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Die am Donnerstag abgebrochenen Arbeiten am ehemaligen Schlossgarten in Limburg sind am Freitag von dem durch die Stadt beauftragten Unternehmen wieder aufgenommen worden. Begleitet wurde dies durch Kräfte der Polizei. Auch am Freitag hatten sich wieder einige Protestierende eingefunden.

Auf die Arbeiten in den ehemaligen Schlossgärten weist nun auch ein Schild hin. Am Freitag wurden die Arbeiten wieder aufgenommen.

Die Mitarbeiter des beauftragten Forstunternehmens waren am Freitag allein auf der Fläche des ehemaligen Schlossgartens. Sie bereiteten die noch weiter anstehenden Arbeiten vor, schufen Platz für schweres Gerät und die vorgesehene Fällung der Bäume. Kurz nach 10 Uhr war der Arbeitseinsatz beendet. Die Polizei begleitete die Arbeiten bis zum Schluss, Vorfälle gab es keine.

Die Arbeiten im ehemaligen Schlossgarten dienen dazu, das Areal zu räumen. Ursprünglich stand dabei das Ziel im Vordergrund, die Strukturen des ehemaligen Gemüse- und Kräutergartens wieder sichtbar zu machen und wieder als Kräutergarten zu nutzen. Zwischenzeitlich ist der Sicherheitsaspekt noch stärker in das Blickfeld geraten. Nach einer fachlichen Begehung Ende Januar und damit nach den Sturmereignissen zeigte sich, dass sich die Wurzelteller einiger Bäume schon gehoben haben. Insgesamt wurde der Baumbestand, es handelt sich vor allem um Rubinien, als auf Dauer nicht standsicher eingeschätzt. Diese bestätigte auch ein Baum- und Artenschutzgutachter, der den Baumbestand vor Beginn der Arbeiten in Augenschein nahm.

Ein endgültiges Konzept für die künftige Gestaltung und Nutzung liegt noch nicht vor, erst ist eine Bestandsaufnahme notwendig. Das geht aber erst, wenn die alten Strukturen mit der Terrassenbildung und den Mauern offen liegt. Dabei soll auch das Landesamt für Denkmalpflege mitwirken, das 2013 den Impuls zu Reaktivierung der Schlossgärten gab. Klar ist, dass die Anlage künftig öffentlich begehbar sein wird.

Positives Entwicklungspotential

Der bisherige Protest findet vor allem im Netz statt, dabei wird der Stadt unter anderem die Vernichtung eines Biotops vorgeworfen. Die Stadt hat daher auch beim Kreisverband des Naturschutzbundes Deutschland nachgefragt. In der Stellungnahme heißt es:

„Zum einen ist das Argument der Verkehrssicherungspflicht der Stadt Limburg nicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich könnte durch umstürzende Bäume eine Gefahr für die unterhalb liegende Kindertagesstätte entstehen.

Die beabsichtigte Rodungsmaßnahme der Stadt Limburg ist differenziert zu betrachten und auch aus Naturschutzsicht nicht unbedingt nachteilig. Der vorhandene, artenarme Baumbestand setzt sich vor allem aus Ahorn und Robinien zusammen. Die Robinie gilt als problematischer, invasiver Neophyt, der die Artenvielfalt bedrohen kann. Besondere Bäume, die als Charakterbäume zu erhalten wären, sind in dem Gelände nicht zu erkennen. Der Bestand an Brombeersträuchern hingegen sollte als Rückzugsmöglichkeit beispielsweise für Igel, Reptilien und Amphibien erhalten werden.

Das Freistellen der ehemaligen Schlossgärten vom Baumbestand kann bei entsprechender Gestaltung durchaus zu einer Erhöhung der Artenvielfalt und somit der Biodiversität auf diesen südöstlich exponierten Hangflächen führen. So ist etwa zu erwarten, dass beispielsweise besonders schützenswerte Zauneidechsen sich dort ansiedeln können. Auch die Anflugmöglichkeiten für die im Schloss vorhandenen Mauerseglerbrutplätze können sich verbessern.

Aus Sicht der Biodiversität und des Naturschutzes sehen wir nach derzeitiger, leider sehr kurzfristiger und vorläufiger Abschätzung, insgesamt durch die Entfernung des Baumbestandes durchaus auch positives Entwicklungspotential.“

Den Hinweis auf die Brombeersträucher und der damit gebotenen Rückzugsmöglichkeit für kleine Tiere wird die Stadt bei den noch anstehenden Arbeiten berücksichtigen.

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