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Viele Anregungen, Bedenken, Befürchtungen und auch Ängste äußerten Offheimer Bürger, als Bürgermeister Dr. Marius Hahn und Vertreter der Verwaltung die Pläne für eine Erweiterung des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ vorstellten. Das geschah im Rahmen einer Informationsveranstaltung im großen Saal des Bürgerhauses, in dem sich rund 200 Interessierte eingefunden hatten.

Die Zufahrt zu dem Gewerbegebiet »Nördlich der Kapellenstraße« führt über den Ovalo-Kreisel. Das 34 Hektar große Gebiet war innerhalb weniger Jahre besiedelt, die Stadt plant eine Erweiterung.

„Ich kann Sie nur auffordern, sich engagiert einzubringen. Wir wollen einen offenen Dialog“, machte Limburgs Bürgermeister gleich zum Auftakt deutlich. Dass die Offheimer Interessen und die der Gesamtstadt nicht deckungsgleich sind, das räumte Hahn ein und er zeigte Verständnis für die Offheimer Perspektive. Unter den anwesenden Bürgern aus dem Stadtteil gab es keinen, der sich für eine Erweiterung des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ aussprach. Allerdings zeigten sich in der Versammlung durchaus verschiedene Strömungen.

Vor allem aktive und ehemalige Mandatsträger sprachen sich dafür aus, sich aktiv einzubringen, um die bestmögliche Lösung für Offheim zu bekommen, wobei eine Erweiterung des Gewerbsgebiets als nicht verhinderbar eingeschätzt wird. Andere wiederum lehnten eine Erweiterung kategorisch ab, da damit Naherholungsbereiche verschwinden, alles zugebaut werde, steigende Verkehrsbelastungen befürchtet werden und die Erweiterung in einer langfristigen Perspektive keineswegs am Dehrner Weg ende. Gefordert wurde unter anderem auch, bei der Ausweisung von Gewerbegebieten Ausschau nach alternativen Standorten in anderen Stadtteilen zu halten.

Langfristige Entwicklung

Rund 200 Bürgerinnen und Bürger aus Offheim hatten sich zu der Informationsveranstaltung im Bürgerhaus eingefunden. Bei ihnen stößt die vorgesehene Erweiterung auf Ablehnung.

„Ich nehme mit, dass der Dehrner Weg den Offheimern sehr wichtig ist“, versprach Bürgermeister Hahn nach dem Hinweis aus der Versammlung, wonach der Weg den Offheimern heilig ist. Am Dehrner Weg, so Stimmen aus der Versammlung, müsse nun wirklich Schluss sein mit der Gewerbegebietsausweisung. Bis zu dieser ehemaligen Landesstraße zwischen Dehrn und Dietkirchen ist die Erweiterung des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ geplant. 37 Hektar ist das Erweiterungsareal groß, wie Annelie Bopp-Simon, Leiterin der Stabsstelle Stadtentwicklungs- und Bauleitplanung, verdeutlichte. Eine Fläche, die bereits seit 1983 im Flächennutzungsplan für eine gewerbliche Entwicklung vorgesehen ist.

Nach Angaben von Annelie Bopp-Simon sind mit der konkreten Umsetzung des ersten Abschnitts des Gewerbegebiets ab dem Jahr 2008 klare Vorgaben bezüglich der Gestaltung und Struktur des Gebiets gemacht worden. So beginne das Gewerbegebiet an der angrenzenden Wohnbebauung mit einer eingeschränkten Nutzung, lasse dann Gewerbeansiedlungen ohne Einschränkungen zu und entwickele sich in Richtung B49 zu einem Industriegebiet. Als Puffer zur Wohnbebauung sei eine Grünfläche vorgesehen.

Gewerbeflächen sind knapp

Oberhalb des bereits besiedelten ersten Abschnitts des Gewerbegebietes "Nördlich der Kapellenstraße" ist die Erweiterung vorgesehen.

Mit der sehr schnellen Besiedlung des ersten Abschnitts des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ ist nach Angaben von Ulrich Aumüller, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr, nicht zu rechnen gewesen. In dem Gebiet steht kein Grundstück mehr zur Verfügung. Und dort angesiedelt haben sich vor allem Unternehmen, die bisher schon am Standort Limburg vertreten waren (Blechwarenfabrik, Albert Weil, Moba, Genius), aus der nahen Umgebung kommen (Design 112, Weimer) oder sogar in Offheim ihren bisherigen Standort hatten (Schwenk).

Insgesamt verfüge die Stadt nur noch über sehr begrenzte Flächen zur gewerblichen Ansiedlung. Und was zum Beispiel im ICE-Gebiet noch zur Verfügung stehe, könne zum Beispiel produzierendem Gewerbe nicht zur Verfügung gestellt werden. Um entsprechenden Betrieben Möglichkeiten der Erweiterung, Umsiedlung oder auch einer Neuansiedlung zu geben, sei die Erweiterung des Gewerbegebiets „Nördlich der Kapellenstraße“ unumgänglich.

Ökologische Aufwertung

Ein wichtiges Thema ist natürlich die verkehrliche Anbindung eines erweiterten Gewerbegebiets. Nach Angaben von Jürgen Dumeier, Leiter des Amts für Verkehrs- und Landschaftsplanung, gibt es drei Möglichkeiten: eine Anbindung über den bestehenden Ovalo-Kreisel, der dann noch einmal erweitert werden müsste; eine Anbindung über den Dehrner Weg mit einer separaten Anbindung an die B49 oder aber mit einer Verkehrsführung über die bestehende Kreisstraße 521 zum Anschluss Dehrn/Ahlbach. Der Dehrner Weg solle bei keiner der Anbindungen eine freie Durchfahrt nach Offheim ermöglichen.

Ganz wichtig für den Fall einer Erweiterung des Gewerbegebiets ist nach Angaben von Dumeier auch die Umsetzung eines Naherholungskonzepts. Das bedeute neben dem eingeplanten Grüngürtel zwischen Ortsrand und Gewerbegebiet eine deutliche Aufwertung des Offheimer Wäldchens. Damit wurde begonnen, denn es ist aus der Fortbewirtschaftung herausgenommen worden und soll stärkere Erholungsfunktion übernehmen.

Auch der Bereich Urselbach soll über eine Renaturierung ökologisch aufgewertet werden. Alle Bereiche gilt es nach Angaben von Dumeier über Baumreihen, Blühstreifen und ähnliche Einrichtungen miteinander zu verbinden. Dazu ist durch die Stadt auch Grunderwerb notwendig. Und die in Zusammenhang mit der Ausweisung des Gewerbegebiets vorzunehmenden Ausgleichsmaßnahmen sollen auch auf Offheimer Gemarkung umgesetzt werden.

Wichtig für die Stadt

Das formelle Verfahren zur Ausweisung der Erweiterung ist noch nicht gestartet, allerdings kauft die Stadt schon seit Jahren Grundstücke an und hat auch in diesem Jahr Geld für den Ankauf weiterer Flächen vorgesehen. Bürgermeister Hahn ließ keinen Zweifel daran, dass die Erweiterung des Gewerbegebiets für Limburg wichtig ist. Er sagte nach der von Dr. Jürgen Schmitt (Nassauische Heimstätte ProjektStadt) moderierten Diskussion zu, die Ansiedlung von weiteren Unternehmen genau zu prüfen und auf eine nachhaltige und hochwertige Ansiedlung zu setzen. „Wir werden uns im weiteren Verfahren weiterhin den Bürgerinnen und Bürgern von Offheim stellen“, machte er deutlich.

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