen Kindes mit verbundenen Augen und verstummtem Mund steht für die zivilen Opfer der Kriege. Oft werden deren unausgesprochenen Geschichten und unsichtbaren Erinnerungen nicht anerkannt und sind unterrepräsentiert. Walker widmet es den namenlosen, stimmlosen und vergessenen Menschen, die von Krieg und Konflikten betroffen sind.

Die Übergabe des Kunstwerks in Limburg war bereits Mitte des Jahres durch Peter Walker selbst während des Partnerschaftstreffens mit Lichfield und Sainte-Foy-lès-Lyon erfolgt.

„Wir haben uns bewusst gegen einen geschlossenen Ort für die Ausstellung der Skulptur entschieden. Der Europaplatz in Limburg ist nicht nur ein Treffpunkt unserer Partnerstädte, viele Menschen gehen hier tagtäglich vorbei und können so die Skulptur betrachten. Er steht auch dafür, dass aus Kriegen, die Leid und Opfer auf beiden Seiten mit sich gebracht haben, Freundschaften entstehen können, die gemeinsam eine friedliche Zukunft anstreben“, erklärt Dr. Marius Hahn, Bürgermeister der Stadt Limburg, die Auswahl des Standortes für die Skulptur.

Bevor die Skulptur in der Stele angebracht werden konnte, musste Heiko Bergmann, Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Limburg, noch einen Sockel aus Cortenstahl bauen, um das Kunstwerk installieren zu können. Obwohl er nicht sicher war, ob die beiden Stahlteile – der Stele und des Sockels - miteinander harmonieren, passte es letztlich gut zusammen.

Nun fehlt noch die Beschriftung der Skulptur, damit auch für jeden erkennbar ist, worum es sich handelt. Dies wird in den kommenden Wochen der Fall sein.

Limburg ist nur einer von vielen Standorten weltweit, an denen „Pity of War“ dauerhaft ausgestellt ist. Bisher ist das Kunstwerk in der britischen Botschaft in Paris und Dubai, in der Basilika St. Mary in Minnesota (USA) und im Vereinigten Königreich in der Chester Cathedral, der University Church Oxford und der Liverpool Cathedral zu sehen. Walkers Ziel ist es, die kleineren Kopien der Bronzeskulptur international zu verteilen. Ursprünglich als Erinnerung an die zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht, steht sie mittlerweile auch für aktuelle kriegerische Ereignisse wie den Krieg in der Ukraine und seine zivilen Opfer.

Janner zeigt das beides geht: Forst und Wald

Das Ambiente, passend zum Thema des Buches. So ist in dem historischen Rathaus der Stadt viel altes Holz zu sehen. Vor den Werken von Renate Kuby, die Flusslandschaften zeigen, begrüßt die Moderatorin des Abends, Karin Schäfer von der Buchhandlung Schäfer die 31 Gäste.

Mit einer Reise in die Vergangenheit des heimischen Waldes im Nassauer Land beginnt der Autor und Förster Martin Janner seine Lesung, die sich um den Wald der Zukunft dreht, wie der Titel seines Buches bereits verrät.

Janner erzählt, wie der Wald in den vergangenen Jahrhunderten sich immer wieder den Lebensumständen der Menschen anpassen musste. Er diente als Holzlieferant. Möglichst schnell musste Holz für Häuser, Produktion von Holzkohle und Arbeitsgeräte wie Gerüste geliefert werden. Eine Baumart, die dafür prädestiniert war, ist die Fichte. Sie wächst schnell, gerade und ist winterhart. Zudem ist das Holz leicht zu verarbeiten. Als nach den Kriegen in Deutschland Fleisch Mangelware war, wurden in den Gärten der Familien Bohnen angepflanzt. Sie nahmen wenig Platz in Anspruch und waren und lieferten das notwendige Eiweiß. An langen Fichtenstäben, die als Rankhilfe in den Boden gesteckt wurden, wuchsen sie mehrere Meter nach oben und machen die Familien satt.

Klimawandel sei damals noch kein Thema gewesen und wurde lange totgeschwiegen, obwohl es wissenschaftlich schon längst bekannt war. Heute werden die Wetterdaten der verschiedenen Jahrzehnte verglichen und festgestellt, dass im Jahresdurchschnitt 30 % weniger Niederschlag fällt und die Durchschnittstemperaturen um 3 Grad angestiegen sind. Doch wie sieht der Wald der Zukunft aus? Wie kann er dem Klimawandel entgegenstehen?

Die schweren Stürme der letzten Jahre und der Borkenkäfer führten dazu, dass viele früher mit Fichten bewachsene Flächen brach liegen. Martin Janner und viele seiner Försterkollegen setzen auf eine Durchmischung mit Baumarten wie die Esskastanie, die bereits durch die Römer in verschiedenen Teilen Deutschlands heimisch ist, oder die Zerreiche und die Hainbuche. Hierbei schauen die Förster nicht nur in von Natur aus wärmere Ecken in Deutschland wie der Loreley. Sondern auch in den Iran, wo es viele Buchenwälder gibt. Für Janner ist es die Zukunft, die Vielfalt der Baumarten, die unterschiedlich schnell wachsen, aber eines gemeinsam haben: sie kommen mit dem Klimawandel gut zurecht. Längere Trockenperioden machen ihnen nichts aus, Sturzregenfälle werden besser aufgenommen und sie passen sich den Bodenbedingungen schnell an. So kann er mittlerweile auf 35 verschiedene Baumarten in seinem Revier in Oberwallmenach in Rheinland-Pfalz, verweisen.

Durch die nachhaltige Forstwirtschaft, die seit den 1990er- Jahren langsam Einzug in den deutschen Wäldern hält, kehren auch längst für ausgestorben erklärte Vogel- und Tierarten wieder zurück.

Dies erklärt er am Beispiel des Kolkrabens, der 1998 erneut in seinem Revier zu brüten begann. Janners Vorgänger hatte bereits 1990 mit dem Kahlschlag der Buchen abgesehen. Sie konnten so bis auf eine Höhe von 45 Metern heranwachsen und damit optimale Brutbedingungen für die Kolkraben bieten. Diese benötigen 40 Meter Sicherheitsabstand horizontal wie vertikal zum Nest, um bei menschlicher Störung dieses nicht verlassen zu müssen. Da die Vogelart sehr früh im Jahr brütet, besteht die Gefahr, dass die Eier schnell abkühlen und die Brut fehlschlägt. Auch Vogelarten wie der Schwarzstorch, der normalerweise in östlicheren Ländern wie Polen und Sibirien zu Hause ist, fühlt sich hier nun heimisch. Ornithologen vermuten als Grund für die Flucht der Vögel das aktuelle Betreiben der Waldwirtschaft in den Ländern. „Das eine tun, ohne das andere zu lassen“ ist das Motto von Janner. In seinen Augen schließt sich Naturschutz zu betreiben und Holz zu ernten, nicht aus.

Denn auch die ökonomische Nutzung des Waldes ist sinnvoll und wichtig. Gerade zu Zeiten von Corona wurde die Abhängigkeit von Handelspartnern, die uns Rohstoffe liefern, spürbar. So wurde Holz aus Sibirien und Kanada geliefert – aus beiden Ländern erhalten wir kein Holz mehr, weiß Janner. Der skandinavische Raum liefert derzeit noch Holz nach Deutschland. Somit wäre die Nichtbewirtschaftung des Waldes fahrlässig. Die Zukunft sieht er in der in der Vielfalt. Das diesen Weg nicht alle gehen, wird auch ein Gast aus Niedersachsen zu berichten.  Dort werde noch sehr konservativ gewirtschaftet. Man setze auf ausschließlich auf heimische Hölzer zwar keine Fichten, aber das, was schon immer gepflanzt wurde, findet dort erneut seinen Platz.

