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Der Schafsberg ist Naherholungsgebiet, Spielfläche, Ort des Lernens und des Lebens, Standort und dabei nur knapp über 35 Hektar groß. Damit er all das bleibt und vieles von dem, was er bietet (Alleen, Vielfalt, historische Spuren) auch künftig noch vorhanden ist, muss eingegriffen werden.

Ein dichtes Wegenetz durchzieht den Schafsberg, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts teilweise parkähnlich angelegt wurde. Die ökologische Vielfalt ist ebenso in Gefahr wie Sichtbeziehungen und historische Spuren der parkähnlichen Anlage.

„Freiraumentwicklungskonzept Naherholungsgebiet Schafsberg“ ist die etwas sperrige Formulierung für das, was dort angesagt ist oder besser sein könnte. Wie sich eine etwas umständliche Beschreibung sehr anschaulich und nahvollziehbar mit Worten, Skizzen, Plänen beschreiben lässt, zeigte Ralf Habermann im Sitzungssaal des Rathauses. Der Landschaftsarchitekt hatte die Aufgabe, den eingeladenen Mandatsträgern und den Mitgliedern des Runden Tisches zur Entwicklung des Schafsbergs vorzustellen, wie die Zukunft des Schafsbergs aussehen könnte.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn bezeichnete bei der Begrüßung den Schafsberg als ein wichtiges Gebiet für die Stadt, dessen Entwicklung schon länger in der Diskussion. Ihm eine Zukunft zu geben, sei ein „ambitioniertes Vorhaben“. Dass es Geld kosten wird, die Stadt es sich auch etwas kosten lassen muss, daran ließ Habermehl keinen Zweifel. Aber es sei ratsam, in Etappen vorzugehen, es gebe Förderprogramm, aus denen eventuell Gelder abgerufen werden könnten und es könne Synergieeffekte geben, wenn zum Beispiel Arbeiten des Forstes anstehen und sie für genutzt werden können.

Deutliche Veränderungen

„Es zeigen sich deutliche Veränderungen“, machte Habermann vor einer doch recht überschaubaren Zahl an Zuhörer/innen deutlich. Es sind vor allem negativen Veränderungen: Die pflanzliche Vielfalt reduziert sich, Blickbeziehungen von ausgewählten Aussichtspunkten gehen verloren, die historische Gestaltung verschwindet. Der Schafsberg „verwaldet“. Das heißt: Was im Wald gut wächst, breitet sich aus und verdrängt Strukturen, die in dem eher parkähnlich angelegten Schafsberg Tradition haben.

Es gibt auf dem Schafsberg allerdings auch Wald, den Habermann als unantastbar bezeichnet. Rund um das Krankenhaus gruppieren sich die ältesten Bäume, die teilweise über 160 Jahre alt sind. Allerdings hält er einen Eingriff unter bestimmten Voraussetzungen für vertretbar. Nach dem Auftrag zur Erstellung des Konzepts kam durch einen Haushaltsbegleitbeschluss noch der Auftrag, die Anlage eines Schrägaufzugs zu bewerten, der vom Krankenhaus zu einem Parkplatz in der Mozartstraße führen soll. So etwas ist nach Angaben von Habermann denkbar, wenn an anderen Stellen auf Wege verzichtet wird und die Betretung des Waldes reduziert wird.

Licht und Schatten

Als alter Bestand wird auch das bezeichnet, was im Rahmen einer „bürgerschaftlichen Aktion“ zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts auf dem Schafsberg gepflanzt worden ist. Alleen mit Kastanien und Linden, besondere Bäume und Sträucher. In dem jungen Waldbestand, unter 40 Jahre alt, zeigten sich schon die Tendenzen der Ausbreitung. Damit gehe aber das bewusst angelegte Spiel von Licht und Schatten verloren.

Die Schaffung von Waldlichtungen hat für Habermann daher hohe Priorität. Das Nadelholz soll entnommen, Solitärbäume an ihrem Standort gestärkt werden. Gezielter Artenschutz für Tiere und Pflanzen, die Ergänzung der Alleen und vieles mehr steht bei einem Freiraumentwicklungskonzept auf der Agenda. Ganz wichtig dabei sind auch die Wege, die den Schafsberg durchziehen. Für Habermann bedeutet dies, Hauptwege zu stärken, auszubauen, auf Neben- und Seitenwege solle aber auch verzichtet werden.

Zu dem Konzept gehört auch die Anlage eines sogenannten Naherholungsbands am Waldrand in Richtung der Staffeler Wiesen. Dort befindet sich zum Übergang der Wohnbebauung bereits ein Kinderspielplatz. Dort könnten, so Habermann, weitere Spiel und Umweltbildungsangebote entstehen und das Band als Wald- und Naturspielplatz angelegt werden. Die Konzentration dieser Freizeitaktivitäten diene auch dazu, die übrigen Bereiche des Schafsbergs zu entlasten.

Bebauungsplan wenig hilfreich

Während der Vorstellung im Sitzungssaal ging es auch darum, ob der nicht bebaute Bereich des Schafsbergs mit Hilfe eines Bebauungsplans dauerhaft geschützt werden soll. Habermann rät davon ab. Nach seiner Einschätzung macht ein Bebauungsplan keinen Sinn. Ein aufwändiges Verfahren, ohne die erhoffte Sicherheit, denn Bebauungspläne ließen sich ändern. Im rechtskräftigen Regionalplan sei der Bereich als Vorbehaltsgebiet der Forstwirtschaft und in Teilen der Landwirtschaft, Vorbehaltsgebiet Klimafunktion und Natur und Landschaft sowie als Vorranggebiet regionaler Grünzug ausgewiesen, entsprechend sei das im Gesamtflächennutzungsplan sowie im Landschaftsplan enthalten. Das sei ausreichender Schutz.

Die Umsetzung soll in verschiedenen Etappen folgen. Dabei gibt es Ziele (Wegebau, Lichtinseln, Sichtachsen), die möglichst schnell umgesetzt werden sollen. Schnell heißt innerhalb von sieben Jahren. Mittelfristige Ziele (Alleen, Entnahme von standortfremden Gehölz, Entwicklung gestufter Waldränder) sind in einer zeitlichen Perspektive von fünf bis zwölf Jahren zu realisieren. In den Bereich der langfristig zu verfolgenden Ziele (12 bis 20 Jahre der Umsetzung) gehören die Obstbaumwiesen, die Entwicklung von Charakterbäumen und die Einbindung der angrenzenden Gärten.

Nach Angaben von Bürgermeister Hahn wird das Freiraumentwicklungskonzept in einer finalen Fassung den städtischen Gremien nach der Sommerpause vorgelegt, dort beginnt dann die Beratung. Dabei wird ein zentrales Thema natürlich auch die Finanzierung sein. Die Stadtverordneten werden dazu Rahmenzahlen vorgelegt bekommen. Während der Vorstellung wurden hierzu noch keine Angaben gemacht.