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Der Verkehrsversuch ist beendet, die alte Lahnbrücke in Limburg ist wieder in beide Richtungen befahrbar. Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung ein deutliches Signal gesetzt. Er empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, sich für eine dauerhafte Einbahnstraßenregelung zu entscheiden. Sie soll nach der grundhaften Erneuerung der Brücke umgesetzt werden.

Die Fahrt in Richtung Westerwaldstraße/Weilburger Straße über die alte Lahnbrücke ist nach dem Ende der Versuchsphase wieder erlaubt. Der Magistrat spricht sich dafür aus, die Einbahnstraßenreglung auf Dauer einzurichten.

"Deutlich besser als erwartet“, fasste Jürgen Dumeier als Leiter des Amts für Verkehrs- und Landschaftsplanung die Versuchsphase, die vom 5. September bis 18. Oktober lief, vor dem Magistrat zusammen. Deutlich besser als erwartet bezieht sich auf die Akzeptanz der Regelung sowie die damit einhergehenden Veränderungen im Verkehrsfluss. Obwohl für den Verkehr stadtauswärts die alte Lahnbrücke nicht mehr zur Verfügung stand, gab es keine signifikanten Probleme, berichte Dumeier. Nach seinen Angaben es gab eine Reihe von positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung, vor allem von Anliegern aus der Westerwald- und der Weilburger Straße.

Die Ergebnisse des Verkehrsversuchs konnten schon vorgestellt werden, da die Verkehrszählung als ein entscheidender Faktor Ende September stattfand. Der Termin lag damit etwa in der Hälfte der Versuchsphase und war auch deshalb so gewählt, weil zu diesem Zeitpunkt sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz noch Schulunterricht war.

Durch die Sperrung der alten Brücke in Richtung Westerwaldstraße, Weilburger Straße und Wohngebiet Schleusenhang gab es eine Verlagerung von rund 2900 Fahrzeugen auf andere Straßen und Verbindungen. In die Verkehrszählung aufgenommen wurden fünf verschiedene Knotenpunkte in der Innenstadt.

Etwa 95 Prozent des verlagerten Verkehrs lassen sich genau verfolgen, allein rund 1000 Fahrzeuge nutzten das kurze Stück der Konrad-Kurzbold-Straße zwischen Kreisel und Schiede zur Auffahrt auf die Lichfield-Brücke. Leider fielen auch Fahrerinnen und Fahrer auf, die die alte Brücke entgegen der Einbahnstraße befuhren.

Mehr Platz für Fußgänger und Radler

Überraschend für Dumeier, dass die Innenstadt innerhalb des Schiederings durch die Sperrung der alten Lahnbrücke entlastet wurde, über die untere Diezer Straße und die Dr.-Wolff-Straße fuhren rund 500 Fahrzeuge weniger pro Tag in die Grabenstraße ein.

Wird die alte Lahnbrücke nur in eine Richtung befahren, dann steht mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung. Die aktuelle Verteilung der Verkehrsflächen birgt reichlich Konfliktpotential. 2826 Fußgänger passieren pro Tag die alte Brücke, so viele wurden im Rahmen des Verkehrsversuchs gezählt, die meisten von ihnen nutzen den Gehweg auf der Domseite. Eine Begegnung von Fußgängern mit Mobilitätseinschränkungen, die Gehhilfen wie Rollatoren benötigen, ist nicht möglich.

Für Radfahrer gibt es derzeit keine besonders gekennzeichneten Flächen. Sie müssen die Fahrbahn nutzen. Auf dem Weg in die Stadt versuchen viele Radfahrer die damit verbundene Steigung unter dem Torbogen zu umgehen, indem sie auf den Gehweg ausweichen, was jedoch nicht erlaubt ist. Bei der künftigen Gestaltung und Aufteilung soll es einen markierten Schutzstreifen für Radler geben.

Wie Dumeier im Magistrat mitteilte, gibt es gute Chancen, dass die angestrebten Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr finanziell bezuschusst werden. Das Land Hessen hat ein neues Förderprogramm unter dem Motto „Nahmobilität“ aufgelegt, aus dem Gelder zu erwartet seien. Die Möglichkeit des Baus einer weiteren Brücke für Fußgänger und Radler rückte für den Magistrat dagegen in weite Ferne. Die ebenfalls vorgelegten Daten und Studien für einen Brückenneubau wurden von dem Gremium aufgrund der zu erwartenden Kosten von drei Millionen Euro und mehr als überaus kritisch eingestuft.

Ausweichmöglichkeit Autobahnbrücke

Im Magistrat gab es zudem eine Diskussion darüber, was während der Bauzeit der neuen Lichfield-Brücke geschieht (ab dem Jahr 2022 vorgesehen). Sich der Möglichkeit zu berauben, den Verkehr auch über die alte Brücke aus der Stadt zu leiten, wurde kritisch gewürdigt. Nach Darstellung von Jürgen Dumeier hat sich während der vergangenen Sanierung der Lichfield-Brücke gezeigt, dass der Verkehr auch über einen Brückenteil geleitet werden kann, ohne dass es zu nennenswerten Verkehrsproblemen gekommen ist. Und jeweils ein Brückenteil stehe während der Arbeiten zur Verfügung. Gegen Stausituationen in der Stadt bei Unfällen auf der Autobahn könne sich die Stadt nicht wappnen.

Ergänzend dazu verweist Johannes Laubach, Sprecher der Stadt Limburg, auf die neu geschaffene Möglichkeit auf der Autobahnbrücke. Dort stehe in beide Fahrtrichtungen ein gesonderter Fahrstreifen zwischen den Anschlussstellen Limburg-Süd und Limburg-Nord zur Verfügung. „Das ist quasi wie eine zusätzliche Brücke“, beschreibt Laubach diese separate Fahrspur.