In seiner Leseprobe lässt er auch Emotionales durchklingen. Er beschreibt, wie ihn und seine Kollegen die Natur, die Lebewesen, die stille des Waldes berühren und das sich keiner von ihnen einen schöneren Job wünschen könne. Schon zu sehen, wie kleine Baumsetzlinge nach wochenlanger Pflanzarbeit zu einem langsam nachwachsenden Wald werden, der vorher durch Sturmbruch nahezu ausgelöscht wurde, erfüllen die Förster und Waldarbeiter mit Freude und Hoffnung.

Die Moderatorin Karin Schäfer schließt die Lesung mit den Worten „Ein ausgezeichneter Förster kann auch ein hervorragender Autor sein“.

Weiter geht es am Donnerstag, 5. Oktober, um 19 Uhr mit Simon Sterz aus Lindenholzhausen, der seinen Debütroman „Der Fall Zossner“ in den Kunstsammlungen vorstellt.

Der Limburger Lesedom ist eine Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals Leseland Hessen. Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur. Ziel des Festivals ist es, die aktuelle Welt der Bücher durch lokale Veranstaltungen mit bekannten Autorinnen und Autoren ins hessische Land zu tragen.

Folgendes ist zu beachten: Die Sitzplatzkapazität ist begrenzt. Einlass für die Erwachsenenlesungen ist jeweils eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Weitere Informationen gibt es von dem Kulturamt der Stadt Limburg, telefonisch unter (06431) 203-912 oder per E-Mail: tanja.schnatz@stadt.limburg.de und unter www.limburg.de.

Partner des Lesedoms 2023 sind: Energieversorgung Limburg (EVL), Kreissparkasse Limburg, Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg, die Limburger Zweigstelle der Sparda-Bank Hessen, Kulturvereinigung Limburg, Schaefer Bücher, und Thalia.

Jugendbuchautoren gesucht

Bewerben können sich Autorinnen und Autoren, die bisher keinen Jugendbuchpreis erhalten haben. Der Roman oder die Erzählungen sollten sprachlich und formal aus dem deutschen Sprachraum kommen und sich an jugendliche Leserinnen und Leser richten. Die Ausschreibungsunterlagen zum „Hans-im-Glück-Preis“ können unter folgendem Kontakt per E-Mail, telefonisch und per Post angefordert werden:

Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn

Kulturamt

„Hans-im-Glück-Preis“

Über der Lahn 1

65549 Limburg a. d. Lahn

E-Mail: kulturamt@stadt.limburg.de

Ein Download auf der städtischen Homepage ist ebenfalls möglich: www.kunstsammlungen-limburg.de.

Lesedom 2023 wartet mit sechs Autoren auf

„Wir haben wieder Autoren aus unterschiedlichen Genres für den Lesedom gewinnen können“, sagt Dr. Marius Hahn, Bürgermeister der Stadt Limburg. „Lassen Sie sich von den Autoren in ihre Welt aus Natur, Thriller, Krimi und Fußball hineinziehen“, so Hahn weiter.

Los geht es am Donnerstag, 21. September, mit einer Lesung von dem Gewinner des Deutschen Waldpreises in der Kategorie „Förster des Jahres“, Martin Janner. Um 19 Uhr nimmt er die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg mit auf einen Spaziergang durch den Wald. In seinem Buch „Der Wald der Zukunft“ lädt dazu ein, ihn bei seinen Überlegungen für die weitere Waldentwicklung zu begleiten. Denn der Mensch verändert das Klima in einem solch rasanten Tempo, dass der Wald „die Lunge unseres Planeten“ nicht mehr hinterherkommt. Was können wir tun, um den Wald zu unterstützen?

Der Lokalmatador Simon Sterz stellt am Donnerstag, 5. Oktober, seinen Debütroman „Der Fall Zossner“ um 19 Uhr in den Kunstsammlungen der Stadt vor. Verfasst in Lindenholzhausen, dort lebt der Autor mit seiner Familie, spielt sich der Inhalt des Buches rund um die beiden Geschwister Miriam und Gregor Zossner, in den 1980 Jahren ab. Nervenkitzel und unerwartete Wendungen fesseln die Leser an die Geschichte. Denn Gregor wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen und durch seine Briefe erfährt seine Schwester, dass er sich verfolgt fühlte. Hin- und hergerissen zwischen Realität und Fantasie weiß Miriam bald nicht mehr, was sie glauben soll.

Auf schmale Pfade und Wandersteige in die deutschen Mittelgebirge geht es am Mittwoch, 18. Oktober, um 19 Uhr in der WERKStadt Lounge (Bahnhofsplatz 2) mit Manuel Andrack. Andrack, Sidekick von Harald Schmidt aus gleichnamiger Show, ist gebürtiger Kölner und begeisterter Wanderer. In seinem Bildband „Wanderglück Deutschland“ nimmt Andrack die Leser mit einer guten Portion Humor auf einmalige Wandertouren mit. Vorbei an beeindruckenden Burgen und verwunschenen Seen verrät er warum, wo und wie man in Deutschland sein Glück finden kann

Einen Kriminalroman aus Münster „Mord im Kreuzviertel“ hat die Autorin Henrike Jütting am Donnerstag,19. Oktober, um 19 Uhr für ihre Lesung in der WERKStadt Lounge im Gepäck. Dabei geht es inhaltlich um die sprichwörtliche Leiche im Keller. Diese taucht bei einem Treffen einer ehemaligen Wohngemeinschaft auf. Dabei versuchen die Kommissarin Katharina Klein und ihre Kollegin Eva Mertens Licht in die dunkle Vergangenheit zu bringen.

Weniger verworren, dafür aber umso lustiger geht es im Buch „Spiel ab“ von Frank Goosen zu. Er lässt die Zuhörer am Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr in der WERKStadt Lounge voller Witz, Herz und Insiderwissen von einer aufmüpfigen Bochumer Jugendfußballmannschaft an einer ereignisreichen Saison in der Kreisliga teilhaben. Dabei lernen drei Männern von elf Teenagern mehr, als sie je für möglich gehalten hätten.

Die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche finden in der Tilemannschule, der Adolf-Reichwein-Schule und in den Kindergärten „St. Hildegard“ und „Am Schafsberg“ statt. Lisa Krusche (Preisträgerin des Hans-im-Glück-Preises 2020 der Kreisstadt Limburg für Jugendliteratur) ist mit zwei Schreibworkshops vertreten. „WG mit Libelle & Maus im Garten hinterm Haus“ von Johannes Siebenmorgen verfasst und von Franziska Jeuck illustriert, wird die Zuhörenden in den beiden Limburger Kindergärten begeistern.

„Ich bin überzeugt, dass es uns gelungen ist, wieder großartige Autorinnen und Autoren für den Lesedom zu gewinnen, die mit abwechslungsreichen Lesungen neugierig auf Literatur machen“, lädt Dr. Anna Vössing, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg, zum Besuch des Lesefestes ein. Wie in den Jahren zuvor wird kein Eintritt erhoben. Das ist möglich, da verschiedene Partner die Ausrichtung unterstützen: Energieversorgung Limburg (EVL), Kreissparkasse Limburg, Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg, die Limburger Zweigstelle der Sparda-Bank Hessen, Kulturvereinigung Limburg, Schaefer Bücher, und Thalia.

Der Limburger Lesedom ist eine Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals Leseland Hessen. Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur. Ziel des Festivals ist es, die aktuelle Welt der Bücher durch lokale Veranstaltungen mit bekannten Autorinnen und Autoren ins hessische Land zu tragen.

Folgendes ist zu beachten: Die Sitzplatzkapazität ist begrenzt. Einlass für die Erwachsenenlesungen ist jeweils eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Weitere Informationen gibt es von dem Kulturamt der Stadt Limburg, telefonisch unter (06431) 203-912 oder per E-Mail: tanja.schnatz@stadt.limburg.de und unter www.limburg.de.

