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Tilemann Elhen von Wolfhagen

Tilemann wurde vermutlich in Elhen bei Wolfhagen (ca. 1347)  geboren. Er widmete sich theologischen Studien in Mainz und Paris, empfing die niederen Weihen und war Geistlicher des Erzbistums Mainz sowie kaiserlicher Notar. Als solcher ist er von 1370 bis 1398 belegt. Da er aufgrund seiner Weihe nicht dem Zölibat unterlag, ehelichte er Grete aus der Limburger Familie Boppe, die erstmals 1394 nachweisbar ist.

Die Limburger Chronik aus der Feder des Tilemann gehört zu den herausragenden Werken spätmittelalterlicher Literatur. Der Leser erhält darin eine Vielzahl von Informationen über das Alltagsleben der Zeit wie auch die politischen Ereignisse.

Die erste Nachricht der Limburger Chronik handelt von einer Sturmkatastrophe am 28. Oktober 1336 (auf das Fest Simons und Judäa). Dieses Vorkommnis wie auch die meisten übrigen in der Chronik schildert der Autor vom Hörensagen. Mitunter sind seine Ausführungen sehr umfangreich und detailliert, was gerade bei dem, was sich zu seinen Lebzeiten abspielte, darauf schließen lässt, dass er hier persönlich Erlebtes schildert. Ein Beispiel dafür ist das Kapitel 107, in dem eine Gerichtsverhandlung wiedergegeben wird, die unter dem Vorsitz des Trierer Erzbischofs Kuno von Falkenstein und des Herrn Johann zu Limburg am 5. Juni 1374 in Limburg statt fand. Die Namen der Anwesenden werden ebenso wiedergegeben wie die Argumente, die die Parteien vorbrachten. Tilemann lässt dabei durchblicken, dass er dieser Verhandlung als Schreiber beiwohnte und die Urteile festhielt.

Die Limburger Chronik bricht plötzlich mit dem Jahr 1398 ab. Tilemann ist aber in Urkunden noch bis 1411 nachweisbar. Es wird vermutet, dass er das Aussterben der Herren von Limburg 1406 und der daraus resultierende Übergang der Stadt an das Erzbistum Trier zum Anlass nahm, die Arbeit nicht fortzusetzen. Trotz des abrupten Endes bleibt die Limburger Chronik ein nicht hoch genug einzuschätzendes literarisches Zeugnis für die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Tilemann verstarb nach 1411 in Limburg a. d. Lahn.

 


 

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