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Datum: 24.03.2024

Archivalie der Woche 244

Wein-Akzise

Wein zählte im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu den wichtigsten Handelsgütern des täglichen Lebens. Da Wasser in den Städten häufig nur unter großem Risiko für die Gesundheit getrunken werden konnte, blieb nichts anderes übrig, als Wein und Bier zu konsumieren. Das machte die Getränke interessant für die Obrigkeit, konkret für die Steuererhebung. Eine Urkunde des Trierer Erzbischofs/Kurfürsten, seit 1420 Limburger Stadtherr, vom 15. Mai 1493, macht dies deutlich.
Erzbischof Johann II. (1434-1503, amtierte seit 1456) übergibt der Stadt Limburg die Wein-Akzise. Die Akzise war eine indirekte Verbrauchssteuer auf Lebensmittel, Genussmittel, Vieh und andere Waren. Der Stadtherr ließ sich jährlich 70 rheinische Gulden zahlen, deren eine Hälfte er erhielt, die andere der Landgraf von Hessen, dem Limburg teilweise verpfändet war. Die Bestimmung hatte eine Laufzeit von 25 Jahren. Welche Steuer erhoben wurde, richtete sich nach Herkunft und Verwendung. Für ein Fuder Rheinwein, dass in Limburg ausgeschenkt wurde, gingen 48 Weißpfennige an den Erzbischof, 18 an die Stadt. Wenn es sich um Wein handelte, der in Limburg oder an anderer Stelle an der Lahn angebaut wurde, waren 18 Weißpfennige an den Stadtherrn und 9 an die Stadt fällig. Wenn dieser Wein nach Auswärts verkauft wurde, erhielt der Erzbischof 3 Weißpfennige und die Stadt 21. Wenn „ein Stück Wein“ in Limburg verkauft wird, erhält die Stadt einen Gulden, ebenso wenn ein Fremder Wein zum Verkauf von Außerhalb nach Limburg bringt. Außerdem wurde bestimmt, dass aus einem zum Ausschank angestochenen Fass kein anderes Fass zum Zweck des Verkaufs aufgefüllt werden dürfe.

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