Interkulturelle Woche in Limburg: Neue Räume für Begegnungen

„Die Interkulturelle Woche bietet den Bürgerinnen und Bürgern die großartige Gelegenheit, in andere Kulturen reinzuschnuppern, Barrieren abzubauen und den eigenen Horizont zu öffnen“, lädt Michael Stanke, 1. Stadtrat, ein. „Ich bin immer wieder begeistert, mit welcher Herzlichkeit und Offenheit mir die Menschen bei diesen Gelegenheiten begegnen“, so der Schirmherr der Interkulturellen Woche in Limburg weiter.

Die Woche startet am Dienstag, 19. September, von 9 bis 14 Uhr mit „Jede Kultur ist anders, aber niemals falsch“ im Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Im Elbboden 5-7. Bei Kuchen, Musik und Tanz des Vereins Amigos Hondureños kann sich im Interkulturellen Café ausgetauscht und kennengelernt werden. Ansprechpartnerinnen sind: Christiane Weigerding vom BWHW, Tel. 06431 / 5963-601 / Amigos Hondureños e. V., Martha Butzbach.

Am Samstag, 23. September, von 15 bis 18 Uhr bietet der Caritasverband für den Bezirk Limburg ein Begegnungstreffen mit Flüchtlingen aus Afghanistan und dem Iran an. Ort der Begegnung ist das Caritashaus (Erdgeschoss), Schiede 73.

Zum Frauencafé am Sonntag, 24. September, um 15 Uhr lädt die Frauenorganisation der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in die Bait-ul-Ahad Moschee, Offheimer Weg 42c ein. Die Gemeinde freut sich auf neue Begegnungen mit lebendigem Austausch unter Frauen und ein geselliges Beisammensein. Eine Anmeldung bei Tina Dalila Malik, E-Mail: limburg@lajna.de ist erwünscht.

Der Montag, 25. September, von 15 bis 16:30 Uhr beginnt mit dem Café Kavárna Spezial in der Evangelischen Kirche am Bahnhof, 1. Stock. Kavárna heißt Café auf Ukrainisch und dazu laden die Evangelische Kirchengemeinde Limburg und das Diakonische Werk Limburg-Weilburg die Bürgerinnen und Bürger aus Limburg ein. Bei einem Stück Kuchen und Musik freuen sich die Menschen aus der Ukraine auf einen Austausch.

Offiziell eröffnet wird die Interkulturelle Woche mit einem klassischen Konzert des Nodelmann Quartetts am Dienstag, 26. September, ab 18 Uhr in der Jüdischen Gemeinde, Birkenallee 31. Das Quartett zählt zu den Geheimtipps der Klassikszene und gilt als eines der besten Streichquartette Deutschlands. Es spielt ein außergewöhnliches Programm von Mendelssohn-Bartholdy bis Klezmer und schlägt gekonnt einen Bogen um die Geschichte der jüdischen Musik.

Nachdem der letzte Tanz durch die Kulturen so großen Zulauf gefunden hat, darf die Veranstaltung auch während der Interkulturellen Woche nicht fehlen. Das Format von Frauen für Frauen findet am Mittwoch, 27. September, von 14:30 bis 17:00 Uhr im Bürgerhaus Eschhofen, Sportplatzstraße 1, 65552 Eschhofen statt. Bei Getränken und Essen ist Raum für Begegnungen und Tanz für Frauen aller Nationen.

Ebenfalls an diesem Tag lädt die Theodor-Heuss-Schule mit dem Sozialamt Limburg-Weilburg zum Café International auf den Schulhof der Theodor-Heuss-Schule ein. Bei heißen Getränken kann sich über das deutsche Bildungssystem sowie zum Paket „Bildung und Teilhabe“ informiert werden. Kinder sind willkommen und Übersetzerinnen und Übersetzer ermöglichen den Austausch in verschiedenen Sprachen.

Bewerbungsgespräche können herausfordernd sein, noch mehr, wenn sie die gesprochene Sprache nicht zur Muttersprache zählt. Die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar bietet hierfür einen Workshop „Selbstbewusst ins Vorstellungsgespräch“ am Donnerstag, 28. September, von 8:30 bis 12 Uhr an, der sich insbesondere an Migrantinnen richtet und diesen Mut machen soll. Anmeldungen per E-Mail: E-Mail: Limburg-Wetzlar.BCA@arbeitsagentur.de bis Montag, 25. September erwünscht. Veranstaltungsort ist das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur Limburg, Ste.-Foy-Str. 23.

Sportlich geht es an diesem Donnerstag ab 15 Uhr beim CUP-International weiter. Das internationale Fußballturnier für Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Schule besteht aus Mannschaften mit jeweils vier Nationen, die gegeneinander antreten. Austragungsort des Turniers ist der Sportplatz der Adolf-Reichwein-Schule und bei Regen die Kreissporthalle.

Nach Afrika entführt am Donnerstagabend Annette von Sartori von 17:30 bis 19 Uhr im Familienzentrum MüZe, Hospitalstraße 10, 1. Etage. Unter dem Titel „Ehrenamt in Malawi – The warm heart of Africa“ berichtet die Therapeutin und Dozentin mit lebendigen Bildern von ihren Erfahrungen in einem Gesundheitsprojekt im Outback von Malawi. Um eine Anmeldung wird unter Tel. 06431 / 296-547 oder E-Mail: WIR-Koordination@limburg-weilburg.de gebeten.

Über das Thema „Flucht“ erzählen Eltern am Donnerstag, ab 18 Uhr in der Katholischen KiTa St. Georg, Birkenallee 31. Dazu wird zusätzlich von 25. bis 29. September eine Plakatausstellung am Zaun der KiTa gezeigt.

Auf dem Neumarkt in Limburg macht am Freitag, 29. September, von 12 bis 18 Uhr der Info-Truck der Kolping Roadshow halt. Hier werden mit Spiel- und Mitmachaktion sowie multimedialen Elementen Informationen zu Flucht, Migration und gesellschaftlicher Teilhabe vermittelt. Mitarbeitende der Caritas- Fachdienste stehen für Gespräche zur Verfügung.

Um die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen dreht es sich bei der zertifizierten Schulung der WIR-Koordination, die am Freitag von 14 bis 20 Uhr im Sozialamt, Gartenstraße 1 (5. Stock, Raum 501) angeboten wird. Ziel ist der professionelle Umgang mit alltäglicher Vielfalt für Interessierte, Ehrenamtliche und Vereinsmitglieder. Eine Anmeldung unter Telefonnummer: 06431 / 296-321 oder 06431 / 296-547 alternativ per E-Mail: WIR-Koordination@limburg-weilburg.de ist erforderlich.

Die Künstlerin Mitschiko Tsubaki lädt am Samstag, 30. September, ab 14 Uhr zum offenen Diskurs ein. Thematischer Schwerpunkt ist das Thema Angst und wie sie uns helfen kann, neugierig, offen und würdevoll in die Zukunft zu gehen. Veranstaltungsort ist ein Geschäft in der Frankfurter Straße 75.

Der Sonntag, 1. Oktober, spricht mit einem Kochevent die Geschmacksknospen an. An drei Stationen werden von 11 bis 13 Uhr orientalische Rezepte mit regionalen Zutaten unter Anleitung im Kulturzentrum der WERKStadt (Bahnhofsplatz 1a) zubereitet und anschließen gemeinsam genossen. Die maximale Teilnehmerzahl sind 15 Personen. Eine Anmeldung bis Sonntag, 24. September, unter E-Mail: info@bildungszentrum-limburg.de. ist erforderlich.

