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Hella Birker inmitten der Bachforscher. Mit den Teesieben wird das Wasser durchkämmt und die Lebewesen rausgefischt. Nachdem sie bestimmt worden sind, wird das Tierchen im Protokoll festgehalten.

„Alle Tiere sind vollkommen harmlos“, versichert Hella Birker ihren jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. Noch ist alles Theorie, aber gleich geht es an den Bach. Dort ist eine Gewässeruntersuchung

angesagt. Das Wetter ist prächtig. Immer wieder gibt es Schauer. Genau richtig, dann werden nicht nur die Füße nass.

„Bachtag“, das ist ein Angebot im Rahmen der Ferienbetreuung „Naturforscher unterwegs“, die von der Stadtjugendpflege angeboten wird. An den Vortagen wurden bereits Insekten am Greifenberg bestimmt und Fossilien in Löhnberg ausgegraben. Spannende Waldtage in Weyer und Weilburg stehen den Kindern noch bevor.

Sandra Hoffmann und Christian Spiegelberg von der Limburger Stadtjugendpflege haben sich für diesen Tag Verstärkung geholt, Hella Birker ist Mitarbeiterin des Landkreises und dort als Umweltberaterin aktiv. Und was im Bach so abgeht, davon kann sie einiges erzählen. Doch Spielerei ist das alles nicht „Wir bestimmen mit den gefundenen Tieren die Gewässergüte“, erzählt sie und hält verschiedene Tafeln in die Höhe, auf der Bachflohkrebse, Eintagsfliegen oder Rollegel, Wasserasseln und vieles mehr abgebildet sind.

Die Abbildungen sind viel größer als die winzig kleinen Tiere selbst. Damit die besser bestimmt werden können, präsentiert Hella Birker ihren Bachforschern auch ein spezielles Hilfsgerät: Eine Lupe, in die Wasser eingefüllt wird und die Blicke von unten und der Seite ermöglicht. Und mit der Lupe lässt sich auch erkennen, wie viele Beine die Tierchen haben, ob sie über Kiemen atmen und vieles mehr.

Fin ist mit dabei und hat schon Erfahrung, hat eine Gewässeruntersuchung mit Hella Birker schon erlebt. Dass Protokoll geführt wird, darauf werden die gesichteten und genau bestimmten Lebewesen zahlenmäßig erfasst, weiß er schon. Pro „Forschergruppe“ ist ein Protokollführer notwendig. Die anderen aus der Gruppe müssen erst einmal in den Kasselbach steigen und Wasser schöpfen. Helene, Jasi und Hanna übernehmen mit anderen die Aufgabe und steigen dort in den Bach, wo es möglichst klares Wasser gibt. Mit dem geschöpften Wasser geht es ans Ufer. Dann kommt das kleine Teesieb zum Einsatz. Das Sieb wird durch das Wasser gezogen und in ihm bleiben dann die kleinen Tierchen hängen.

Der Kasselbach im Tal Josaphat ist der Gegenstand der Untersuchung. Zunächst muss Wasser aus dem Bach geschöpft werden.

„Vielleicht ist auch eine Spitzschlammschnecke dabei“, sagt Hella Birker. Die Aussichten, sie im Kasselbach zu finden, sind nicht so gut. Das sieht in der Lahn, in die der Kasselbach fließt, deutlich besser aus. Dort findet sich die Spitzschlammschnecke häufig. Das ist auch gut so, denn die Schnecke ist ein Leckerbissen für Aale. Und Aale gibt es in der Lahn – im Kasselbach nicht.

Manche Tiere leben im Wasser an und unter Steinen. Da gilt es für die Bachforscher vorsichtig zu sein. Jeder Stein muss nach der Untersuchung auf jeden Fall an seinen Platz zurückgelegt werden und die daran befindlichen Tiere müssen auch sofort ins Wasser, denn ansonsten ist ihr Leben schnell beendet.

Natürlich gibt es viele Fragen: „Ist das eine Wasserassel?“, „Sind die Larven noch im Köcher?“, doch die Kinder sind auch genaue Beobachter. So viele Beine, das muss ein Bachflohkrebs sein. Und der schielende Strudelwurm findet sich auch, erkennbar ist er für die Bachforscher an seinem dreieckigen Kopf. Die ganze Arbeit führt auch zu einem Ergebnis: Der Kasselbach weist nach der Auswertung die Gewässergüte 1,9 auf.

Im Rahmen der Ferienbetreuung macht die Stadtjugendpflege ganz unterschiedliche Angebote an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahren. Die verschiedenen Angebote wie Kreativtage, Natur, Walderlebnistage, Unternehmen entdecken oder auch die integrative Kinderfreizeit auf einem Bauernhof. Die Ferienbetreuung der Limburger Stadtjugendpflege endet am 11. August. Im Herbst stehen dann die nächsten Ferienfreizeiten auf dem Programm. Für die Veranstaltung „Kickern und Kochen“ in der Zeit vom 9. bis 13. Oktober gibt es noch freie Plätze für Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren. Interessierte können sich per Mail an Christian Spiegelberg wenden (christian.spiegelberg@stadt.limburg.de)