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Ein Golfplatz im Schirlinger Feld in Staffel? Ein Limburger Sommerthema. Ganz bewusst. Der Magistrat hatte sich vor der Sommerpause vom Golfclub Eschhofen das Konzept für einen Platz im Schirlinger Feld auf dem Gelände der ehemaligen Staudengärtnerei vorstellen lassen und das Ganze zur Beratung in die Fraktionen gegeben. Nicht nur auf Ebene der gewählten Politik ist der Golfplatz ein Thema, inzwischen hat sich auch eine Bürgerinitiative gebildet, deren Ziel es ist, den Platz zu verhindern. Vertreter der Initiative waren nun bei Bürgermeister Dr. Marius Hahn zum Gedankenaustausch.

Golf im Schirlinger Feld in Staffel? Bisher hat der Golfclub lediglich ein Konzept vorgestellt. Es gibt noch kein formelles Verfahren.

„Es ist noch nichts entscheiden. Ein formelles Verfahren ist noch gar nicht gestartet“, machte Bürgermeister Hahn deutlich. Es gäbe weder Beschlüsse, noch Vorlagen, konkrete Planungen oder ähnliches. Es gibt lediglich die Idee des Golfclubs, die er im Rahmen eines Konzepts vorgestellt hat, so Hahn zum aktuellen Stand. Und es müsse möglich sein, Ideen vorzustellen und diskutieren zu lassen.

Im Magistrat gab es grundsätzlich positive Rückmeldungen zu einem Golfplatz. Bürgermeister Hahn teilt diese Grundeinschätzung, denn ein Golfplatz sei durchaus eine Bereicherung im Freizeitangebot der Stadt. Und der Verein habe bei der Vorstellung verdeutlicht, hohe Standards im Bereich Ökologie umsetzen, aktive Jugendarbeit zu betreiben und ein Miteinander mit dem bisherigen Freizeitverhalten im Schirlinger Feld suchen zu wollen.

„Es ist das Recht der Bürger, sich zu positionieren“, machten die Vertreter der BI deutlich. Auch wenn es noch kein formelles Verfahren gebe, die Meinungsbildung zu einem Golfplatz finde statt, der Prozess sei im Gang und deshalb halten es die Initiatoren der BI auch für geboten, sich öffentlich zu positionieren, das Gespräch mit den Fraktionen zu suchen und an der öffentlichen Diskussion teilzunehmen.

Ablehnung durch Bürgerinitiative

Die BI lehnt einen Golfplatz im Schirlinger Feld ab, da mit ihm wertvolle und von der Landwirtschaft genutzte Flächen verloren gehen. Die Flächen sollen weiterhin der Erzeugung von Lebensmitteln dienen. Die Vertreter/innen der BI wiesen in diesem Zusammenhang auf den bereits vorhandenen hohen Flächenverbrauch zur Ausweisung von Industrie- und Gewerbeflächen hin. Kritisch wird auch das mit dem Golfplatz verbundene Verkehrsaufkommen bewertet. Eine Zunahme des Verkehrs sei zu erwarten. Befürchtet wird zudem, dass das vom Golfclub angestrebte Miteinander in der Praxis jedoch zu einer Ausgrenzung von Nutzergruppen auf dem Areal führt, auf dem gespielt wird. Ein Stichwort ist dabei die Unfallgefahr, die in direkter Nähe des Parcours bestehe.

Bürgermeister Hahn sicherte in dem Gespräch zu, dass diese Punkte in dem weiteren Verfahren, sofern es dazu kommen sollte, auf jeden Fall beachtet werden. Die Politik werde im Herbst eine Grundsatzentscheidung darüber treffen, ob der Golfclub sein Konzept in eine konkrete Planung entwickeln kann. Dabei sei natürlich auch der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen ein wichtiges Kriterium. Möglicherweise ließen sich Ersatzflächen finden. „Das Verfahren derzeit ist offen“, machte Hahn noch einmal deutlich, der Verständnis für die Gründung einer BI zeigte, um mit einer kritischen Stimme an der aktuellen und möglicherweise künftigen Diskussion teilzunehmen und sich Gehör zu verschaffen.

Zunächst Eppenau

Nach dem Konzept des Golfclubs soll auf einer Fläche von 15 bzw. 20 Hektar eine Neun-Loch-Anlage entstehen, die bei entsprechender Mitgliederentwicklung und Flächenverfügbarkeit auf eine Anlage mit 18 Loch erweiterbar sein soll. Das Gelände der ehemaligen Staudengärtnerei reicht dazu nicht aus, es müssen weitere Flächen zur Verfügung stehen. Der Golfclub hatte zunächst eine Anlage in der Eppenau zum Ziel, die Bedingungen dort sind jedoch sehr schwierig und schließen das Anlegen eines Golfplatzes faktisch aus.

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