Die Interkulturelle Woche in Limburg endet mit dem Tag der offenen Moschee am Dienstag, 3. Oktober. Hier bieten verschiedene Moscheegemeinden in Limburg ihre Räumlichkeiten den ganzen Tag zum Kennenlernen und Austauschen an. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Kunstsammlungen der Stadt Limburg: Ausstellung »Flussland« wird eröffnet

Die Ausstellung „Flussland“ zeigt nicht nur die Schönheit der Lahn, die eindrucksvoll von der Künstlerin Renate Kuby auf die Leinwand gebracht wurde. Ergänzend zu den farbenprächtigen und lebendigen Bildern ergänzen Pflanzenfantasien von der Künstlerin Kathrin Mock und filigrane Holzarbeiten von Christine Wenzhöfer das Erlebnis.

„Begleiten Sie mit mir gemeinsam die Ausstellungseröffnung und freuen Sie sich auf einen Austausch mit den Künstlerinnen in einer entspannten Atmosphäre“, lädt Dr. Marius Hahn, Bürgermeister der Stadt Limburg, zu der Ausstellungseröffnung am Freitagabend ein.

Musikalisch wird die Veranstaltung von der Harfenistin Oona Böken gestaltet, die mit ihrem virtuosen Spiel die Vielseitigkeit dieses Instruments unter Beweis stellt.

Der Fluss, Lebensader für Tier- und Pflanzenwelt, begleitet die Jahreszeiten und ist selbst im Winter unter einer dicken Eisschicht noch im Fluss. Im Fluss sein, ist auch maßgeblich für das künstlerische Schaffen. Renate Kubys Arbeiten zeigen das malerische Experimentieren von vielfältigen Naturerscheinungen. Die Farben fließen ineinander, ergeben eine Symbiose.

Kreativ gehen auch die Werke von Kathrin Mock und Christine Wenzhöfer auf das Thema ein, die mit neu erschaffenen Pflanzenformen und spielerisch gedrechselten Holzobjekten die Fantasie anregen.

Einen Einblick in die Arbeit der Künstlerinnen kann bei kostenfreien Führungen an nachstehenden Terminen gewonnen werden:

Donnerstag, 28. September, 12.30 Uhr

Donnerstag, 12. Oktober, 12.30 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober, 12.30 Uhr

Donnerstag, 2. November, 12.30 Uhr

Donnerstag, 9. November, 12.30 Uhr

Sonntag, 17. September, 15.00 Uhr

Sonntag, 1. Oktober, 15.00 Uhr

Sonntag, 29. Oktober, 15.00 Uhr

Sonntag, 12. November 15.00 Uhr

Treffpunkt: Eingangshalle der Kunstsammlungen der Stadt Limburg.

Gemeinsam mit Renate Kuby und Axel Wagner, 2. Vorsitzender der Nabu Kreis-Gruppe Rhein-Lahn) kann am Sonntag, 15. Oktober, um 14 Uhr ein Spaziergang entlang der Lahn gemacht werden, um die Pflanzen- und Tierwelt am Lahnufer kennenzulernen. Im Anschluss steht eine Führung durch die Ausstellung „Flussland“ an. Treffpunkt ist das Mühlrad an der Obermühle in Limburg (Am Huttig).

Der Förderkreis Bildende Kunst Limburg und der Magistrat der Stadt Limburg laden zu der Ausstellung und den nachfolgenden Veranstaltungen ein.

Die Kunstausstellung ist bis zum 12. November zu folgenden Zeiten bei freiem Ein-tritt geöffnet: Dienstag und Mittwoch: 8.30 bis 14.00 Uhr, Donnerstag bis Sonntag sowie Feiertag: 12.00 bis 18.00 Uhr. Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei.

Weitere Informationen: www.kunstsammlungen-limburg.de.

Vereinsnachwuchs wird von der Stadt besonders gefördert

„Die dauerhafte Förderung der Vereine ist uns ein wichtiges Anliegen und soll daher auch in diesem Jahr wieder gewährt werden. Ich hoffe auf Verständnis, dass wir dabei den Nachwuchs besonders im Auge haben“, sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn, nachdem der Magistrat den Weg frei gemacht hatte für die Förderung in diesem Jahr. Die Unterstützung der Stadt sieht Hahn als Anerkennung für die geleistete Arbeit, keineswegs sei sie dazu geeignet, in vollem Umfang Betriebs- und Unterhaltungskosten oder auch den Aufwand für die Kinder- und Jugendbetreuung zu decken.

Was die Stadt unterstützt und fördert, ist in einer entsprechenden Richtlinie aufgeführt. Gefördert werden die Unterhaltung der vereinseigenen oder gepachteten Sportanlagen, Turnhallen, Vereinsheime und mehr, es gibt Zuschüsse für Betriebskosten und die Förderung der Jugendarbeit sowie Fahrtkostenzuschüsse, um an Meisterschaften (ab der Landesmeisterschaft und höher) teilzunehmen. Den Zuschuss für die Jugendarbeit gibt es zum Beispiel für 3053 Kinder und Jugendliche, die in den Limburger Vereinen aktiv sind.

38 Vereine umfasst die Liste der sporttreibenden Vereine, die mit Zuschüssen bedacht werden. Für Sportanlagen gibt es einen Zuschuss in Höhe von 0,25 Euro pro Quadratmeter sowie Betriebskostenzuschüsse, eigene Hallen werden mit einem Zuschuss in Höhe von 0,70 Euro pro Quadratmeter gefördert, für Kinder- und Jugendliche gibt es pauschal zehn Euro pro Mitglied. Die gewährten Zuschüsse für die 38 Vereine bewegen sich zwischen 10.532 Euro und 256 Euro.

Auch die kulturtreibenden Vereine erhalten für die Kinder und Jugendlichen in ihren Reihen einen pauschalen Zuschuss in Höhe von zehn Euro für 418 Kinder. Die kulturtreibenden Vereine, 41 werden mit Zuschüssen bedacht, erhalten einen Grundbetrag, der sich an der Mitgliederzahl orientiert. Die Spanne reicht von 50 Euro für Vereine mit bis zu zehn Mitgliedern bis hin zu 600 Euro bei 501 und mehr Mitgliedern. Hinzukommen dann noch die Zuschüsse für Kinder und Jugendliche. Die kulturtreibenden Vereine erhalten damit Zuschüsse zwischen 50 und 2000 Euro.

Eigenen Sammlungen

Neben der „Stiftung Ernst Moritz Engert“ und dem „Nachlass Josef Eberz“ umfasst der Kunstbesitz der Stadt Limburg Exponate von mehr als 40 Künstlern und Künstlerinnen. Dies beinhaltet Werke, die Künstler und Künstlerinnen der Stadt Limburg geschenkt haben oder die die Stadt Limburg durch Ankäufe erworben hat.

Unterstützt wurde der Magistrat der Kreisstadt Limburg an der Lahn bei diesen Ankäufen durch die Limburger Wirtschaft, privates Mäzenatentum und den 1980 gegründeten „Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.". Zu diesen Sammlungen sind bisher mehrere Kataloge erschienen, die entweder als Gesamtübersicht oder für einen Einzelkünstler konzipiert wurden. Interesse? Sprechen Sie uns an. Heute umfasst der städtische Kunstbesitz mehr als 4300 Werke.

Künstler der Eigenen Sammlungen

Ernst Moritz Engert

  • Ausstellung "Ernst Moritz Engert Silhouettenschnitte im Kontext der Zeit"

    Die Ausstellung mit Arbeiten von Ernst Moritz Engert gibt einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers. Engerts Schaffen wird in Verbindung zu anderen Künstlern gestellt, die ebenfalls die Scherenschnitttechnik nutzten und Sammlungsobjekte, die zum Teil nur im Depot gelagert sind, werden digital zugänglich sein.

