Hilfsnavigation

Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Logo Stadt Limburg an der Lahn
title=
Ink, das ist das englische Wort für Tinte. Ink steht aber auch oft bei Tattoostudios. Tinte gibt es in vielen Farben, blau und schwarz sind wohl am meisten im Gebrauch. INK, unter dieser Bezeichnung arbeitet die Künstlerin Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, die in den nächsten Wochen einen Teil ihrer Bleichstiftzeichnungen in den Limburger Kunstsammlung präsentiert. Die mehrfach international und national ausgezeichnete Künstlerin bezeichnet sich als Autodidaktin, die über das Sehen gelernt hat. Ein Gespräch.
ink_adam_0992
Die Künstlerin und ihr Modell: INK Sonntag-Ramirez Ponce findet ihre Modelle oft in ihrem direkten Lebensumfeld, zum Beispiel für ihr Portrait »Adam (Jesus Christus Superstar)«.
Ink ist ein richtiges Wort, bedeutet im englischen Tinte, hat also eine Bedeutung. Wie kommen Sie zu dieser Bezeichnung?

INK Sonntag-Ramirez Ponce: Zum einen lässt mein Vorname Ingrid da schon gewisse Möglichkeiten zu. Es ist durchaus als eine Abkürzung zu lesen. Gleichzeitig weist INK ganz an den Anfang meines künstlerischen Tuns. In der Schule habe ich ganz viel mit Tinte gezeichnet, auch mit Tusche. Also ist der Name, die Bezeichnung INK durchaus nachvollziehbar. Schon in der Schule wurde ich INK gerufen.

Sie präsentieren in den Limburger Kunstsammlungen eine Auswahl ihrer Bleistiftzeichnungen. Das ist, vereinfacht gesagt, eine Welt in schwarz-weiß, dabei ist das Leben doch bunt.

INK: Durch das Weglassen von Farbe kann ich mich als Künstlerin jedoch auf das Wesentliche beschränken, die Gewichtung auf das lenken, was mir wichtig ist. Dadurch lassen sich Dinge zum Beispiel im Wesen einer Person sichtbar machen, die durch eine farbliche Darstellung völlig unmöglich sind, da Farbe oft den Blick in das Innere und damit auf das Wesentliche verhindert. Wer auf Farbe verzichtet, der reduziert. Das schärft den Blick aus das, was unter der farblichen Oberfläche ist.

Ein Gegenentwurf

Aber die Welt produziert ständig bunte Bilder. Wer im Netz und in den sozialen Medien unterwegs ist, ist einer wahren Bilderflut ausgesetzt. Und Dank der wunderbaren Bildbearbeitungsprogramm lässt sich alles noch schriller und peppiger darstellen, als es ohnehin schon ist.

INK: Sich auf schwarz-weiß einzulassen ist ein klarer Gegenentwurf zu der schnelllebigen Zeit mit den ständig wechselnden Bildern und Eindrücken, gegen das Laute und das Bunte. Immer bunter, immer schriller, das ist offensichtlich notwendig, um heute wahrgenommen zu werden. Ich möchte anhalten, bremse und fordere zum Stopp auf. Das ist notwendig, um sich ganz und gar dem einen zu widmen.

Das ist aber schon ein gesellschaftlicher Impuls, Auftrag.

INK: Natürlich. Die Aufforderung lautet: Rast nicht weiter, nehmt Euch Zeit, haltet ein, lernt Euch selbst kennen, erkennt Eure Schönheit, Kraft, Liebe und Verlässlichkeit. Das ist nichts, was ich im schrillen Außen finde, sondern nur mit dem Blick in das Innere.

Die Art des Arbeitens

ink_kramm_adam
Angeregte Diskussion über die ausgestellten Zeichnungen zwischen INK Sonntag-Ramirez Ponce und André Kramm, Vorsitzender des Freundeskreises für Bildende Kunst.
Mit Blick auf Ihre Zeichnungen drängt sich der Eindruck auf, das braucht viel Zeit.

INK: Vollkommen richtig. Meine Technik der Bleistiftzeichnung erfordert wirklich viel Zeit. Dabei geht es aber nicht nur um das Zeichnen, sondern zuvor schon um den Blick aus das, was ich zeichnen werde. Für mich ist es wichtig, mich von ganz weit anzunähern, bis der Blick schließlich durch die Lupe geworfen wird. Und mit jeder Veränderung der Entfernung ändert sich das, was ich erkenne und damit auch die Wiedergabe. Mit diesen unterschiedlichen Blicken will ich die Menschen in meine Zeichnungen hineinziehen.

Aber noch mal zurück zur Zeichentechnik.

INK: Ich arbeite in verschiedenen Schichten übereinander und mit verschiedenen Strukturen. Das sind Dimensionen, die der Malerei des 17 Jahrhunderts entlehnt sind und die die Zeichnung normalerweise nicht kennt. Ich muss allerdings sehr genau überlegen, was ich zuerst mache und in welcher Reihenfolge ich vorgehe.

Und wie muss ich mir Ihr Zeichenmaterial vorstellen? Es gibt bei Bleistiften unterschiedliche Härtegerade. Was sonst noch?

INK: Außer den unterschiedlichen Härtegeraden arbeiten die Herstellerfirmen mit verschiedenen Graffitzusammensetzungen. Von schwarz bis weiß reicht die Bandbreite der Möglichkeiten der Bleistiftzeichnungen. Hinzu kommt die Auswahl des Papiers. Ich arbeite mit einem ganz speziellen Papier, das speziell auf meine Art zu zeichnen abgestimmt ist. Schließlich lässt sich die Bleistiftspitze mit Schleifpapier in ganz unterschiedlichen Winkeln formen. Auch das hat Auswirkungen auf die Zeichnungen. Die Hälfte meiner Werkzeit ist die Beschäftigung mit dem Material und dessen Vorbereitung.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Die Seelenzeichnerin – INK Sonntag-Ramirez Ponce“ in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg lädt auch über die Ostertage zu einem Besuch ein: Samstag, Sonntag und Montag kann die Ausstellung in der Zeit von 11 bis 17 Uhr besucht werden; die generellen Öffnungszeiten: Montag und Dienstag: 8:30 bis 12 Uhr, Mittwoch: 8:30 bis 14 Uhr, Donnerstag: 8:30 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Freitag/Samstag/Sonntag 11 bis 17 Uhr. Die Kunstsammlungen befinden sich im Historischen Rathaus am Fischmarkt 21.

weitere Informationen