Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Nicht zu fassen. Da eröffnen die Kunstsammlungen in Limburg eine Ausstellung und ein Blick auf die ausgestellten Fotos und Bilder ist kaum möglich – zugestellt durch die vielen Besucher/innen. Ganz viele wollten mit dabei sein, als Michi Schmitt zum ersten Mal eine Ausstellung als eine Art umfassende Werkschau dort präsentiert, wo er zu Hause ist.

 

Volles Haus, und da war die offizielle Eröffnung schon vorüber. Zumindest hatten die Besucher/innen dann die Möglichkeit, sich die Werke anzuschauen.

„Ich hab' nichts, ich bin kein Künstler.“ Das war Michi Schmitts Standardsatz, wenn es in der Vergangenheit um die Frage ging, ob er in Limburg ausstellt. Vor 15 Jahren bekam er zum ersten Mal die Frage gestellt, wie sich André Kramm als Vorsitzender des Förderkreises Bildende Kunst in Limburg erinnert. Und Kramm hat es in den folgenden Jahren dann irgendwann aufgegeben, die Frage immer wieder zu wiederholen. Es deutete also vieles darauf hin, dass es nichts wird mit einer Ausstellung.

Inzwischen gibt es in Limburg mit Dr. Marius Hahn einen Bürgermeister, der frühzeitig mit Schmitts Kreativität und künstlerischem Arbeiten in Kontakt kam. „Das war vor 26 Jahren“, erklärte Hahn während der Eröffnung und holte ein T-Shirt hervor, gestaltet von Michi Schmitt. „Ein paar Striche, zack-zack-fertig“, beschrieb Hahn die Arbeitsweise des Künstlers, der mit der Produktion von T-Shirts tatsächlich den Grundstein für sein Erwerbsleben als Künstler legte.

Und es gibt noch eine zweite frühe Verbindung. Mit Peter Albrecht hatten beide zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichem Lernerfolg den gleichen Kunstlehrer an der Tile.

Zweifel verflogen

„Ich habe mich nie spezialisiert, das zeigt sich natürlich auch in der Vielfalt meiner Arbeiten“, machte Schmitt deutlich. Natürlich freut er sich darüber, in den Kunstsammlungen seine Werke präsentieren zu können, zeigte sich durchaus auch stolz darauf, dass die Eröffnung so viele Besucher/innen anlockte. Und die Zweifel, ob's denn Kunst ist, was er da macht, sind längst verflogen. Es ist für ihn schon eher eine ironische Frage, was er und seine Werke in so einer „Furz-Stadt“ verloren haben.

Satire, Spaß und Comedy, das beherrscht Schmitt, der sich beim Team des Kulturamts und weiteren Unterstützern für das Zustandekommen der Ausstellung bedankte, nicht nur mit Stift und Pinsel, sondern auch mit dem gesprochenen Wort. Und dennoch kommt auch immer wieder etwas Persönliches rüber. Auch in der Ausstellung, in der er zum ersten Mal seine gezeichneten Reisetagebücher präsentiert. Die verschwanden nach seinen Reisen bisher stets im Regal.

Phantasie- und gedankenvoll

Vor 26 Jahren fertige Michi Schmitt das T-Shirt, das Bürgermeister Dr. Marius Hahn bei der Eröffnung der Ausstellung präsentierte. Der Künstler scheint sich dessen erst noch vergewissern zu müssen.

„Nicht zu fassen... Michi Schmitt - Illustrator, Cartoonist, Bühnendesigner und -maler, Stadtverschönerer, Siebdrucker, Reisender, Musiker“ ist der etwas sperrig wirkende Titel der Ausstellung, der die Vielfalt von Schmitts Schaffen und der Ausstellung umreißt. Natürlich gehört zur Eröffnung auch eine Einführung in das Werk, Dr. Gabriel Hefele, Kunsthistoriker und langjähriger Leiter des Diözesanmuseums, übernahm diese Aufgabe. Und er attestierte Schmitt, mit dessen Kunst er unter anderem bei der „Madonna mit dem Holzbein“ unmittelbar konfrontiert wurde, ein „äußerst phantasie- und gedankenvoller Mensch zu sein“. Die künstlerische Stoßrichtung sei dabei die Satire, egal ob der Blick auf das kleine oder das große Weltgeschehen gerichtet sei.

Egal ob Comic, Karikatur oder Cartoon, Schmitt sei dort überall zu Hause. Doch nicht nur in diesen kleinen Bilderwerken zeige er große Fertigkeit, auch mit großen Werken wisse er zu überzeugen. Über 40 Bühnenbilder habe er inzwischen kreiert und gefertigt, für Stars aus der Comedy-Szene, des Schlagers und auch für Kochshows. Dabei zeige Schmitt bei der Bildgestaltung ein sicheres Gefühl für Formen und Proportionen.

Neue Vorschläge

Dr. Gabriel Hefele (links) war es vorbehalten, in das Werk von Michi Schmitt einzuführen.

Relativ neu in dem breit gefächerten Werk des Künstlers, der seine Werkstatt im Kalkwerk zwischen Limburg und Diez hat, sind seine Vorschläge und Ideen zur Stadtverschönerung. Schmitt nimmt sich dabei große Fassaden oder triste Betonflächen vor, die er gestaltet. Das bringt nicht nur Farbe in die Stadt, sondern führt auch zu Gestaltungsideen zum Beispiel für den Neumarkt (Aussichtsturm mit Wendeltreppe) oder den Schiedetunnel. „Das sind ein paar ganz realistische Ideen dabei“, machte Hefele deutlich. Die Chancen auf Umsetzung sieht er jedoch eher bei den Vorschlägen, die auf den ersten Blick als sehr gewagt und utopisch rüberkommen.

Übrigens: „Die Madonna mit dem Holzbein“, das Werk ist in den Besitz des Bistums übergegangen, soll unauffindbar sein. Nicht zu fassen …

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg, Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, läuft bis zum 11. Juni und kann zu folgenden Zeiten besucht werden: Montag und Dienstag in der Zeit von 8:30 bis 12 Uhr, Mittwoch von 8:30 bis 14 Uhr, Donnerstag von 8:30 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr; Freitag/Samstag/Sonntag/Feiertage: 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.