Ernst Moritz Engert gilt als anerkannter Meister der Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1892 in Japan als Sohn eines deutschen Bankiers geboren. Um 1900 kehrte die Familie aufgrund der Unruhen vor dem russisch-japanischen Krieg nach Deutschland zurück. 1907 begann er, angeregt durch einen Jahrmarktbesuch in Rinteln, mit der Schere und schwarzem Papier zu arbeiten. Erste Bildnisschnitte seiner Familie und Mitschüler entstehen in dieser Zeit. Nach sporadischem Kunststudium in München zwischen 1908 und 1911 lebte er abwechselnd in München, Berlin, Bonn und Darmstadt und machte sich als Scherenschneider durch expressive Silhouetten und Grafiken in bekannten Künstlerkreisen einen Namen. So fand er Aufnahme in den renommierten Kreis der Rheinischen Expressionisten um August Macke in Bonn und in die Darmstädter Sezession, für die er das noch heute verwendete Signet, den Bogenschützen schnitt.

Ernst Moritz Engerts Oeuvre umfasst Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Stift- und Pinselzeichnungen, aber vor allen Dingen Scherenschnitte. Mit der Schere schuf er Buchillustrationen, Märchen-, Tier- und Pflanzenmotive und weit über zweitausend Portraits. Doch die größte Schaffensperiode seines Lebens gehörte dem Theater. Mit seiner 1917 durch eine Verwundung an der Front erfolgten Versetzung zur Künstlerischen Figurenbühne des 1. Ersatzbataillons des 2. Bayerischen Infanterieregiments belebt er seine seit 1909 bestehende Liebe zum Schattenspiel, der er sich vor allem bis Anfang der 1920er Jahre intensiv widmete. Er gestaltete Schattenfiguren auf Papier, die Ausganspunkt oder Vorentwurf für die aus Sperrholz ausgesägten Figuren waren. Die schon 1928 geleistete Arbeit für die Bonner Printmedien setzte er von 1934 bis 1943 in Berlin fort. Im Auftrag verschiedener Berliner Tageszeitungen besuchte er, wie schon in Bonn, Theaterpremieren, hielt Szenen als Scherenschnitte fest, die dann in den folgenden Tagen die Berichterstattungen der damaligen Berliner Medienwelt komplettierten. In den 1950er und 1960er Jahren schuf Engert für die Spielschar der Tilemannschule in Limburg Bühnenbilder, Kostüme und Plakate.

Von 1945 bis zu seinem Umzug 1981 zu seiner ältesten Tochter Ursula nach Lich bei Gießen lebte und arbeitete er in Hadamar, wo er auch nach seinem Tod 1986 beigesetzt wurde.

Die Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde 1978 vom Künstler selbst gegründet. Sie umfasst inzwischen über 1000 Werke, Scherenschnitte, Zeichnungen und druckgrafische Blätter. Werke aus der Stiftung sind ständig im 2. Obergeschoss der Kunstsammlungen der Stadt Limburg ausgestellt. Durch Bestandskataloge ist Leben und Werk des Künstlers dokumentiert.

Josef Eberz

Josef Eberz wurde in Limburg a. d. Lahn geboren. Erste Gemälde zeigen ihn als Vertreter des Naturalismus mit impressionistischen Zügen. Erst das Studium an der Akademie in Stuttgart, und dort von 1907 bis 1912 als Meisterschüler bei dem Farbtheoretiker Hölzel, führten Eberz hin zum Expressionismus. Während des Studiums lernte er die in Münsingen geborene Paula Gertrud Alber kennen, die er 1917 in Wiesbaden heiratete.

Schon die während seines Studiums oder kurz danach entstandenen Gemälde mit weltlichen Themen. Sie bestechen durch ihre intensive leuchtende Farbigkeit. Dies gilt auch für die Gemälde, die er während seiner Studienreisen mit seiner Frau in Italien und Dalmatien malte. In diesen Jahren zwischen 1912 und 1925 entstand Eberz expressionistisches Hauptwerk im Bereich der profanen Kunst. Um 1925 begann seine Karriere als Ausgestalter von Kirchen. Als einer der Künstler, die nach der Jahrhundertwende lebten und den Umbruch in der Kunst initiierten, gehört auch er zu der sogenannten verlorenen Generation. Durch die Einflüsse des Nationalsozialismus und den frühen Tod von Josef Eberz geriet sein Werk fast völlig in Vergessenheit.

Die Bedeutung des Nachlasses von Josef Eberz für die Geschichte des deutschen Expressionismus und die ihn beeinflussende Kunstgeschichte spiegelt sich in der häufigen Bitte zur Ausleihe von Werken aus dem städtischen Kunstbesitz wider, so auch für die Schau El Greco und die Moderne 2012 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf.

Gertrud Eberz-Alber

Gertrud Eberz-Alber, die, wie ihr späterer Ehemann auch, Meisterschülerin bei Adolf Hölzel an der Akademie in Stuttgart war, unternahm ab 1920 mit ihm unter anderem Studienreisen nach Assisi, Amalfi, Lipari und später (wahrscheinlich alleine) nach Paris. Erste in der städtischen Sammlung vorliegende Aquarelle entstanden in der Zeit der gemeinsamen Reisen des Ehepaars in Italien und zeigen eine starke, wenn auch noch gedeckte Farbigkeit.

Erst in den Aquarellen von ihren Reisen nach Paris und Bologna fand sie zu einer eigenen Handschrift. Das neue Lebensumfeld beflügelte die Kreativität der Malerin. Sie hielt die neu gewonnenen Eindrücke fest, vertiefte ihre Technik, spielte mit den Farben und gab ihren Bildern so eine besondere Note, die nun durch die Leuchtkraft der Farben und Lebendigkeit der Sujets bestechen.

Die städtische Sammlung begann 1979 mit der Schenkung des Gemäldes von Josef Eberz Der Fall unter dem Kreuz durch die Firma Tetra Pak in Limburg. 1980 konnte dann die Stadt den Nachlass des Künstlers von seiner Schwägerin Lucia Eberz erwerben, darunter auch 180 Aquarellen seiner Frau. Inzwischen umfasst der Nachlass Josef Eberz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn mehr als 850 Arbeiten. Durch Bestandskataloge sind Leben und Werk beider Künstler dokumentiert.

Karl Baumann

Karl Baumann studierte ab Mitte der 1930er Jahre in Berlin Garten- und Landschaftsbau und parallel dazu an der Kunsthochschule in Berlin-Charlottenburg. Sein Lehrmeister, Professor Otto Freytag, war richtungsweisend für seinen künstlerischen Werdegang. Von 1939 bis 1945 war er als Soldat im Fronteinsatz mit nachfolgender Kriegsgefangenschaft in Russland.

Nach Kriegsende begann er hauptsächlich in den grafischen Techniken des Holzschnitts und der Radierung zu arbeiten. Dabei war ihm Holz der liebste Werkstoff. Hier finden wir religiöse Motive und zeitbezogene figürliche Darstellungen. Beeinflusst durch die Kriegsereignisse und die Kriegsgefangenschaft treten die Motive ungeschönt und unmittelbar mit expressiver Ausdruckskraft an den Betrachter heran. Im Gegensatz dazu stehen seine stimmungsvollen Landschafts-Pastelle und nach Exaktheit strebenden Aquarelle der Pflanzenwelt.

Seit 1984 lebte er wieder in seiner Heimatstadt Diez und richtete sein Atelier im Haus Eberhard ein. 1995 wurde ihm der Kulturpreis der Stadt Diez verliehen. Einen Monat vor seinem plötzlichen Tod wurde er seitens der Stadt Diez noch mit der Bürgermedaille geehrt.

