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Datum: 03.08.2025

Archivalie der Woche 315 - Foto Josef Kohlmaiers

Am 3. August 1995, vor genau 30 Jahren, starb Josef Kohlmaier. Er stand von 1965 bis 1985 als Bürgermeister an der Spitze der Stadt Limburg und hat in dieser Zeit vieles bewegt, gestaltet und auf den Weg gebracht.
Geboren 1921 im pfälzischen Ginsweiler besuchte er das Gymnasium in Bad Kreuznach. 1938 wurde er eingezogen und blieb durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges bis 1945 Soldat. Nach Kriegsende war er Angestellter bei der Militärregierung in Hessen und trat 1947 in den Dienst des Landes ein. Zuletzt war er Regierungsamtmann in der Schulabteilung des Regierungspräsidenten in Wiesbaden.
Zum Jahresende 1964 war der Limburger Bürgermeister Franz-Josef Ebbert aus dem Amt geschieden, um eine neue Aufgabe am Niederrhein wahrzunehmen. Um die Nachfolge bewarb sich auch der 43-jährige Kohlmaier. Zu diesem Zeitpunkt war er parteilos, wurde aber von SPD und FDP nominiert. Mit ihren Stimmen wählte die Stadtverordnetenversammlung ihn am 22. März 1965 für sechs Jahre zum Bürgermeister. Es gelang ihm in den folgenden Jahren, viel Anerkennung über Parteigrenzen hinweg zu erlangen, so dass er 1970 einstimmig im Amt bestätigt wurde, nun für zwölf Jahre. Aufgrund der kommunalen Neuordnung war aber bereits 1974 eine erneute Wahl erforderlich. Mit den Stimmen der CDU wurde er wieder Bürgermeister. Die SPD hatte diesmal die Zustimmung versagt, weil Kohlmaier im Jahr zuvor der CDU beigetreten war. 1980 erfolgte die letzte Wiederwahl für sechs Jahre, diesmal wieder mit den Stimmen aller Stadtverordneten.
In Josef Kohlmaiers Amtszeit veränderte sich das Erscheinungsbild Limburgs. 1967 vollzog er den ersten Spatenstich für die Wohnstadt Blumenrod. Ab Ende der 60-er Jahre wurde die Sanierung der Altstadt auf den Weg gebracht. 1982 fand das Schiedeprojekt seinen Abschluss.
Limburg wurde in dieser Zeit deutlich größer durch die kommunale Gebietsreform zwischen 1971 und 1974. Dabei strebte Kohlmaier eine große Lösung mit der Eingemeindung von Elz und Diez an. Dies gelang ihm zwar nicht, doch verdoppelte sich die Limburger Einwohnerzahl durch die neuen Stadtteile Dietkirchen, Ahlbach, Lindenholzhausen, Eschhofen, Linter, Offheim und Staffel. Seine Vorgehensweise wurde dabei von anderen Beteiligten mitunter als rabiat und nicht immer angemessen betrachtet.
1985 entschloss sich Kohlmaier zum Rücktritt und verbrachte am 30. November den letzten Tag im Amt. Anlässlich seines Ausscheidens erhielt er als dritter Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft.
Im Alter von 74 Jahren starb Josef Kohlmaier am 3. August 1995. Er fand auf dem Limburger Hauptfriedhof seine letzte Ruhestätte. 1996, als er 75 Jahre alt geworden wäre, würdigte ihn Limburg nochmals durch die Benennung der Stadthalle in „Josef-Kohlmaier-Halle“.
Foto: Bürgermeister Josef Kohlmaier bei der Freigabe der alten Lahnbrücke für den Verkehr nach der Sanierung im Dezember 1976. Hinter ihm stehen (v. l. n. r.) Josef Gotthard (Magistrat), Heinz Overbeck (Magistrat), Paul Müller (städtischer Mitarbeiter), Dr. Sigurd van Riesen (1. Stadtrat) und Harry Stahl (Magistrat).

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