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Es geht weiter mit dem Limburger Schloss, der historische Komplex wird Baustelle. Bis zum Jahr 2020 sollen die Räume fertig gestellt werden, die vom Bischöflichen Ordinariat für die Dommusik angemietet werden. Sie verteilen sich auf den Kapellenbereich, den Wohnturm, den Renaissancebau sowie den Saalbau. Rund 2,5 Millionen Euro werden am Ende in das historische Gebäude investiert sein, um die Räume übergeben zu können.
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Ein Blick vom großen Turm des Doms auf das Schloss, das nach der Außensanierung nun mit seinen Innenbereichen zur Baustelle wird.
Damit sind die Arbeiten im Schloss jedoch noch längst noch nicht beendet, so Markus Saal, der in der Verwaltung für den Bereich Denkmalschutz zuständig ist. Insgesamt sind für die Arbeiten am und im Schloss rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Im Laufe der nun beginnenden Arbeiten sollen auch die Weichen für die weitere Sanierung gestellt werden. Dazu gehört unter anderem auch der Bereich der ehemaligen Scheune. Der Schlossgarten ist in der Kalkulation nicht berücksichtigt.

„Wir haben noch eine lange Strecke vor uns“, sagt der Erste Stadtrat Michael Stanke mit Blick auf die weiteren Arbeiten. Die neue Arbeitsphase beginnt mit einem Abriss beziehungsweise dem Ausbau der Treppe, die den Kapellenbau mit dem Wohnturm verbindet. Die Holztreppe, die aus jüngerer Zeit stammt, wird von einer modernen Konstruktion aus Stahl und Holz ersetzt. Die Kapelle als Keimzelle des Schlosses, stammt möglicherweise aus der Zeit vor dem Jahr 910 (erste urkundliche Erwähnung).

Offene Fragen bleiben

Das Schloss ist in verschiedenen Abschnitten errichtet worden und es gab wohl auch keinen genauen Plan, wie es einmal werden soll. Entsprechende Entdeckungen werden immer wieder gemacht, berichtet Markus Saal. „Es war einmal anders, aber wie es einmal war, wird an verschiedenen Stellen des Schlosses offen bleiben“, sagt er mit Blick auf einige Befunde, die sich nicht eindeutig erklären lassen.

Die nun anstehenden Arbeiten haben zum Ziel, Teile des Schlosses zu ertüchtigen beziehungsweise so herzurichten, dass eine Nutzung möglich ist. Dabei gilt es auch, noch Reste von „Zwischenzeiten“ zu entfernen. Zum Beispiel gibt es zahlreiche Einbauten, die mit der Nutzung im vergangenen Jahrhundert zusammenhängen, sei es Installationen für Toiletten oder ähnliches. Das muss alles raus.

Entlastung der Decke

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Das Kaminzimmer. Die Leitungen werden noch entfernt, sie stammen aus dem vergangenen Jahrhundert. Auf der Decke war reichlich Schutt verteilt, der beseitigt wurde.
Alte Sanitärinstallationen oder Elektroverkabelung können entfernt werden, aber was ist zum Beispiel mit einem Doppel-T-Träger aus Stahl, der als Unterzug vorhanden ist? Welche statische Funktion erfüllt er, wenn sichtbar keine Lasten abzufangen sind? Übernimmt er Aufgaben für marode Balken in der Decke? Es gilt nach Angaben von Saal im Rahmen der nun anstehenden Arbeiten auch noch einige schwierige und knifflige Fragen zu klären.

„Die Statik ist wichtig für das Gebäude. Wir werden noch einige Decken öffnen müssen, um Gewissheit zu bekommen“, so Saal weiter. Es gibt da durchaus schon einige Erfahrungen. Der Boden im sogenannten Kaminzimmer des Wohnturms ist zum Beispiel herausgenommen worden, um das darunterliegende Gewölbe zu begutachten. Rund sieben Tonnen Schutt sind dabei aus der Decke herausgeholt worden. Das Gewölbe wurde damit erheblich von Last erleichtert.

Die anstehenden Arbeiten sehen vor allem technische Gewerke vor, dazu gehört der Einbau der Heizung, eine neue Sanitärinstallation und natürlich auch eine zeitgemäße Elektroverkabelung. Aber auch der Austausch von Fenstern steht an. Die bestehenden Fenster sind zwar aus Holz, aber historisch nicht bedeutend. Es sind Fenster jüngeren Datums aus Weichholz und daher in einem Zustand, der einen Austausch dringend notwendig macht.

Sanierungsstart 2009

Spannende Wand- und Deckenfragmente hat Restaurator Sven Trommer bei seinen jüngsten Arbeiten im Schloss entdeckt. Nach Angaben des für den Denkmalschutz zuständigen Mitarbeiters der Stadtverwaltung ist vorgesehen, ein sogenanntes Sichtfenster anzulegen, um die verschiedenen Fassungen von Decken- und Wandgestaltungen zu zeigen.

Die Sanierung des Schlosses, das sich seit dem Jahr 2000 im Besitz der Stadt befindet, begann im Jahr 2009 mit Arbeiten an der zur Lahn hin liegenden Mauer und des Kreuzgewölbes im Renaissancebau, das schon deutliche Schäden zeigte. Arbeiten an den Dächern, der Fassade des Renaissancebaus und einiges andere schlossen sich an. Rund 1,9 Millionen Euro sind für die Sanierung und Bauunterhaltung des Schlosses in den Haushaltsjahren bis 2016 über den städtischen Haushalt und den Sonderhaushalt „Städtebauliche Sanierungsmaßnahme Westliche und Östliche Altstadt“ zur Verfügung gestellt worden.

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