1987 schenkte Karl Baumann der Stadt Limburg acht Arbeiten, die in eine Stiftung überging. Nach seinem Tod erweiterte seine Familie die Stiftung Karl Baumann bei der Kreisstadt Limburg a. d.a. d. Lahn um 34 Werke.

Willy Bungarten

Julius Wilhelm Bungarten, genannt Willy, wurde in ein musisch und kulturell aufgeschlossenes Elternhaus hineingeboren. Nach seinem Abitur in Bonn studierte er bis 1897 an der Baugewerkschule in Köln mit Abschluss als Bautechniker. Parallel dazu studierte er am Kölner Konservatorium Gesang. Bis 1905 beschäftigte er sich privat mit der Malerei und Bildhauerei und unternahm Studienreisen. In seinem Geburtsort Bonn gehörte er der Künstler-Vereinigung Lese an, mit der er viele mehrtätige Malausflüge an den Niederrhein, aber auch an die Lahn und insbesondere nach Runkel machte. Im Zuge dieser Ausflüge entstanden viele Skizzen und ausgearbeitete Zeichnungen in Kohle, Bleistift und Tusche.

Aus dieser Zeit stammt wohl seine Liebe zum Lahn-Tal, und nach dem Ersten Weltkrieg ließ er sich mit seiner späteren Ehefrau Grethe Neef in Runkel nieder. Er begann die nun engere Heimat an der Lahn, den Westerwald und den Taunus in vielen Wanderungen und Fahrten zu durchstreifen und zu zeichnen. Später hat er immer wieder ganze Folgen von Zeichnungen nach einem Objekt oder einer Situation gezeichnet und aquarelliert. Dies verstärkte sich, als er gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ohne Arbeit und Anstellung war. Während dieser Zeit überarbeitete er auch einige seiner früheren Arbeiten. Bei den grafischen Arbeiten kam es dabei zwar gelegentlich zu Steigerungen, bei den farbigen Blättern wurde aber die teilweise intensive, leuchtende Farbigkeit, die gerade den Reiz der frühen Arbeiten ausmachte, nicht mehr erreicht. So hat er neben seinem Lebenswerk als Architekt auch ein Werk als Maler und Zeichner hinterlassen.

Die Sammlung Willy Bungarten bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde von Franz Josef Hamm 2011 ins Leben gerufen und umfasst 181 Werke.

Rudolf Fuchs


Rudolf Fuchs legte 1911 sein Abitur in Frankfurt/Main ab und studierte danach an der Kunstakademie in München. Er war von 1911 bis 1916 Schüler von Professor Dr. Karl Becker-Gundahl. Nach Kriegsende heiratete er die Wiener Malerin Hilda Jellinek und zog nach Obernhof an der Lahn. Hier wurde 1920 sein einziges Kind Tochter Helgard geboren.

Im Jahr 1934 kehrte er mit seiner Familie in seine Geburtsstadt Diez zurück. Es entstanden Fresken an verschiedenen Diezer Häusern, die heute noch zu bewundern sind. 1934/35 war er maßgeblich an der Freilegung und Restaurierung der Fresken im Limburger St. Georgs Dom beteiligt. Dabei hinterließ er, nach Vorbild alter Meister, eine Selbstdarstellung, die erst bei der Restaurierung 1986 hoch oben im Vierungsturm entdeckt wurde.

Rudolf Fuchs hatte in der heimischen Region als Maler und Drucker einen ausgezeichneten Ruf. Sein Lebenswerk beinhaltet unzählige Stadt- und Naturbilder. In seinem malerischen Ausdruck hat er sich in den frühen Jahren vom Impressionismus inspirieren lassen. Mit der Zeit wurden seine Arbeiten aber immer detailverliebter. Viele Porträts entstanden als Auftragsarbeiten und schmücken noch heute Wohnungen in Diez und Limburg.

1980 schenkte Fuchs der Stadt Limburg 60 seiner Werke und gründet damit die Sammlung Rudolf Fuchs bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn. Durch weitere private Schenkungen umfasst sie nun über 200 Werke.

Walter Flögel

geboren 19.05.1938 in Karlsbad, gestorben 31.01.2010 in Limburg a. d. Lahn

Walter Flögel studierte bis 1962 Pädagogik und war danach als Kunsterzieher an verschiedenen Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunstpädagogik der Universität in Gießen und mit einem Lehrauftrag an der Justus-Liebig-Universität in Gießen tätig. Nachdem er von 1972 bis 1975 Projektleiter des Modellversuchs „Fotografie im Unterricht“ an der Gesamtschule in Hadamar war, blieb er dort als Lehrer für Kunst und Fotografie bis 2003 beschäftigt.

Walter Flögel, der sich der Fotografie als ästhetische Ausdrucksform verschrieben hatte, lebte in Limburg. Von Jugend hat er ihre Architektur und das Leben mit seinem geschulten Blick durch die Kamera in schwarz-weiß Bildern festgehalten. Er war einer der wenigen, der die so beliebte Motivwahl von Dom und Alter Lahnbrücke durchbrach und sich mit fotografischer Neugier dem Niedergang und dem Zerfall der Limburger Altstadt zuwendete. Verlassenheit, Leerstände, schleichender Verfall sowie Konstruktionen am Bau und ihre Details erschienen immer häufiger auf seinen Bildern.
1972 begann die Phase der Altstadtsanierung, die auch eine Veränderung des urbanen Lebens mit sich brachte. Mit fortschreitender Sanierung entdeckten die Limburger ihre Altstadt ganz neu und erfüllten sie mit neuem Leben. Alle Gesichtspunkte dieser Entwicklung hat Flögel mit seinem Blick durch die Kamera festgehalten. Aus dem riesigen Fundus wurde eine Auswahl von 52 Fotografien in der Ausstellung Ungewohnte Blicke auf die Limburger Altstadt in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg vom 7. Mai bis 18. Juli 2010 gezeigt, die der Künstler noch vor seinem unerwarteten Tod der Stadt Limburg geschenkt hatte.

Hatte sich Flögel bis 1996 fast ausschließlich auf die Fotografie mit Kleinbildkameras konzentriert, wandte er sich danach mit großer Leidenschaft der Panorama-Fotografie zu. Unverändert blieb dabei seine absolute Vorliebe für die schwarz-weiß Abbildung der sogenannten Momente der Wirklichkeit.

2011 erweiterten seine Witwe und seine Kinder die 1984 angelegte Sammlung Walter Flögel bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn um 884 auf 975 Bilder. Die nun vorliegenden Kleinbilder und Panorama-Aufnahmen von Limburg, ihrer Architektur, ihrer Menschen und Feste sagen vieles über ihre Geschichte und Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren aus.

Josef Kiefer

Josef Kiefer absolvierte eine kaufmännische Berufsausbildung, aber seine Liebe galt der Kunst. Ab 1925 strebte er daher parallel zu seinem Berufsleben eine künstlerische Ausbildung an. In der Berliner Kunstschule belegte er mehrere Lehrgänge bei Professor Danneberg und intensivierte seine Selbststudien. Nach Kriegsende konnte er 1946 seinen Traum verwirklichen und begann erfolgreich als freier Maler und Grafiker zu arbeiten. Kiefer bevorzugte keine bestimmte Technik. Er malte in Öl und Aquarell, fertigte Federzeichnungen, Linol- und Holzschnitte und verwandte die druckgrafischen Techniken der Lithografie und des Siebdrucks.

Von 1953 bis 1965 war Josef Kiefer als Kunsterzieher an der Marienschule in Limburg tätig. Hier öffnete er vielen jungen Menschen den Zugang zur bildenden Kunst und leitete seine Schülerinnen an, auf dem Gebiet selbst kreativ zu sein.

Die Stadt Limburg ehrte Josef Kiefer im April 1986 mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg.

