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Jürgen Eufinger von der Gemeinwesenarbeit der Caritas dankte dem Helferkreis, Bürgermeister Dr. Marius Hahn hieß die Flüchtlinge willkommen, Khalid Behruz und Karam Sarraj übersetzten die Willkommensworte ins Arabische und Persische.

Mit der Resonanz hatte der Helferkreis nicht gerechnet. Kein Wunder daher, dass die gestellten Stühle und Tische im kleinen Saal des Bürgerhauses in Linter nicht ausreichten und Nachschub hereingetragen werden musste. „Winterfest“ war angesagt. Eingeladen waren Flüchtlinge aus dem Limburger Südstadt. Und die kamen auch. Junge Männer, zahlreiche Familien. Sie sind angekommen in Deutschland, in der Stadt. Ihre Zukunft ist oft noch nicht geklärt, die hängt von ihren Herkunftsländern ab.

„Als Bürgermeister der Stadt sage ich Ihnen: Herzlich willkommen.“ Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn hatte ein kleines Plätzchen gefunden, um die Gäste zu begrüßen und dem Helferkreis Blumenrod für sein Engagement zu danken, wobei Karam Sarraj aus Syrien und der Afghane Khalid Behruz als Übersetzer fungierten. Hahn äußerte seine Hoffnung, dass sich die Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Iran und aus anderen Ländern gut angenommen fühlen. Mauern seien nicht das richtige Mittel in Zeiten von vielen kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt und Deutschland habe schlechte Erfahrungen mit Mauern gemacht, die ein ganzes Land geteilt haben, sagte Hahn auch mit Blick auf die USA, deren neuer Präsident entschieden auf Mauern als Abgrenzung setzen will. Das sei in Deutschland und in Limburg anders, zeigte sich Hahn überzeugt, der bei seinem Besuch vom Ersten Stadtrat Michael Stanke und der Integrationsbeauftragten Melanie Weil begleitet wurde. Die neuen Bürger forderte er dazu auf, so schnell wie möglich die deutsche Sprache zu lernen und sich darüber zu informieren, wie man sich im Alltag verhält.

Jürgen Eufinger, der die Gemeinwesenarbeit der Caritas leitet, sagte dem Helferkreis in Blumenrod, der aus 12 bis 15 Frauen und Männern besteht, einen besonderen Dank für seine Deutschkurse, die Einrichtung des Nachbarschaftscafés und weiteren Angeboten. Den Flüchtlingen versicherte er, dass sie in einer Stadt leben, deren Bürger sie mit offenen Armen und Herzen aufnehmen und begleiten.

Sicherheit wird gesucht

„Es ist die Phase des Ankommens“, sagt Huriya Hassen über die Situation der Flüchtlinge. Die Sozialarbeiterin betreut als Mitarbeiterin der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung eingebunden in ein Team insgesamt drei Gemeinschaftsunterkünfte, zwei am Kissel und eine in der Zeppelinstraße. Die Belegung ist ganz unterschiedlich. Während in der Zeppelinstraße vor allem Einzelflüchtlinge untergebracht sind, leben in den zwei Einrichtungen am Kissel vor allem Familien zwischen drei und neun Personen stark.

Die Phase des Ankommens ist zugleich eine Zeit des Wartens auf den Bescheid. Werden die Flüchtlinge als Asylbewerber anerkannt, gibt es möglicherweise ein Aufenthaltsrecht oder müssen sie sich darauf vorbereiten, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Das treffe vor allem auf die Flüchtlinge aus Afghanistan zu. „Die Menschen kommen nach Deutschland, weil sie Sicherheit für ihr eigenes Leben suchen“, sagt Huriya Hassen, die in den 1980er-Jahren als sechsjähriges Mädchen nach Deutschland kam.

„Eine Willkommenskultur wie heute gab es für uns nicht“, sagt sie. Es habe sich viel getan in Deutschland. Flüchtlinge in den 1980er-Jahren seien viel mehr auf sich allein gestellt gewesen, an die heute oft vorhandene Begleitung und Betreuung sei vor 30 Jahren und mehr nicht zu denken gewesen.

An dem Abend im Bürgerhaus in Linter waren Flucht und die Sorgen um die Zukunft zumindest für einige Stunden alles vergessen. Da ging es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, zusammen zu essen und sich auszutauschen.