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Es war sportlich und festlich, informativ, anerkennend, partnerschaftlich und schließlich auch zukunftsweisend. Ste. Foy war der Ort, an dem sich Menschen aus Limburg, dem englischen Lichfield und eben auch aus Ste. Foy zusammenfanden. Es galt Partnerschaften zu würdigen und zu feiern, die seit 50 Jahren (zwischen Ste. Foy und Limburg) und seit 25 Jahren (da kam Lichfield noch hinzu) bestehen. Seit Jahrzehnten schaffen die Städtepartnerschaften Verbindungen über Grenzen, führen zu Freundschaften und vermitteln andere Perspektiven.

Bunt geht es nicht nur wegen der Servietten und den kleinen Fähnchen auf den Tischen zu, bunt gemischt ist auch die Besetzung an den Tischen aus Deutschen, Engländern und Franzosen.

Es galt also etwas zu feiern in Ste. Foy. Und die Gastgeber zeigten sich gut vorbereitet, warteten mit Zeremonien und Feiern auf, hatten Freizeit- und Besichtigungsprogramme zusammengestellt, einen Freundschaftsabend organisiert, luden zu sportlichen Vergleichen an der Tischtennisplatte und auf dem Hockeyplatz ein und nahmen zahlreiche Gäste in Familien auf. Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der zusammen mit dem Ersten Stadtrat Michael Stanke sowie Werner Bendel, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, die Delegation aus Limburg anführte, setzte ein klares Zeichen für den Fortbestand der Partnerschaft. Er sprach die Einladung zu dem nächsten großen Treffen in Limburg aus, das im September 2020 stattfinden soll.

Die Tage in Ste. Foy wertet Michael Stanke als „klares Bekenntnis zur Partnerschaft zwischen allen drei Städten.“ Im Vorfeld durchaus vorhandene Bedenken, es könne möglicherweise nicht weitergehen, zerstreuten sich. Aus allen Delegationen gab es klare Signale. Die zurückliegenden Jahre wurden gewürdigt, Ideen für die Zukunft entworfen beziehungsweise in Ansätzen schon umgesetzt.

Besondere Atmosphäre

Mit viel Einsatz sind die Jugendlichen Hockeyspielerinnen und -spieler bei der Sache. Die Begegnungen wurden zwischen den Mädchen des LHC und Jungs aus Ste. Foy, mit Verstärkung aus Limburg, ausgetragen.

Astrid Siegel, in der Limburger Stadtverwaltung Ansprechpartnerin und Koordinatorin für alle Partnerschaftsangelegenheiten, zeigte sich von der lockeren und gastfreundlichen Atmosphäre sehr angetan. Und der Freundschaftsabend mit rund 400 Teilnehmern sei „einfach toll gewesen“. Ein sehr ansprechendes Unterhaltungsprogramm, viele Gespräche mit Franzosen und Engländern und dazu eine exzellente französische Küche.

„Es war schön, die alten Freunde wiederzutreffen“, sagt Doris Huber, die im Partnerschaftsverein den Arbeitskreis Ste. Foy leitet. Als besonders beeindruckend für sie bleibt der Gottesdienst in Erinnerung, wegen seiner besonderen Atmosphäre und weil sich das Partnerschaftstreffen auch einem breiteren Publikum öffnete.

Vor dem festlichen Freundschaftsabend gab es am Morgen durch die Europaabgeordnete Francoise Grossetete und Denis Reynaud, Ehrendekan der Philosophischen Fakultät Lyon, Einblicke in das seit 30 Jahren existierende Austauschprogramm Erasmus. Während es sich in der Vergangenheit vor allem auf den Austausch von Studierenden konzentrierte, wird es in Zukunft vermehrt darum gehen, auch einen Austausch von Auszubildenden zu ermöglichen.

Feinde wurden Freunde

Zu einem Geburtstag gehören auch Geschenke. Bürgermeister Dr. Marius Hahn überreicht an seine Kolleginnen Véronique Sarselli und Janice Greaves ein Erinnerungsblatt mit dem Sonderstempel der Deutschen Post, der als Bildmotiv die drei Wappen der Städte verwendet.

Im Rahmen des Festabends, an dem natürlich die Limburger Delegation mit Vertretern der Feuerwehr, vielen Mitgliedern des Partnerschaftsvereins, Aktiven des TTC Offheim und des LHC teilnahm, würdigte Bürgermeister Hahn die Leistung, aus ehemaligen Feinden Freunde werden zu lassen. „Franzosen, Engländer und Deutsche haben ihre Wohnungen, Häuser und vor allem ihre Herzen geöffnet. Aus anfänglichen Vorbehalten, Unsicherheiten oder gar Ängsten sind schnell Neugierde und Offenheit im Umgang entstanden“, sagte er.

Und es gebe auch außerhalb der alle drei Jahre stattfindenden großen Treffen Zeichen der Partnerschaft. In diesem Jahr habe ein junger Student aus Ste. Foy sein Praktikum in Limburg absolviert, eine Delegation der Feuerwehr aus Ste. Foy sei zu Besuch beim Jubiläum in Limburg gewesen und die Lichtillumination des Lichfielder Künstlers Peter Walker am Limburger Dom und der Auftritt der Cathedral Choristers stehen noch aus.

Nach Einschätzung von Véronique Sarselli, Bürgermeisterin von Ste. Foy, hat es die Partnerschaft geschafft, sich stets weiterzuentwickeln. Zeugnisse dafür seien der ständige Austausch zwischen der Kreismusikschule Limburg und der Musik- und Tanzakademie in Ste. Foy oder auch die Kontakte auf der Ebene des Sports. Eine Konstante in der Partnerschaft sind natürlich auch die Feuerwehren. Die Bürgermeisterin machte aber auch deutlich, dass es gilt, über die Partnerschaft nachzudenken, wie sie gepflegt und zukunftsfähig gemacht werden kann.

Zukunftsperspektiven

: Zum bunten Ausflugs- und Besichtigungsprogramms während des Partnerschaftstreffens gehörte auch eine Fahrt mit dem Schiff auf der Saône. Alle Fotos: Emile Zeizig.

Die weitere Entwicklung war auch Thema im Rahmen eines Arbeitsgesprächs, an dem die Spitzen der Stadt sowie der Partnerschaftsvereine beziehungsweise die beauftragten Verwaltungsmitarbeiter teilnahmen. Ob Treffen in der Größenordnung mit Delegationen von 70 und mehr Personen noch machbar und sinnvoll sind, wurde ebenso angesprochen wie das Ziel, die Jugend und die Heranwachsenden vermehrt zu gewinnen. Das kann nach Einschätzung von Astrid Siegel nur gelingen, wenn sich die Schulen in allen drei Städten stärker engagieren. Einige Ansätze dazu sind bereits vorhanden.

Zu dem Treffen gehörte auch ein Gottesdienst, der nicht nur ökumenisch gefeiert, sondern auch in drei Sprachen abgehalten wurde. Das traf auch auf die Lieder zu, wobei die eingeblendeten Texte das Mitsingen erleichterte. Und wenn das „Vater unser“ gleichzeitig in drei verschiedenen Sprachen gebetet wird, dann ist das auch schon ein besonderes Erlebnis.

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