Anlässlich der Ausstellung schenkten seine Witwe Olga Kiefer und sein Sohn Hans-Joachim Kiefer für den Kunstbesitz der Stadt Limburg vier Werke. Die Sammlung Josef Kiefer bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn umfasst heute 21 Werke.

Eckhard Kremers

Nachdem er 1971 sein Abitur an der Tilemannschule in Limburg abgelegt hatte, studierte er bis 1976 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Kunsterziehung und dazu parallel Kunstwissenschaft an der Universität in Stuttgart. Von Japan schon immer fasziniert, konnte er mit Hilfe eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes die japanische Sprache von 1976 bis 1977 in Bonn und von 1977 bis 1978 in Tokyo studieren. Von 1978 bis 1980 erhielt er dann ein Stipendium des japanischen Kultusministeriums und des Deutschen Akademischen Austauschdiensts zum Studium der japanischen Malerei und Kunstgeschichte. Er studierte an der Städtischen Kunstakademie in Tokyo und lebte mit seiner Familie in Japan. Aus dieser Zeit und fast jährlich folgenden Besuchen in Japan stammen die zehn Fotografien der Sammlung Eckhard Kremers bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn, die vom Künstler angestoßen wurde.

Nach mehreren Gastprofessuren in Gießen, Stuttgart und Hildesheim war er seit 2000 am Fachgebiet Graphik und Malerei der Justus-Liebig-Universität in Gießen Professor und ab 2006 bis zu seinem Ausscheiden Fachbereichsleiter. Seit der ersten Vergabe des Kunstpreises der Stadt Limburg 1996 ist er in der Jury für die Auslobung des Preises aktiv. Eckhard Kremers lebt in Diez an der Lahn.

Eckhard Krumpholz

Eckhard Krumpholz fotografiert seit seinem zwölften Lebensjahr und seit seinem 30 Lebensjahr widmet er sich hauptsächlich der Unterwasserfotografie. Spiegel online zählte ihn im April 2010 zu einem "der besten Unterwasserkamera-Artisten der Welt". Eckhard Krumpholz fotografiert unter anderem für internationale Zeitschriften und gibt sein Foto-Wissen in Workshops zur Unterwasserfotografie weiter. Anlässlich seiner Ausstellung Geteilte Ansichten: Der Dom und die Lahn 2010 schenkte er der Stadt Limburg zehn Fotografien aus der Ausstellung für eine Sammlung Eckhard Krumpholz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn. Eckhard Krumpholz lebt in Limburg a. d.a. d. Lahn.

Reinhard Langschied

Reinhard Langschied ist einigen als engagierter Journalist bekannt, anderen als begabter Musiker und Bandleader, aber allen sagt er etwas als Fotograf.

Langschied ist Autodidakt. Seine Liebe zur Fotografie entdeckte er schon früh. Mit elf Jahren nahm er an der Foto-Arbeitsgruppe der Tilemannschule teil und konnte seine eigenen Fotoabzüge herstellen. Während seiner Studienzeit arbeitete er als rasender Reporter. Schon damals gelang ihm das erste Seite-Eins-Foto auf einer überregionalen Tageszeitung. Viele weitere Foto-Veröffentlichungen folgten. Seinen Lebensunterhalt verdiente er aber hauptsächlich als schreibender Redakteur.
Mit Beginn des neuen Jahrtausends änderte sich sein Leben grundsätzlich. Eine persönliche Tragödie führte zu einer Blockade beim Schreiben, Musizieren und Fotografieren.

Erst 2009 löste sich die Spannung, er fand wieder Zugang zu seinem fotografischen Talent. Das Ergebnis der Rückbesinnung dokumentiert sich eindrucksvoll in den zwei Fotobänden der Limburger Gesichter und dem Fotoprojekt Limburg von oben, die er nach 2010 im Selbstverlag veröffentlichte. Robert Lebeck, der berühmte Stern-Fotograf, schrieb anerkennend in seinem Grußwort für die Limburger Gesichter „Tolle Bilder!“ Seit diesen regionalen Projekten reist Langschied als Fotojournalist um die Welt und betätigt sich als Streetlife-Fotograf. Aber egal ob in heimatlichen Gefilden oder rastlos in der ganzen Welt unterwegs, Reinhard Langschied gelingt es, das Wesen und den Charakter des gewählten Motivs einzufangen und für die Betrachter erkennbar zu machen.

2017 schenkte Langschied anlässlich seiner Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg zehn von seinen Weltreisen stammende Fotografien für eine Sammlung Reinhard Langschied bei der Kreisstadt Limburg.

Josef Müller-Pauly

Josef Müller-Pauly studierte von 1933 bis 1937 als Meisterschüler von Prof. Eugen de Wald Theatermalerei. Seine berufliche Karriere begann am Stadttheater in Lignitz. Josef Müller-Pauly war damit in der glücklichen Lage, Beruf und Hobby verbinden zu können. Nach Kriegsende trat er dem Hessischen Künstlerbund in Frankfurt bei. Nach Lebensstationen in Frankfurt, Regensburg und Bad Godesberg zog er nach Beselich-Niedertiefenbach. Dort entstanden reizvolle Landschaftsaquarelle, viele Jahre gehörte aber vor allen Dingen die Limburger Altstadt zu seinen bevorzugten Motiven. Da er immer vor Ort zeichnete und aquarellierte, gehörte er in dieser Zeit in das Limburger Stadtbild.

Bis Anfang der 1980er Jahre sind Müller-Paulys Aquarelle noch stark von seiner beruflichen Herkunft als Theater-Kulissenmaler beeinflusst. Aber danach entwickelte er sich zu einem Aquarellisten reinsten Wassers. Er verzichtete auf moderne Mischverfahren und legte seine Motive direkt auf nassem Papier an. Unnachahmlich demonstrierte er so, wie farbliche Vielseitigkeit erreicht werden kann.
In seinen Aquarellen drängte er die Konturen zu Gunsten der Farbe zurück. In seinen Zeichnungen brilliert er aber durch seinen Blick fürs Detail. Hier zeigt sich seine Kunstfertigkeit, durch Schraffuren Licht, Schatten und Tiefe aufs Blatt zu bringen.

Die Stadt Limburg kaufte 1979 mehrere Aquarelle des Künstlers. 1992 erweiterte Müller-Pauly die Sammlung um 32 Aquarelle, die zur Stiftung Josef Müller-Pauly bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn umgewidmet wurde. Inzwischen umfasst die Stiftung 51 Aquarelle und 16 Zeichnungen.

Klaus Panzner

Klaus Panzner besuchte von 1964 bis 1967 die Werkkunstschule in Wiesbaden und von 1967 bis 1969 die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Seit 1970 war er sowohl im In- als auch Ausland künstlerisch aktiv und bei Gruppen- und Einzelausstellungen präsent. 1975 kam er mit seiner spanischen Frau Olvido Solar nach Limburg und sie kauften ein restaurierungsbedürftiges Haus Mitten in der Altstadt. Auslöser für die Ansiedlung war für beide die vorbildliche Altstadtsanierung die darauf abzielte, dieses Gebiet als Wohn- und Lebensraum zu erhalten. In einer solchen Umgebung wollten sie leben, einer Atmosphäre des Bewahrens und nicht Zerstörens, des sozialen Lernens und Zusammenlebens. Bis zur Trennung des Ehepaars 1986 verband sie eine Ateliergemeinschaft.

Panzners handkolorierte Radierungen sind Kleinode, die die Geschichte der Region, die er als seine Heimat empfand, über 40 Jahre erzählen. Er radierte während seiner Lebensjahre in Limburg hauptsächlich die Stadt mit ihren verwinkelten Gassen und restaurierten Altstadthäusern.

