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Die Straße durch das Gewerbegebiet ist breit, sehr breit. Und sie besteht keineswegs nur aus Asphalt, Betonsteinen und damit versiegelter Fläche, sondern auch aus einen Grünstreifen und Bäumen. Als „innovativ und vorbildlich“ lobte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich die Straße und die Entwicklung des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ in Offheim. Dass er sich dort aufhielt, hatte einen ganz offiziellen Anlass: Die Bauabnahme des zweiten Regenrückhaltebeckens in dem Gewerbegebiet.

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Ortstermin im Regenrückhaltebecken mit Hans-Jürgen Hering (RP Gießen), Peter Weiß (Ing.-Büro Artec, Straßenbau), Klaus Rohletter (Vorstandsvorsitzender der Albert Weil AG), Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Martin Schmidt-Bregas (Ing.-Büro Dr.-Ing. Bregas-Schmidt, Entwässerung), Erster Stadtrat Michael Stanke, Stefan Jung-Diefenbach (Vorstand Albert Weil AG), Martin Uphues (Leiter Tiefbauamt Stadt Limburg) und Alfred Talaska (Abteilungsleiter Kanalbau Stadt Limburg).
„Das hier ist keine Standardlösung“, sagte Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke in der Runde, der neben ihm und Ullrich noch Vertreter aus den Fachabteilungen des Regierungspräsidiums, mit Martin Uphues und Alfred Talaska Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts sowie Peter Weiß vom Ingenieurbüro Artec (Straßenbau) und Martin Schmidt-Bregas vom Ingenieurbüro Dr.-Ing-Schmidt-Bregas (Entwässerung) angehörten. Gastgeber für die Vorstellung der verschiedenen Projekte in dem Gewerbegebiet waren Klaus Rohletter und Stefan Jung-Diefenbach vom Vorstand der Bauunternehmung Albert Weil, die zu den ersten Ansiedlungen in dem Gewerbegebiet gehörte und in dessen Nachbarschaft sich die zwei bestehenden Regenrückhaltebecken befinden.

„Innovativ und vorbildlich“, das bezieht sich nicht nur auf das, was auf lange Zeit das Gebiet prägen wird, sondern auch die Art und Weise, wie es entwickelt wird. Rund 30 Hektar umfasst das Gewerbegebiet zurzeit, um weitere 30 Hektar soll es nach dem Willen der Stadt erweitert werden. Das stößt in dem betroffenen Stadtteil Offheim durchaus auch auf Widerstand, so Stanke. Umso notwendiger sei es, von dem bisherigen hohen ökologischen Standard nicht abzuweichen, und somit den Grünanteil in dem Gebiet zu erhöhen.

Gute Erreichbarkeit

Das Gewerbegebiet ist nach und nach entwickelt worden, wobei die Grundzüge mit den breiten und begrünten Straßen von vornherein festlagen. In drei Abschnitten ist das Areal erschlossen und ausgebaut worden, je nach Vergabe der einzelnen Grundstücke. Das geschah allerdings in einer recht kurzen Zeit. „Ein Volltreffer für die Stadt und die Region“, sagt Klaus Rohletter, der als Vorstandsvorsitzender der Albert Weil auf fünfeinhalb Jahren in dem Gebiet „Nördlich der Kapellenstraße“ zurückblicken kann. Mit 270 Mitarbeitern sei das Unternehmen umgezogen, in der Zwischenzeit sei die Zahl der Mitarbeiter auf 370 angewachsen. „Das haben wir nicht nur dem neuen Standort zu verdanken, doch der neue Firmensitz mit seiner sehr guten Erreichbarkeit hat durchaus Anteil daran“, verdeutlicht Rohletter.

Die Art und Weise der Erschließung mit Grünstreifen, Bewuchs wird auch die Stadt in die Pflicht nehmen. „Die Unterhaltung und Pflege des breit angelegten Mittelstreifens wird unsere Aufgabe auf Dauer bleiben“, sagt Stanke. Das könne den Anliegern nicht zugemutet werden und sei auch rechtlich nicht durchsetzbar.

Kontrollierter Abfluss

Ein Gewerbegebiet weist einen großen Anteil an versiegelten Flächen auf. Auf den Straßen, Parkplätzen oder auch den bebauten Flächen hat Regenwasser keine Möglichkeit, zu versickern. Regenwasser fließt daher schnell und in größeren Mengen ab. Dabei besteht die Aufgabe, einen kontrollierten Abfluss mit Ziel Lahn zu ermöglichen und eine Überschwemmung in tiefer gelegenen und besiedelten Bereichen zu vermeiden. Das wird in dem Gewerbegebiet „Nördlich der Kapellenstraße“ durch Regenrückhaltebecken erreicht, die wiederum das Wasser in den Käsbach einleiten.

Der Weg von den Rückhaltebecken zum Käsbach führt durch einen Kanal mit einem Durchmesser von 1,40 Meter unter der B49 hindurch in einen Geländeeinschnitt, in dem der Käsbach verläuft. Der Bach führt in normalen Zeiten kein Wasser mehr. Wie Martin Schmidt-Bregas ausführte, werden Regen- und Abwasser in dem Gewerbegebiet getrennt entsorgt. Die beiden bisher gebauten Rückhaltebecken haben ein Speichervolumen von rund 6500 Kubikmeter. Jedes Becken verfügt über eine gestaffelte Abflusssteuerung.

Es gibt einen Basisabfluss von 30 Litern pro Sekunde, bei Bedarf und großen Wassermengen kann der Abfluss auf 60 Liter pro Sekunde gesteigert werden, im Endausbau (wenn alle vier vorgesehenen Rückhaltebecken gebaut sind) sogar auf 140 Liter pro Sekunde. Dabei gilt das Regenwasser, das die Rückhaltebecken durchläuft, als behandelt. Dafür sorgt im Becken 1 eine Sedimentationsanlage.

Naherholung und Naturschutz

Die Planung der Regenrückhaltebecken hatte auch die Aspekte der Naherholung und des Naturschutzes zu berücksichtigen. Die ersten beiden Becken werden als Naherholungsgebiete genutzt. Es führen Wege durch die Anlage, es gibt nur wenige Zäune um die Bereiche der sogenannten Wasserlinsen, die stets Wasser beinhalten. Die leicht geneigten Hänge stellen keine Gefahr dar und die Becken selbst sollen sich zu einem Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung sind schon eingegangen. Eine Beleuchtung zum Beispiel, um dort auch im Dunkeln spazieren gehen zu können.

Wird das Gewerbegebiet erweitert, kommen noch zwei weitere Regenrückhaltebecken hinzu, die in der Freihaltezone unter der Stromleitung entstehen werden. Alle Becken sind hintereinander angelegt, so dass das Wasser immer in das darunterliegende Becken laufen kann, wenn das obere Becken gefüllt ist.

Weitere Informationen

Informationen dazu auch auf der Seite des Regierungspräsidiums Hessen unter https://rp-giessen.hessen.de/pressemitteilungen/rp-dr-ullrich-informiert-sich-%C3%BCber-regenr%C3%BCckhaltebecken-im-limburger-stadtteil.

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