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Prinzessin Tralala und der Musketier (im Hintergrund) vom Rotznasentheater sammeln in blauen Eimern Papierschnipsel ein, die recycelt werden und als neues Papier zur Verfügung stehen sollen.

Im ganzen Königsreich gibt es nur noch ein großes Waldstück, den „Königsforst“. Der andere Wald ist abgeholzt worden, um aus den Bäumen Papier zu machen. Der Papierverbrauch im Königreich ist riesengroß, allen voran Prinzessin Tralala treibt den Verbrauch durch Basteln, Malen, durch Taschentücher und mehr in die Höhe. Und jetzt steht ihr nächster Geburtstag an. Einladungen müssen ins ganze Reich. Und es ist kein Papier mehr da. Da kann auch der König nichts machen.

Natürlich gibt es ein gutes Ende. Das ist auch beim Ensemble des Rotznasentheaters so vorgesehen. Aber bis es so weit ist, muss ganz schön angepackt werden. Und da halfen gestern im kleinen Saal der Limburger Stadthalle viele Kinder aus Limburg mit. Die Tagesstätten waren durch Monika Schiebel, im Rathaus zuständig für den Umweltschutz, eingeladen worden. Papierrecycling war das Thema. Für zwei Vorstellungen standen Justine Kreutzer als Prinzessin Tralala, Jürgen Bräutigam und Rainer Janusch (in verschiedenen Rollen) auf der Bühne. Ihre Aufgabe: Mit Musik, Mimik und Worten deutlich machen, dass zwischen Wald, Holzverbrauch und Papier ein direkter Zusammenhang besteht.

Selbstverständlich benötigt eine dramaturgische Handlung auf der Bühne auch die Unterscheidung in Gut und Böse. Der Rattenkönig hatte da eine klare Aufgabe. Er wollte nicht nur den letzten Wald abholzen und zu Papier machen, sondern sich auch noch die Prinzessin greifen. Zum Glück gab es einen pfiffigen Musketier, der mit Hilfe des Volkes, also der Kinder, auf die Idee kam, alles alte Papier einzusammeln, zu recyceln und dadurch neues Papier zu gewinnen. Eine Aktion, an der alle mitwirken mussten. Papier in Schnipsel zerreißen, sie mit Wasser tränken und damit den Vorgang des recycelns einleiten. Damit ließ sich nicht nur der Königsforst retten, sondern auch der Geburtstag der Prinzessin.

Stadtrat Michael Stanke, an dem Morgen selbst Chauffeur von drei Kindern, zeigte sich froh über die vielen jungen Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich in der Stadthalle eingefunden hatte und wünschte ruckzuck viel Spaß. Das Thema Papierverbrauch ist ganz aktuell, denn die Deutschen sind Weltmeister im Papierverbrauch. Rund 250 Kilogramm sind es nach Angaben des Bundesumweltamtes pro Kopf und Jahr. In den 1950er Jahren lag der Verbrauch noch bei rund 30 Kilogramm. Deutschland verbraucht heute mehr Papier als Südamerika und Afrika zusammen. Rund 74 Prozent des Papiers und der Pappe werden recycelt, dennoch ist der Verbrauch an Zellstoff für die Papierproduktion so hoch, dass er aus Brasilien, Uruguay, Chile und den skandinavischen Ländern importiert wird.