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Die Mittagspause war diesmal ganz anders. Sie fand unter freiem Himmel auf dem Innenhof von Mundipharma statt. Fahnen wehten im Wind, Transparente und Plakate waren zu sehen, Trillerpfeifen ertönten. Wenn ein Unternehmen verkündet, den Standort zu schließen, dann ist vor allem die Belegschaft davon betroffen. Und die fand sich am Dienstagmittag zur Kundgebung ein.

Fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, die am Dienstag arbeiten waren, fanden sich in der Mittagspause zur vom Betriebsrat organisierten Kundgebung ein.

„Wir wollen uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen lassen“, begrüßte die Betriebsratsvorsitzende Waltraud Wilke-Kehl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, deren Arbeitsplätze akut gefährdet sind. Was die Geschäftsführung an Plänen verfolge, den Standort Limburg aufzugeben, Produktion und Forschung nach England zu verlagern und in Deutschland noch mit 165 Stellen den Vertrieb aufrecht zu erhalten, sei nicht in Ordnung.

Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn verlass die am Abend zuvor einstimmig von der Limburger Stadtverordnetenversammlung verabschiedete Resolution. Darin wird die Geschäftsführung gebeten, die Entscheidung zu überdenken; an die Eigentümer ergeht der Appell, dem Verbleib im europäischen Wirtschaftsraum mit dem Standort Limburg mehr Gewicht zu verleihen. Die Stadtverordnetenversammlung äußert in der Resolution Zweifel daran, ob das Verlassen des größten Absatzmarktes und des gemeinsamen Wirtschaftsraums der Europäischen Union unternehmerisch sinnvoll sind.

Der Landtagsabgeordnete Joachim Veyhelmann, zugleich Vorsitzender des Kreistags Limburg-Weilburg, forderte dazu auf, einen runden Tisch einzurichten. Auch wenn die Politik zunächst einmal die unternehmerische Entscheidung hinnehmen müsse und nur geringe Hilfsmöglichkeiten habe, es sollen alle Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, genutzt werden, um Arbeitsplätze in Limburg zu erhalten. Gespräche haben er und sein ebenfalls anwesender Landtagskollege Andreas Hofmeister schon mit Ministerpräsident Volker Bouffier geführt.

Schockstarre ist vorbei

„Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten“, machte Marco Rosenlöcher von der Industriegewerkschaft BCE deutlich. Die nun anstehenden Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat seien der Anfang eines Prozesses. Geduld sei also notwendig, schließlich gehe es um 600 Existenzen. Nach Angaben der Geschäftsführung geht es in Limburg um 401 Stellen, die wegfallen sollen. In der Versammlung wurde immer wieder verdeutlicht, dass die Zahl der Betroffenen deutlich höher ist.

„Das ist Mundipharma“, sagte Betriebsratsmitglied Claudia Stein und wies auf die große Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin, die zur Kundgebung gekommen waren. Die Schockstarre nach der Ankündigung am vergangenen Dienstag sei vorbei, nun gelte es die Ärmel hochzukrempeln. „Unsere heutige Kundgebung ist nicht der letzte Akt“, machte sie deutlich. Das Ziel müsse sein, auch in Zukunft beim Blick auf das Areal sagen zu können: Das ist Mundipharma.

Die Resolution

Der Text der Resolution als pdf.