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Datum: 14.05.2021

Thema Verkehr bewegt den Meilenstein

Ergebnisse der digitalen Bürgerinformation.

Parken, Geschwindigkeit und Sicherheit, das sind die drei Themen, die nach dem digitalen Bürgerdialog im Wohnquartier Meilenstein ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Und deshalb werden sie auch die zweite Runde, möglichst noch vor den Sommerferien und als Präsenzveranstaltung (wenn es die Corona-Pandemie zulässt), maßgeblich prägen.

Bürgerversammlung digital, neu aber durchaus machbar, wie das von Ulrike Hesse und Marcus Schenk moderierte Dialogforum unter dem Motto „Uns bewegt im Meilenstein …“ unter Beweis stellte. Rund 20 Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Quartier nahmen das Angebot an, um im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ all das zusammenzutragen, was ihnen beim Thema Verkehr so auf den Nägeln brennt. Ulrike Hesse, vom Förderprogramm begleitenden Büro Rittmannsperger, versprach zum Auftakt ein offenes Gespräch zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerinnen und Bürgern. „Wir suchen das gemeinsame Gespräche, um Lösungen zu erarbeiten. Ihre Erfahrungen als Betroffene, die vor Ort leben und am besten wissen, um was es geht, sind hierbei besonders wichtig“, machte Ulrike Hesse gegenüber den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern deutlich.

„Wir wollen in den direkten Dialog treten und dabei wichtige Erkenntnisse gewinnen“, sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn zum Auftakt. Das Thema Verkehr mit zugeparkten Straßen, zu hoch wahrgenommenen Geschwindigkeiten und wenig Schutzflächen gerade für Kinder solle dabei schnell auf die Tagesordnung gelangen, schließlich beschäftige es die Gremien der Stadt durchaus schon seit geraumer Zeit, ohne dass dabei bisher umsetzbare Beschlüsse herausgekommen seien. Das werde sich mit dem Bürgerdialog ändern, der sich über mehrere Treffen oder Meetings erstrecken soll. Mit umsetzbaren Ergebnissen sei dann im Frühjahr kommenden Jahres zu rechnen.

Parken und mehr

Der Auftakt stand dann ganz im Zeichen einer Themensammlung, wobei sich alle Problemfelder um das Thema Verkehr drehten. Die sehr diszipliniert und überaus  sachlich vorgetragenen Beschreibungen der Bewohnerinnen und Bewohner wurden in Haupt- und Unterthemen auf einer digitalen Pinnwand aufgeführt. Am meisten beschäftigt die Situation des Parkens, was später bei der Abstimmung zur Priorisierung nochmals deutlich wurde. Unter dem Problemfeld Parken listen sich dann einzelne Unterthemen wie wildes Parken, Anzahl der Parkplätze, Parksuchverkehr, Nutzung der eigenen Garagen oder auch Parkflächen außerhalb des Wohnquartiers.

In dem Wohnquartier mit nur einer zentralen Zufahrtsstraße gilt Tempo 30. Die gefahrenen Geschwindigkeiten werden von den Anwohnern jedoch als zu schnell wahrgenommen, sodass Maßnahmen notwendig seien, um die Geschwindigkeit zu begrenzen. In dem Ende der 1960er Jahre erschlossenen Areal sind die Straßen höhengleich ohne eigene Bürgersteige ausgestattet, die Anbindung an das Tal Josaphat ist nicht optimal und mehr. All dies lässt sich unter dem Begriff Straßenraum zusammenfassen. Ein bedeutender Aspekt ist für die Bewohner das Thema Sicherheit, denn gerade Kinder oder überhaupt Fußgänger seien sehr gefährdet, es fehle an Bewegungsraum und der Straßenraum sei oft schlecht einsehbar; auch abseits des Wohnquartiers gebe es mit der Anbindung an Blumenrod und der Querung der B8 noch wichtige Sicherheitsbelange.

Sehr hohe Wohnzufriedenheit

Eher als etwas weniger dringend werden die Themenfelder Kommunikation und alternative Mobilitätsformen von den Bewohnern eingestuft. Zur Kommunikation gehören erklärende Aspekte, wer zum Anwohnerparken berechtigt ist, wie die Mehrfamilienhäuser und deren Bewohner eingebunden werden und mehr. Zum Thema alternative Mobilitätsformen gehören die Anbindung an den ÖPNV, zukünftige Mobilitätsstationen und die Förderung von Fuß- und Radverkehr.

Die zusammengetragenen Themen werden nun von der Verwaltung konkret untersucht und dabei mit Daten und belastbaren Aussagen unterfüttert. Bei der nächsten Zusammenkunft sollen dann die Themen unter den Stichworten Parken, Sicherheit und Geschwindigkeit eingehend erörtert werden. Dazu gehört dann auch, widerstrebende Interessenslagen zu benennen und Handlungsspielräume zu klären. In weiteren Zusammenkünften sollen auch die übrigen Themen angegangen werden. Im Herbst/Winter könnten dann konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

Auch wenn Verkehrsprobleme vorhanden sind, die Bewohnerinnen und Bewohner des Meilensteins sprechen ihrem Wohnquartier eine hohe Qualität zu. Wie Marcus Schenk vom Quartiersbüro „Sozialer Zusammenhalt Limburg-Südstadt“ während des Meetings berichtete, ist die Zufriedenheilt hinsichtlich der Wohnqualität sehr hoch. In einer Befragung mit 88 beteiligten Haushalten sei eine Durchschnittsnote von 1,8 ermittelt worden. „Das ist erstaunlich gut“, so Schenk.

Verkehrsberuhigter Bereich?

In der digitalen Konferenz wies der 1. Stadtrat Michael Stanke auch darauf hin, dass es neben dem nun gestarteten Bürgerdialog auf Ebene der Verwaltung und der Politik ebenfalls Verfahren in Bewegung sind. Aktuell befinde sich eine Vorlage auf dem Weg in und durch die verschiedenen Gremien der Stadt, in denen die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs für das komplette Wohnquartier Meilenstein vorgeschlagen wird. Würde es zu einer entsprechenden Ausweisung kommen, wäre dies auch damit verbunden, dass auf den Straßen in dem Quartier nur noch Schrittgeschwindigkeit gefahren werden dürfte.