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Limburger Lösungen, die auch in anderen Kommunen auf Interesse stoßen. Das ist zum Beispiel bei der neuen Einrichtung für Wohnsitzlose der Fall. Vertreter aus Großstädten haben sich den Komplex in der Rudolf-Schuy-Straße schon einmal angeschaut.

Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke hat in der Notschlafstelle von Harry Fenzel und Michael Friedrich (Adlhoch-Haus) Brot und Salz zum Einzug geschenkt bekommen. Über den Einzug freuen sich auch (v.l.) Katrin Begeré, Jacqueline und Michael Schuy sowie Jessica Magnus.
„Wir wollen weiterkommen“, macht der Erste Stadtrat Michael Stanke deutlich. Weiterkommen, das Wort ist meist wirtschaftlichen Entwicklungen vorbehalten. Muss aber nicht. Weiterkommen bedeutet für Stanke und die Stadt, dass sich die Situation für die Obdachlosen verbessert. Deshalb gibt es mit Jessica Magnus seit 1. April vergangenen Jahres eine Sozialarbeiterin für eine Betreuung und ist in der Rudolf-Schuy-Straße eine Einrichtung geschaffen worden, die neue Standards setzt.

„Ein Meilenstein“, sagt daher Harry Fenzl als Leiter des Walter-Adlhoch-Hauses, der Einrichtung der Caritas für die Wohnsitzlosenhilfe. Neue Standards, aber kein Luxus. Es geht um Menschenwürde, sagte Fenzl, der zum Einzug zusammen mit seinem Kollegen Michael Friedrich Brot und Salz an den Ersten Stadtrat überreichte. Das Adlhoch-Haus und die Stadt arbeiten bei der Betreuung von Wohnsitzlosen eng zusammen.

Privatsphäre

Der Menschenwürde wird in der neuen Einrichtung auf jeden Fall Rechnung getragen. Nach Angaben von Jessica Magnus können dort 20 Männer fest wohnen, zudem gibt es noch eine Notschlafstelle mit eigenem Zugang und acht Betten. Die Zimmer in der Rudolf-Schuy-Straße lassen auch Platz für ein wenig Privatsphäre, insgesamt gibt es dort 13 Einzel- und Doppelzimmer. Alle Zimmer verfügen über eine Nasszelle und über Kochmöglichkeiten.

Die Stadt ist Mieter. Der Komplex gehört inzwischen Michael Schuy, der mit seinem Unternehmen ganz in der Nähe beheimatet ist. Vor einigen Jahren hat er das Gebäude erworben, das ursprünglich einmal für Wanderarbeiter errichtet worden war und zuletzt als so genanntes Laufhaus, ein bordellähnlicher Betrieb, genutzt wurde. Schuy nahm nach dem Erwerb zügig Kontakt mit der Stadt auf, um mit ihr über eine mögliche Nutzung zu sprechen. Die Umsetzung in ein Mietverhältnis und der Bezug der Immobilie verzögerte sich jedoch, da der Vorbesitzer der Immobilie sämtliche Verkabelung sowie Heizungs- und Sanitärinstallationen aus den Wänden riss.

Wie Katrin Begeré als beauftragte Architektin mitteilte, wurde in den Umbau eine sechsstellige Summe investiert. Die Kosten für die Renovierung und den Umbau entsprechen den Mieteinnahmen über die Laufzeit des Vertrags. Insgesamt stehen in dem Gebäude 460 Quadratmeter als Nutzfläche zur Verfügung.

Bisher verteilten sich die betroffenen Personen auf mehrere Einrichtungen in der Stadt. Es gab Container im „Großen Rohr“, die mit dem Einzug in die Rudolf-Schuy-Straße wegfallen. In der Ste-Foy-Straße gibt es Platz für obdachlose Frauen und Männer, in Staffel besteht eine Unterkunft in der Koblenzer Straße und schließlich gibt es noch das Haus in der Brückengasse. Dort soll nach Angaben von Jessica Magnus eine Wohnung, die bisher von Frauen und Männern genutzt wurde, künftig als reine Frauenunterkunft dienen.

Interesse an der neuen Einrichtung zeigten schon Vertreter aus Koblenz und Mannheim. Limburg könnte dort zum Vorbild werden.