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Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz, seit dem Jahr 2005 ist der 27. Januar internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Der Limburger Opfer wurde am Sonntag auf dem jüdischen Friedhof gedacht.

Auf dem jüdischen Friedhof fand die Gedenkverstaltung an die Limburger Opfer des NS-Regimes statt.

Es stehen viele Namen auf der Steele, die sich seit 1988 auf dem jüdischen Friedhof befindet. Aber es sind bei weitem nicht alle Opfer, die in Limburg lebten. Es sind mehr, wie sich bei Nachforschung im Rahmen der Stolperstein-Aktion herausstellt. „Wir trauern hier um Limburger Bürger, um Einwohner dieser Stadt“, machte Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker deutlich. Opfer waren vor allem Bürger jüdischen Glaubens, aber auch Limburg mit antinazistischer politischer Einstellung, Limburger mit Behinderungen, Limburger, die sich aus religiösen Gründen nicht mit dem NS-Staat arrangierten oder Limburger, die den Nazis als Verbrecher galten, weil sie sich Informationen jenseits der Propaganda besorgten. „Die Opfer dürfen nicht vergessen werden, und es darf auch nie vergessen werden, wer die Täter waren“, mahnte Waldecker.

Neben der Steele mit den vielen Namen und einem flackenden Licht verlas der neue Rabbiner der jüdischen Gemeinde, Zeev-Wolf Rubins, die Namen der jüdischen Bürger, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden oder an den Folgen von Misshandlungen und Verfolgung starben. Stutthof, Auschwitz, Minsk, Theresienstadt und viele andere Orte des Grauens sind es, an denen Limburger ermordet wurden. Der Rabbiner schloss der Liste der Opfer ein Gebet an.

Christa Pullmann, sie ist Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde zu dem Gedenken eingeladen hatte, erinnerte an den kürzlich verstorbenen Lee Liebmann, der als 15-Jähriger aus seiner Heimatstadt Limburg geflohen war. In seinen Erinnerungen schreibt Liebmann von den ersten bedrohenden Begegnungen mit Männern in SA-Uniformen und Vertretern der Hitlerjugend 1932, also noch vor der Machtübernahme.

1934 wurde Liebmanns Vater mehrmals „abgeholt“, später, 1938, starb Liebmanns Onkel Hermann im KZ Buchenwald. Zu dieser Zeit befand sich der junge Lee Liebmann zusammen mit seiner Schwester bereits in England, wohin die Eltern im Sommer 1939 folgten. Nach dem Krieg siedelte die Familie in die USA über. Lee Liebmann war häufig zu Gast in seiner ursprünglichen Heimat, suchte den intensiven Austausch und stand als Zeitzeuge auch jungen Menschen Rede und Antwort.

Während Liebmann die Flucht gelang, wurde Max Rosenthal ein Opfer des Regimes. Er wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Dabei hatte er als Passagier des Schiffes „St. Louis“ den Weg schon bis zu dem amerikanischen Kontinent zurückgelegt, wie Waldecker ausführte. Aber das Schiff durfte weder in Kuba noch woanders anlegen, musste nach Europa zurück. Rosenthal verließ das Schiff in Frankreich, doch das wurde von Hitler-Deutschland erobert. Rosenthal kam ins Internierungslager und schließlich nach Ausschwitz.

Elena Kopirovskaja blieb es als der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde vorgehalten, die Gedenkveranstaltung zu beenden. Zu Begrüßung hatte sie kurz über die Geschichte des Gedenktages informiert.