Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Die schlechte Luft in Limburg ist vor allem auf den Kraftfahrzeugverkehr zurückzuführen. Viele Fahrten sind allerdings notwendig und lassen sich kaum verhindern. Doch wer in der Stadt unterwegs ist, dem bieten sich durchaus Alternativen an. Zum Beispiel mit dem öffentlichen Personennahverkehr: Die Stadtlinie ist mit ihren Bussen unterwegs und wenn die Busse nicht mehr fahren, dann steht das Anrufsammeltaxi (AST) zur Verfügung. Allerdings sind gerade dessen Fahrgastzahlen so niedrig, dass es kaum zu einer Entlastung kommt. „Das ist für uns keineswegs befriedigend, deshalb wollen wir das Anrufsammeltaxi attraktiver machen. Unser Ziel sind rund 550 Fahrgäste pro Monat“, sagt der Erste Stadtrat Michael Stanke in seiner Funktion als Betriebsleiter der Stadtlinie.

Das Anrufsammeltaxi soll ab dem 10. Dezember für die Fahrgäste attraktiver werden.

Das neue Konzept wurde nun im Magistrat vorgestellt und ist von dem Gremium mit einem positiven Votum in die Beratungen der Ausschüsse und der abschließenden Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung geschickt worden. Künftig soll das Anrufsammeltaxi alle Haltestelle in der Innenstadt und den Stadtteilen anfahren (Ausnahme bleibt das ICE-Gebiet, da hier eine separate Buslinie auch Spätabends verkehr). Bisher war das AST nur zwischen bestimmten ausgewählten und speziell ausgeschilderten Haltestellen unterwegs. Weiterhin ausgeschlossen ist allerdings eine Haustürbedienung. Zwischen den Haltestellen wird das Anrufsammeltaxi während seiner Betriebszeit abends und am Wochenende nicht nach einem vorgegebenen Fahrplan wie bisher unterwegs sein, sondern die Haltestellen variabel und damit nach konkretem Bedarf anfahren.

Zukünftig entfällt auch ein Zuschlag, der pro Fahrt für eine AST-Fahrt erhoben wurde (1,50 Euro). Was bleibt, ist eine Voranmeldung. Wer mit dem AST fahren will, muss dies spätestens 45 Minuten vor Fahrtantritt anmelden, bisher lag die Vorbestellfrist bei einer Stunde. Ohne Voranmeldung soll es ab dem 10. Dezember jedoch möglich sein, das Angebot zu festen Zeiten am ZOB West zu nutzen. In dem Fall wird das Anrufsammel-Taxi zu einem Anschluss-Linientaxi, denn die festen Zeiten sind an die Ankunftszeiten von Zügen (zwischen 20:18 und 21:48 Uhr) gekoppelt. Bisher war ein Anschluss nach einer Zugfahrt nur mit Voranmeldung möglich.

Als im Frühjahr 2015 das Anrufsammeltaxi in Limburg an den Start ging, da gab es die Erwartung von über 1500 Fahrgästen pro Monat. Die Prognose beruhte auf einer zuvor durchgeführten Umfrage in den Limburger Haushalten mit einer extrem hohen Rücklaufquote und der Bereitschaft, das neue Angebot zu nutzen.

Umsetzung ab 10. Dezember

Doch mit dem Erfahrungsbericht im April 2016 und der aktuellen Bestandsaufnahme zeigte sich eine deutliche Lücke zwischen den erwarteten und den tatsächlichen Fahrgastzahlen, die lagen bei nur 116 Fahrgäste pro Monat. Das machte konzeptionelle Überlegungen notwendig, die nun in einem von der IG Dreieich Bahn überarbeiteten Konzept münden. Mit den zu erwartenden Fahrgastzahlen ist die Stadtlinie deutlich nach unten gegangen. Findet das Konzept die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, dann soll es mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember umgesetzt werden.

Wie Stanke im Magistrat verdeutlichte, ist das Anrufsammeltaxi auch vor der aktuellen Situation hinsichtlich des Luftreinhalteplans ein wichtiges Angebot, um den ÖPNV zu stärken. Allerdings wissen die Verantwortlichen der Stadtlinie auch, dass der Umstieg in einer ländlichen Region vom Auto in Bus oder auch Bahn oft schwer fällt, denn das Auto gehört zum Haushalt und steht quasi unbegrenzt zur Verfügung. Der Umstieg, davon ist Stanke überzeugt, lässt sich daher nur durch ein attraktives Angebot erreichen. Dazu will das Anrufsammeltaxi in Limburg mit seinen Verbesserungen ab dem 10. Dezember beitragen.

Wird die neue Konzeption umgesetzt, kalkuliert die Stadtlinie mit jährlichen Kosten in Höhe von 105.000 Euro. Das sind rund 55.000 Euro mehr als bisher. Kosten entstehen durch die Vermittlungszentrale des AST, durch die Verkehrsleistungen und durch das Zusatzangebot des Anschluss-Linientaxis.

Für das Anrufsammeltaxi in Limburg sind normale Taxis in der Stadt unterwegs, die außerhalb der Betriebszeit der Stadtlinie abends und am Wochenende in der Innenstadt und in den Stadtteilen Fahrgäste befördern. Dabei kann es vorkommen, dass sich mehrere Nutzer ein Taxi teilen.