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Viele Themen standen in der Stadtteilkonferenz in Bluemrod auf der Tagesordnung.Solche Zusammenkünfte soll es in Zukunft wieder regelmäßig geben.

Natürlich gibt es Probleme. Kindergartenplätze sind knapp, Kinder und Jugendliche benötigen Betreuung. Wohnraum, vor allem bezahlbarer, fehlt. Doch es tut sich einiges in Blumenrod. Sozialarbeit an den Schulen, Angebote für Jugendliche in der Freizeit, Ausweisung von Bauland und die Suche nach Standorten für neue Häuser mit mehreren Wohnungen.

Ganz oben auf der Liste derer, die der Einladung zum Stadtteilgesprächen in das Bürgerzentrum nach Blumenrod gefolgt waren, stand die geplante Bebauung einer Grünfläche mit Mehrfamilienhäusern im Sandweg. Das Verfahren ist natürlich auch Thema in der Stadtpolitik. Bedenken wurden wegen der Art und Größe der geplanten Bebauung geäußert. Unabhängig von dem konkreten Vorhaben steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nach Angaben des Ersten Stadtrats Michael Stanke ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung.

Noch dringlicher ist die Schaffung von neuen Kindergartenplätzen. Die Einrichtungen in Blumenrod werden schon mit dem 1. Oktober keine neuen Kinder mehr aufnehmen können. „Wir sollten uns über die steigenden Kinderzahlen freuen“, machte Stanke deutlich. Die Stadt suche intensiv nach Lösungen, um mehr Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Schon viel getan

Das Interesse hätte größer sein können, aber es gab eine längere Pause der Stadtteilkonferenzen. Dennoch wurde zahlreiche "Knackpunkte" angesprochen.

Kinder und Jugendliche, das ist in Blumenrod natürlich ein großes Thema. Klaus Müller, Leiter der Goetheschule, machte deutlich, dass es in den Schulen heute auch sehr stark um die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Verhaltensregeln geht, dies natürlich zu Lasten der Wissensvermittlung. Doch er warnte davor, die Jugendlichen zu sehr als Problem zu pauschalisieren. „Kinder und Jugendliche sind das Produkt der Erziehung. Und für die Erziehung sind andere verantwortlich“, machte er deutlich.

„Es hat sich schon viel getan“, warf Thomas Krug, Leiter des Amts für soziale Betreuung in der Stadt ein. Schulsozialarbeit mit Hilfe des Landkreises an den Schulen, Betreuungsprogramme außerhalb der Schulzeit, Begleitung im Jugendraum und vieles mehr. All dies reiche noch nicht aus. Deshalb bemühe sich die Stadt über weitere Verbesserung, auch im Hinblick auf Flüchtlinge und Migranten.

„Da ist noch viel Luft nach oben“, machte Max Prümm, Geschäftsführer des Caritas-Bezirksverbands Limburg deutlich. Luft nach oben, was die Mitfinanzierung der Schulsozialarbeit durch das Land angeht. Die Finanzierung derzeit läuft über den Landkreis und die Stadt, die sich die Kosten teilen. In anderen Bundesländern werden die Kosten durch das Land übernommen, so Prümm.

Vielfalt der Hilfe

Gaben Auskunft über das, was in Blumenrod geplant ist und wie Probleme bewältigt werden sollen (von rechts): Jürgen Eufinger, Thomas Krug, der Erste Stadtrat Michael Stanke und Max Prümm (verdeckt).

Jürgen Eufinger, Leiter der von der Caritas betriebenen Stadtteilarbeit, unterstrich die Notwendigkeit des vernetzten Arbeitens. Kindertagesstätten, Schulen, Stadt, Caritas und Ehrenamtliche seien gefordert, ihre Angebote abzustimmen. Wichtiger Baustein dabei ist auch das Jugendhaus. „Die Jugendlichen sind sogar gekommen, als es bei uns bitterkalt war“, verdeutlichte Simone Hachen als Leiterin der Einrichtung. In dem Gebäude war die Heizung ausgefallen, das Angebot zog trotzdem.

Lob für das, was sich in Blumenrod tut, gab es von Jürgen Eufinger auch in der Flüchtlingsarbeit. Vor allem der sehr aktive Helferkreis leiste vorbildliche Arbeit. Sozialarbeitern Huriya Hassen, sie betreut die Gemeinschaftsunterkünfte, berichtete vom Ankommen und Zurechtfinden der Flüchtlinge, von dem Warten auf die Anerkennungsbescheide und der Suche nach guten nachbarschaftlichen Beziehungen.

„Es bringt nichts, einen Stadtteil schlecht zu reden“, wandte sich Stanke gegen Schwarzmalerei. Nach seiner Einschätzung gibt es viele gute Ansätze und Entwicklungen, um die Herausforderungen bestehen zu können. Die Stadtteilkonferenzen sollen wieder zu regelmäßigen Veranstaltungen in Blumenrod werden, so wie es über viele Jahre war. Diese Konferenzen führen Bürgerinnen und Bürger, unterschiedliche Institutionen, Einrichtungen, Träger sowie Politik und Verwaltung zusammen, um sich über wichtige Themen auszutauschen und Blumenrod weiter zu entwickeln.