Mit seinem Umzug nach Bad Camberg begann er, sich intensiv der Erforschung der Regionen von Westerwald und Taunus zu widmen. Bewaffnet mit seiner mobilen Radierstation (ein länglicher Sitz verbunden mit einer Staffelei und einem Spiegel) ließ er sich vor Ort nieder und radierte die Szenerie direkt auf die Platte. Nach dem Druck kolorierte er die Blätter, jedes davon durch wechselnde Farbigkeit ein Unikat. In seinem Testament verfügte er einen Fond, aus dem jährlich junge Künstler mit einem Stipendium unterstützt werden sollen. Die Vergabe wurde in die Hände der Stadt Bad Camberg gelegt, die auch seinen künstlerischen Nachlass erhielt.

In den Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit wechselte er die Signatur seiner Kunstwerke. So signierte er während seiner Ehe nicht mehr mit K. Panzner, sondern dem spanischen NADA (Nichts) und nach seiner Scheidung mit dem spanischen ojo (das Auge).

Bis 1993 erfolgten Ankäufe durch die Stadt Limburg und Schenkungen. Im Jahr 1993 gründete Klaus Panzner die Stiftung Zwoggelfund bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und übergab ihr dafür 22 kolorierte Radierungen. Die Stiftung umfasst heute 77 Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers.

Franz Politzer

Nach dem Abitur studierte Franz Politzer zwei Jahre Geologie und schrieb sich dann an der Akademie der bildenden Künste in Wien für den Fachbereich Malerei ein. Nach fünf jährigem Studium in der Meisterklasse von Professor Walter Eckert legte er 1975 sein Diplom ab. Seither ist er als freischaffender Künstler tätig.

Schon während seiner Studienzeit fand sein künstlerisches Schaffen Anerkennung und er erhielt 1972 den Förderpreis beim Herzmansky-Druckgrafik-Wettbewerb in Wien und 1974 den Preis der Bundeshauptstadt Wien beim Österreichischen Grafikwettbewerb in Innsbruck.

Zahlreiche Ausstellungen führten ihn ins In- und Ausland unter anderem nach Wien, Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, London, Cambridge und Washington.

In den 1980er Jahren lebte er in Langenscheid und Diez. Sein künstlerischer Lebensmittelpunkt lag aber in Limburg, wo er sein Atelier noch bis 1993 beibehielt. Seit 1991 lebt und arbeitet Franz Politzer in Millstatt, Österreich.

Politzers Werk ist Disziplin übergreifend. Künstlerisch fühlt er eine Affinität zu René Magritte, formal zu den Wiener Phantastischen Realisten und geistig nährt er sich an Karl Kraus, Ernst Bloch und Franz Kafka. Seine Bilder sind geprägt von auffälligen Landschafts-Konstellationen. Aus mehreren oder vielen Landschafts-Eindrücken extrahiert er das Gemeinsame und inszeniert daraus seine ausgefeilten Kompositionen. Niemals geben seine Arbeiten konkrete Situationen wieder und doch meint der Betrachter Bekanntes - eventuell sogar vorher Gesehenes - in ihnen zu erkennen.

Die Sammlung Franz Politzer bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde im Jahr 2000 vom Künstler mit der Schenkung von zwei Radierungen begründet. Er selbst und Michael Schuy (sowohl als Privatmann als auch Geschäftsführer der Schuy Recycling GmbH) sowie private Mäzenen haben die Sammlung bis heute auf 77 Werke erweitert.

Adam Wolf

Die künstlerische Begabung war Adam Wolf als Sohn eines Dekorationsmalers quasi in die Wiege gelegt und eine Laufbahn als Nachfolger seines Vaters im Geschäft schien vorgezeichnet. Doch der Erste Weltkrieg griff in seine Lebensplanung ein. In der französischen Campagne schwer verwundet, wurde er nach einem Krankenhausaufenthalt in Frankreich 1916 in der Schweiz interniert und konnte in Luzern Kunst studierten. Nach Kriegsende war er als Oberlehrer an höheren Schulen in Frankfurt und Wiesbaden tätig. 1927 kam er nach Limburg und unterrichtete 36 Jahre an der Tilemannschule bis zu seiner Pensionierung 1963.

Adam Wolf hat seine Umgebung als schier unversiegbare Quelle sehenswerter Motive empfunden. Er verstand es meisterhaft, die Schönheit der Natur abzubilden egal, ob ihn ein Panorama, ein Blumenstrauß oder ein einzeln stehender Baum fesselten. In der farbigen Gestaltung verwendete er ebenso gerne Öl- und Aquarellfarben wie Pastellkreide und Buntstift.

Versiert handhabte er in seinen schwarz-weiß Arbeiten die verschiedenen Arbeitsutensilien wie Bleistift, Tusche und Kohle. Seine Werke sind beredtes Zeugnis seines Lebensumfelds und seiner Reisen. Dabei war seine Domäne die Stadt Limburg mit ihrer romantischen Altstadt und dem alles überragenden Dom, immer wieder in allen von ihm genutzten künstlerischen Techniken festgehalten.

1993 wurde die Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn von seinen Söhnen Hermann und Heribert Wolf gegründet. Von 2010 bis 2013 erweiterten die Söhne die Stiftung um 539 Werke. Durch weitere Schenkungen umfasst die Stiftung heute 645 Werke.

Weitere Künstler der Eigenen Sammlungen

Otmar Alt (geboren 17.07.1940 in Wernigenrode), Erhard Theodor Astler (geboren 25.07.1914 in Leipa, gestorben 18.10.1998 in Isny), Elvira Bach (geboren 25.06.1951 in Neuenhain), Gustav Behre (geboren 01.09.1903 in Dalhausen, gestorben 1973 in Beverungen) Werner Bell (geboren 29.03.1896 in Wuppertal, gestorben 1978 in Runkel a. d. Lahn), Bernd Brach (geboren 1946 in Flörsheim/Main) - 1. Kunstpreisträger der Stadt Limburg 1996, Peter Croÿ (geboren 1937 in Berlin), Salvador Dali (geboren 11.05.1904 in Figueres Gironda, gestorben 23.01.1989 in Figueres Gironda), Günter Grass (geboren 16.10.1927 in Danzig, gestorben 13.01.2015 in Lübeck), Rudi Ewald Jüngst (geboren 01.09.1946 in Flacht, gestorben 10.07.2019 in Langenscheid), Rainer Kluge (geboren 27.12.1942 in Schweinfurt), Bernhard Mannfeld (geboren 1848 in Dresden, gestorben 1925 in Frankfurt am Main), Dirk Meissner (geboren 06.04.1964 in Aachen), Bruno Müller-Linow (geboren 1909 in Pasewalk, gestorben 1997 in Darmstadt), Karlheinz Oswald (geboren 1958 in Worms), Dieter Portugal (geboren 1952 in Lahnstein), Ren Rong (geboren 1960 in Nanjing), Paul Stasek (geboren 31.12.1957 in Prag), Ernst Toepfer (geboren 14.06.1877 in Wiesbaden, gestorben 06.08.1955 in Idstein), Wilhelm Wiki (geboren 05.04.1951 in Aachen)

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65549 Limburg a. d. Lahn

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  • Fax: 06431 203-918
  • E-Mail

Wissenswertes

Öffnungszeiten
Dienstag und Mittwoch: 8.30 bis 14.00 Uhr
Donnerstag bis Sonntag und Feiertage: 12.00 bis 18.00 Uhr
Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag & Fronleichnam: geschlossen
Während der Umbauphasen der Wechselausstellung ist das Museum geschlossen. Auch die Ausstellung mit Werken von Ernst Moritz Engert.

Der Eintritt in die Kunstsammlungen der Stadt Limburg ist frei.

Das Museum ist nicht barrierefrei.

Parken
Altstadtparkhaus (Fußweg 2 Minuten)

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