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Datum: 29.06.2025

Archivalie der Woche 310 - Karl IV. bestätigt der Stadt ihre Privilegien

Kam ein neuer Herrscher ins Amt, mussten die Städte des Mittelalters und der frühen Neuzeit um eine Bestätigung ihrer von den Vorgängern erteilten Privilegien einkommen, um sicher zu gehen, dass auch der neue König die Rechte achtet. Die Limburger mussten das allerdings nicht selbst tun, sondern Erzbischof Balduin von Trier bat Karl IV., König seit 1346, seinen Großneffen, eine entsprechende Urkunde auszustellen. Der kam dem nach am 11. Januar 1354 bei einem Aufenthalt in Mainz (und zehn Tage vor dem Tod Balduins).
Karl IV. bestätigte der Stadt alle von seinen Vorgängern verliehenen Rechte und Freiheiten, löste sie von aller Gerichtsbarkeit außer der des Kaiserlichen Gerichts zu Frankfurt, sichert den Bürgern Freiheit von jeder Verpfändung seitens des Herrn von Limburg zu und verlieh ihnen Zollfreiheit zwischen Limburg und Mainz, Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen. Vor allem die letzte Bestimmung war für die wirtschaftliche Entwicklung Limburgs von großer Bedeutung. Wer gegen das Privileg handelte, zog sich die herrscherliche Ungnade zu und konnte mit einer Strafe von bis zu 1000 Mark Silber belegt werden.

Dass Erzbischof Balduin die Bitte an Karl IV. herantrug mag seinen Grund darin gehabt haben, dass er seit 1344 Pfandherr von Limburg war und es daher in seinem Interesse lag, dass die Stadt prosperierte.

Text der Urkunde (StALM Urk A 5):
Wir Karl von Gots gnaden Römischer kunig, zu allen zeiten merer des reichs und kunig zu Beheim. Tun kunt allen den die diesen brieff sehen oder horen lesen, daz wir durch vleizige bete des erwirdigen Baldewins ertzbisschofs zu Triere, unsers lieben vettern und fursten, und durch erber alte wirdikeit des stiftes zu Triere, der ein erwirdiges gelyed ist dez heiligen reichs, und durch stedikeit luterr truwe der burgere und der stat von Limpurg, unser und des heiligen reichs lieben getruwen, domit sie sich mit dienstlichen truwen und gehorsamkeit dem obgenanten unserm vettern und seinem stifte zu Triere willentlich hant beweiset und auch tun sullen und mogen in kunftigen zeiten, dorumb so haben wir die selben burger und die stat von Limpurg mit allen iren guten, und die zu dem stifte von Limpurg gehoren, in unsern und des heiligen reichs schirm, frieden und gnade mit rechter wizze genomen, sunder alleine wyder uns, daz heilige reich, unsern vettern vorgenant und seinen stift von Triere, und haben darzu den obgenannten burgeren und der stat von Limpurg von besundern gnaden und mit Romischer kuniglicher gewalt bestediget alle brieve und hantfesten, die sie von dem heiligen reich, unserm vettern von Triere und andern iren herren, recht und bescheidelich derworben hant, in allen puncten, artiklen und meynunge, als sie begriffen sein und als sie von wort zu wort hie inne weren geschrieben, also verre und also bescheidelich, daz sie unschadelich sein und ewenclich bleiben unserm vettern vorgenant seinem stift zu Triere, an iren rechten, friheit und lobelicher gewonheit, und mit namen, daz die selben burgere von Limpurg, die itzunt sein oder furbaz werden, und waz in die stat gehoret, gemeinlich oder besunder, nyemand ansprechen, vorderin noch laden mag oder sal von dheinerleie sachen oder bruchen, wegen die yemand an sie gemeinlich oder besunder zesprechen hait oder zu clagen itzunt, oder furbaz in dheinen zeiten mag gewinnen, fur uns, daz heilige reich, noch fur unser gericht, dan alleine vor unsern Schultheizen zu Frankenfurt der zu zeiten ist, und also bescheidelich wer yet zu sprechen, vordern oder zu clagen habe an die vorgenenten burgere von Limpurg samentlich oder besunder, daz der oder die, wer sie sein, recht geben und nehmen von yen, waz der scheffen zu Frankenfurt vor ein recht teilet und wiset, als ovn des reichs burgeren daselbs, iz enweren dan soliche sachen, die uns, daz heilige reich oder des stiftes von Triere herschaft antrefen, und auch, ob sie den claegeren wulten zu ganz unvertzogliches rechten in der stat zu Frankenfurt, als oben ist begriffen. Wir wullen auch von besundern gnaden, daz die stat und burgere zu Limpurg mit allen, die darzu gehoren, unpantber sein und ewiclich bleiben vor den edeln Gerlach von Limpurg, seine kinde und erben, von scholt, gelubede, verbunt, nuzze und aller ander sachen wegen, wie man die benennen mag mit sunderlichen worten, und daz sie nymand dar vor ansprechen, kummern, hindern oder uf halten sal mit gerichte oder ane gerichte, in wasseren oder uff lande. Wir tun yen auch die besundere gnade und gunst mit Romischer kuniglicher gewalt, daz sie tzusschen Limpurg, Mentze, Frankenfurt, Friedeberg, Wetflar und Geilenhusin durch aller fursten, graven, frihen und herren stete und lant, uf wazzer oder uber lant, zolfrei und ane alle hindernuzze, mit alle iren guten varen sullen und wandelin zu irem nutze und urbar mit frihen willen; sunder alleine daz sie maezelich wegegelt vor porten und dor der obgenanten stete, als von alter gewonlich ist, sullen geben. Queme iz zu solichen schulden, daz sie ymant, in welchen wirden daz er sei, an der obgenanten unser friheit gemeinlich oder besunder hindern, ufhalten, bekummern, zollen, betruben, leitigen oder schatigen wulte, oder daz selbe mit der tait vollenbrechte, der sol wizzen, daz er in unser und des heiligen reichs ungnade swerlich vervallen ist und dorzu dusent mark silbers entpfallen ist, der wir unser und dez heiligen reichs cameren funfhundert mark zu geben han behalten, und die anderen funfhundert mark sullen dem obgenanten unserm vettern und dem stifte zu Triere und der stat und burgern von Limpurg gemeinlich sullen schinen und gevallen. Mit urkund diess briefes versigelt mit unserm kuniglichen insigel. Der geben ist zu Mentze, nach Gots geburt drutzenhundert jar dornach in dem vierundfunfzigstem jar, an dem nehsten samsztag nach der heiligen drei kunige tag, in dem achten jar unserer reiche.

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