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Zum Limburger Schafsberg gehört die Kastanienallee. Doch die Bäume leiden unter einem Schädling, der Kastanienminiermotte. Nun soll es dem Schädling an den Kragen gehen, biologisch mit Hilfe von Meisen und Fledermäusen.

Herbert Friedrich erläutert den Vertreterinnen und Vertretern der Schafsbergwacht, Harald Ristau (Nabu, 2.v.l.) dem Ersten Stadtrat Michael Stanke (3.v.l.) und Revierförsterin Nadine Ströbele, welche Anforderungen ein Nistkasten erfüllen muss, um den Meisen Schutz zu gewähren.

Die Nägel sind aus Aluminium. Die Stellen, an denen sie in die Bäume eingeschlagen werden, sind zuvor mit roter Farbe markiert worden. Rund drei Meter oder etwas mehr über dem Boden, möglichst in süd-östliche Richtung. An die Nägel werden Kästen gehängt, die wiederum Meisen und Fledermäusen als Behausung dienen sollen. Und die Vögel und Fledermäuse sollen die Miniermotten und deren Larven fressen, damit es den Kastanien wieder besser geht.

Eine Utopie? Keineswegs, sondern eine biologische Art der Schädlingsbekämpfung. Die funktioniert durchaus und soll nun auch auf dem Schafsberg umgesetzt werden. Die Schafsbergwacht hat dazu 120 Vogelkästen und 30 Fledermauskästen auf eigene Kosten angeschafft. Rund 2300 Euro hat der Verein dafür aus eigener Tasche bezahlt, wie Annelie Gobell vom Vorstand erläuterte.

Vorbild Tierpark Weilburg

Die Bäume und damit die Kastanienallee sind der Schafsbergwacht ein Herzensanliegen. Kein Wunder daher, dass sie bei der Suche nach Lösungen für die Kastanienallee fachlichen Rat einholten. Herbert Friedrich, Kreisbeauftragter für Vogelschutz im Naturschutzbund und Fachmann für den Fledermausschutz, hatte vor wenigen Jahren im Tierpark in Weilburg den Versuch gestartet, die Kastanienminiermotte dort auf biologische Art und Weise zu bekämpfen. Mit sehr viel Erfolg, wie er gegenüber Vertretern der Schafsbergwacht, dem Ersten Stadtrat Michael Stanke, Matthias Beul, Leiter der Stadtgärtnerei, und Revierförsterin Nadine Ströbele verdeutlichte. Vögel und Fledermäuse hätten die Kästen zügig besiedelt und der Miniermotte deutlich zugesetzt. Nach Angaben von Friedrich konnte sich der von Süden kommende Schädling so gut ausbreitet, da es an natürlichen Feinden fehlt.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis die ersten von Vertretern der Schafsbergwacht aufgehängten neuen Kästen in der Nähe der Kastanienallee von Meisen angeflogen wurden. Allerdings mahnte Friedrich zu Geduld, bis die biologische Schädlingsbekämpfung Erfolg zeigen wird.

Larve frisst die Blätter

Die Mitglieder der Schafsbergwacht haben nicht nur die Anschaffung der Nistkästen finanziert, sie hängen sie auch an den Bäumen auf.

Nach Angaben von Michael Stanke ist der Ankauf und das Aufhängen der Kästen für Meisen und Fledermäusen schon vor einem Jahr abgesprochen worden, nun folge die Umsetzung. Dabei müssen die eingesetzten Kästen einige Bedingungen erfüllen, denn sie sollen ihren Bewohnern auch Sicherheit gewährleisten. Räuber wie Katzen, Marder oder auch Spechte dürfen keine Chance erhalten, in das Innere der Kästen vorzudringen.

Nach Auffassung von Revierförsterin Nadine Ströbele besteht für die Kastanien dann eine akute Gefahr, wenn die Blätter durch die Larven des Schädlings so stark geschädigt werden, dass die Bäume keine Wintervorräte einlagern können. Und wenn dies zwei Mal hintereinander vorkommt, dann werde es für die Kastanienbäume sehr schwer. Nach ihren Angaben hat es so etwas in der der heimischen Region noch nicht gegeben. Was allerdings vorkommt, seien Eingriffe aus Aspekten der Verkehrssicherungspflicht.

Harald Ristau, Kreisvorsitzender des Naturschutzbunds, wies darauf hin, dass es noch weitere Möglichkeiten gibt, die Verbreitung der Miniermotte zu begrenzen. Dazu gehört zum Beispiel das Einsammeln des Laubes. Das macht aber nach Angaben von Matthias Beul nur bei Bäumen Sinn, die alleine stehen. Bei der Allee im Wald sei der Laubanfall zu hoch und mit dem Beseitigen würden zudem viele Nützlinge mit entsorgt. Bei einem Probelauf habe sich zudem herausgestellt, dass durch das Einsammeln des Laubes nur die erste Generation der Schädlinge geschwächt werde, aber das Einsammeln keine nachhaltigen Auswirkungen habe.