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Das Salzlager ist gefüllt, die Fahrzeuge auf Winter umgerüstet und die notwendige Schulung haben die Mitarbeiter des Betriebshofs der Stadt Limburg ebenfalls schon hinter sich. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, Eis und Schnee können also kommen.

Christian Karnstedt (von links), Sven Recktenwald, Pasquale Monacis sowie Rene Dacyk erhalten die Einweisung an der Soleanlage, aus der die Streufahrzeuge versorgt werden. Sole und Trockensalz zusammen ergeben das sogenannte Feuchtsalz.

Es wird Winter, aber wann der in Limburg ankommt, das ist nicht klar. In den höheren Lagen der Mittelgebirge gab es schon Schnee, aber der war noch nicht von Dauer. Und bis die Schneefallgrenze bis auf die Höhe von Limburg (116 Meter über NN) sinkt, kann es noch dauern – muss aber nicht. Einsatzbereitschaft ist also gefragt. Und die Mitarbeiter des Betriebshofs stehen parat.

Auch wenn die Handgriffe schon oft gemacht wurden, die Montage von Räumschildern und Salzstreugeräten schon x-Mal ausgeführt wurde, bevor das alles in die Tat umgesetzt wird, steht erst einmal die Theorie an. Das ist Vorschrift und dient der Unfallverhütung, wie Michael Menier als Abteilungsleiter des Bauhofs verdeutlicht. Bei Eis und Schnee gilt es eben auf ein paar besondere Aspekte zu achten. Rund 60 Mitarbeiter des Bauhofs und der Stadtgärtnerei gilt es zunächst theoretisch zu schulen, anschließend folgt die Unterweisung in der Praxis, damit möglichst alle auch die Flüssigsalzanlage bedienen können.

Das gilt zum Beispiel auch für die Christian Karnstedt, Sven Recktenwald und Pasquale Monacis als Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sowie Rene Dacyk vom Bauhof, die als Gruppe gemeinsam von Menier an der Soleanlage eingewiesen wurden. Die Anlage fasst 10.000 Liter Sole, die aus Tausalz und Wasser hergestellt wird. Pro Fahrt werden mit den großen Lastwagen zwischen 2000und 2500 Liter von der Sole verbraucht. Die Anlage produziert ständig nach. Die Sole wird beim Streuvorgang dem Trockensalz beigegeben.

Prioritätenliste

Mit vier Streufahrzeugen sind die Mitarbeiter des Betriebshofs unterwegs, um die Straßen von Eis und Schnee zu befreien. Unterstützung kommt noch durch den Einsatz von Traktoren, die zur Schneeräumung eingesetzt werden. Auf rund 200 Kilometer addieren sich die Straßenkilometer, die vom Winterdienst des städtischen Betriebshofes zu räumen sind. Für Klaus Kunz, Leiter des städtischen Betriebshofs, eine ganz ordentliche Strecke, die es da im Blick zu halten gilt. Geräumt wird dabei nach einer klaren Prioritätenliste. Überörtlich wichtige Verbindungen, der Weg zum Krankenhaus, die Linienführung der Busse der Stadtlinie und anderer Verkehrsdienstleister, da ist der Winterdienst der Stadt gefordert. „Wir können nicht alle Straßen und Wege in der Stadt räumen“, macht Kunz deutlich. Aber er weiß auch, es wird auch in diesem Winter wieder viele Anrufe und Beschwerden von Bürgern geben, dass die Straße vor der Haustüre nicht geräumt wird.

Manchmal macht es auch Sinn, so Michael Menier, wenn die Prioritätenliste leicht geändert wird. Bevor das Streufahrzeug nach dem Räumen der wichtigsten Straßen in einem Stadtteil diesen zwei Stunden später noch einmal anfahren muss, um zwei kleine Straßen von nachrangiger Priorität zu räumen, werden die Straßen alle auf einmal geräumt und dann der nächste Stadtteil angefahren.

Handarbeit notwendig

Klassische Handarbeit ist dort angesagt, wo ein Einsatz von Fahrzeugen nicht möglich ist. Auf Gehwegen sind Kolonnen unterwegs, die mit der Hand streuen. Für sie gilt, dass sie dort Räumen und Streuen, wo die Stadt im Besitz der Immobilie ist oder es sich um öffentliche Bereiche handelt. Auch dort gibt es Wünsche von Bürgern, die Räum- und Streudienste der Stadt auszuweiten. In der Pflicht beim Räumen und Streuen stehen auch die Haus- und Wohnungsbesitzer. Im Bereich ihrer Anwesen haben sie für die Beseitigung der Gefahren durch Schnee und Eis zu sorgen.

Geräumt und gestreut wird von den Mitarbeitern der Stadt in der Zeit zwischen 5 und 20 Uhr beziehungsweise so, dass zu Beginn des einsetzenden Berufsverkehrs die wichtigsten Verkehrswege gestreut und geräumt sind. Außerhalb der üblichen Arbeitszeiten zwischen 5 und 20 Uhr gibt es bei Bedarf einen Bereitschaftsdienst, der bei Änderung der Witterungsverhältnisse mit Schnellfall und Eisbildung zum Streuen und Räumen zur Verfügung steht.

Einsatz von Feuchtsalz

Das Salzlager der Stadt ist mit rund 700 Tonnen gut gefüllt. Es gab Jahre, da ging es mit einem deutlich geringeren Vorrat in den Winterdienst. Da es dann aber mit dem Salznachschub haperte, hat sich die Leitung des städtischen Betriebshofes dafür entschieden, den Lagerbestand wieder zu erhöhen. Auch wenn das Lager gut gefüllt ist, der Verbrauch soll möglichst niedrig gehalten werden, ohne dass die Qualität des Winterdienstes leidet.

Auch die Stadt Limburg setzt dabei schon seit einigen Jahren auf den Einsatz von Feuchtsalz. Der Verbrauch gegenüber dem Streuen mit Trockensalz ist dabei deutlich reduziert worden. Feuchtsalz hat eine deutliche bessere Haftung auf dem Straßenbelag und rollt nicht wie das trockene Salz über die Fahrbahn. Dadurch erhöht sich auch die Tauwirkung ganz deutlich.

Wenn die vier Streufahrzeuge der Stadt unterwegs sind, dann sitzt neben dem Fahrer auch immer ein Begleiter. Auf Limburgs Straßen kann es im Winter ganz schön eng werden. Vor allem dann, wenn Fahrzeuge abends so geparkt werden, dass am frühen nächsten Morgen die Räumfahrzeuge nicht an ihnen vorbeikommen. Manchmal muss der Beifahrer beim Rangieren helfen, aber wenn es zu eng ist, dann geht es nicht weiter vorwärts.

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