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Es gab durchaus einige kritische Einwände in der Bürgerversammlung und leicht wird es nicht, die neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Staffel einzubinden. Es gibt jedoch auch eine Reihe von positiven Signalen und das Bestreben aller Beteiligten, die Einrichtung in einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis aufzubauen.

Rund 120 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in das Bürgerhaus gefolgt, in dem über die neue Gemeinschaftsunterkunft informiert wurde. Es gab durchaus auch kritische Anmerkungen.

Ab dem 1. März soll die Einrichtung im ehemaligen Gasthaus und Ex-Eventhalle bezogen werden. In der Unterkunft finden bis zu 170 Personen Platz, angedacht ist eine Belegung mit 120 Flüchtlingen, wie Dirk Schmidt als Fachdienstleiter Migration des Landeskreises in der Bürgerversammlung im Staffeler Bürgerhaus verdeutlichte. Anders als in anderen Gemeinschaftsunterkünften wird es in dem komplett renovierten Komplex kleine Wohneinheiten mit jeweils drei Zimmern, Küche, Bad geben. Die Zimmer sollen maximal mit zwei Personen belegt werden.

„Was ist mit Problemen, die von außen kommen, was ist mit dem dunklen Deutschland?“, wollte Anlieger Jürgen Metz wissen. Rita Schäfer fragte nach der sozialen Betreuung in der neuen Einrichtung. Danach fragte auch Hanni Fiebiger vom Helferkreis Staffel, der sich bereits um die in dem Stadtteil lebenden Flüchtlinge bemüht. Aus dem Helferkreis kam auch das Signal, dass noch Unterstützung benötigt wird, wenn die neue Einrichtung bezogen wird.

Kein Wunder daher, dass Bürgermeister Dr. Marius Hahn während der Versammlung immer wieder einmal auf die Liste hinwies, in die sich Interessierte an einer Mitarbeit im Helferkreis eintragen konnten. Und davon wurde auch Gebrauch gemacht. Hahn versicherte auch, dass die Stadt ihren Beitrag für ein geregeltes und konstruktives Miteinander beitragen werde. Dies geschehe durch die Integrationsbeauftragte Melanie Weil, aber auch durch die Einbindung des Ordnungsamtes und die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Polizei.

18 Unterkünfte

Informierten im Bürgerhaus über die neue Unterkunft (v.l.): Integrationsbeauftragte Melanie Weil, Erster Stadtrat Michael Stanke, Ortsvorsteher Dr. Matthias Schellhorn, Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Marianne Zimmermann (Leiterin Kreissozialamt) und Dirk Schmidt (Leiter Bereich Migration im Kreissozialamt).

„Wir stehen vor einer großen Herausforderung“, verdeutlichte der Erste Stadtrat Michael Stanke. Doch gibt es die Herausforderungen auch in anderen Stadtteilen und Wohnbezirken. Immerhin gibt es in der gesamten Stadt 18 Gemeinschaftsunterkünfte mit über 550 Plätzen, von denen 473 belegt sind. Lediglich in Ahlbach und Eschhofen gibt es keine Einrichtungen dieser Art. Hinzu kommt in Limburg noch das sogenannte Ankunftszentrum im ehemaligen Ohl-Komplex, dort stehen 260 Plätze zur Verfügung, von denen aktuell 105 belegt sind.

In der Diskussion mit den rund 120 Besucherinnen und Besuchern der Bürgerversammlung äußerten Nachbarn des Anwesens die Befürchtung von Ruhestörung, nicht ausreichenden Parkflächen, fehlenden Spielmöglichkeiten für Kinder. Auf dem Gelände selbst stehen 40 Parkplätze für die Bewohner zur Verfügung, die in der Regel über keine Autos verfügen. Gibt es Beschwerden wegen nicht eingehaltener Nachtruhe, ist der normale Weg einzuhalten, also ein Anruf bei der Polizei.

Stanke sprach sich gegen eine Dramatisierung aus und verwies auf die zurückliegenden Jahre. Mit der dort angesiedelten Eventhalle habe es massive Probleme gegeben. Inwieweit mit der neuen Einrichtung Spielmöglichkeiten für Kinder benötigt werden, zeige sich erst mit der künftigen Belegung. Ortsvorsteher Dr. Matthias Schellhorn machte in diesem Zusammenhang deutlich, bei Problemen stets ansprechbar zu sein.

Sozialraum und Betreuung

Einen positiven Eindruck hinterließ bei den Besucherinnen und Besuchern die Anwesenheit des Betreibers der neuen Unterkunft. Veli Ibrahimmogullari stellt den Bewohnerinnen und Bewohnern einen rund 50 Quadratmeter großen Sozialraum zur Verfügung, der natürlich auch vom Helferkreis genutzt werden kann. Zudem stattet er das Haus mit W-LAN und TV-Anschluss aus. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht. Nach Angaben des Betreibers gibt es durch sein Unternehmen eine ständige personelle Präsenz in dem Haus, Hausmeister und Reinigungsdienst werden gestellt. „Wir achten darauf, dass unsere Nachbarn nicht gestört werden und mit uns zufrieden sind“, versprach er.

Der Kreis stellt eine Sozialarbeiterin. Sie wird mit wöchentlich 25 Stunden zur Verfügung stehen. Bedarf gibt es noch im Bereich von Deutschkursen. Stadt und Kreis wollen dabei gemeinsam an Lösungen arbeiten.