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Es ist ein relativ neuer Bau am Rand der Altstadt, teilweise dennoch mit geschützter Bausubstanz. Für viele ist es ein architektonischer Schandfleck, andere kennen es als Parkmöglichkeit (Altstadtparkhaus) oder gehen dort einkaufen (Woolworth, ehemals C&A). Nun kündigen sich Veränderungen an: architektonisch und von der Nutzung.

Die Ansicht von der Grabenstraße. Das Haus links steht unter Denkmalschutz. Die dünne Linie zeigt die Höhe des heutigen Daches an.

Wer den Markt und die darüber befindliche Bebauung von der Grabenstraße oder der Sackgasse betrachtet, der sieht ein zwei- bis dreigeschossiges Gebäude. Aber vieles davon ist, um es modern auszudrücken, fake. Reine Fassade und dahinter …nichts. Das soll sich durch die neuen Besitzer, seit dem Jahr 2014 die Immobilienverwaltung Wilhelm Möbus GmbH & Co.KG, ändern. Büros, Praxen, Wohnungen oder gar ein Hotel könnten dort entstehen. Was es genau werden soll, steht noch nicht fest. Es geht um rund 2000 Quadratmeter Nutzfläche.

Die Pläne wurden nun im Ortsbeirat der Kernstadt zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Damit die Pläne umgesetzt beziehungsweise konkret angegangen werden können, ist auch die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig, der die Ziele der Planung beschreibt, das Maß der baulichen Nutzung festsetzt (zulässige Gebäudehöhe, Zahl der zulässigen Vollgeschosse und mehr) und Nutzungen ausschließt, die im bisher geltenden Bebauungsplan noch vorgesehen sind. Danach wäre es nämlich möglich, in dem bestehenden Gebäude einen großflächigen Handelsbetrieb mit einer Verkaufsfläche von rund 1800 Quadratmetern anzusiedeln.

„Das kann nicht gewollt sein“, machte Architekt André Kramm bei der Vorstellung der Pläne deutlich. Vorausgegangen sind dem nun vorgestellten Konzept verschiedene Gespräche unter anderem mit dem Landesamt für Denkmalpflege, wie Markus Saal als stellvertretender Leiter des Bauamts verdeutlichte. „Das Ziel ist es, auch zu einer architektonischen Aufwertung zu kommen“, machte er deutlich. Nach der Abstimmung mit dem Landesamt wurde das Vorhaben zunächst im Magistrat vorgestellt, nun war der Ortsbeirat an der Reihe, die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung beschäftigen sich in ihren Sitzungsrunde im März mit dem Thema. Bis dahin sollen noch Unterlagen und Ansichten nachgereicht werden.

Zurückgesetzte Aufstockung

Die Ansicht des Komplexes nach der Umgestaltung von der Sackgasse, die Fassade hat sich deutlich verändert. Deutlich zu sehen ist die Aufstockung durch das sogenannte Staffelgeschoss. Darstellung: Architekturbüro Kramm

Nach Angaben von André Kramm wird die vorgesehene bauliche Tätigkeit das Gebäude an den Straßen (Grabenstraße und Sackgasse) nicht erhöhen. Die Erweiterung der nutzbaren Flächen wird sich im Bereich hinter der sogenannten Straßenrandbebauung abspielen. Eine neue Aufstockung wird es deutlich zurückgesetzt von den Straßenseiten im rückwärtigen Bereich geben, dort ist ein sogenanntes Staffelgeschoss vorgesehen.

Weiterhin ist vorgesehen, so der Architekt, die Fassaden im Rahmen des Umbaus und Erweiterung neu zu gestalten. Dabei soll die bestehende horizontale Wirkung beseitigt werden und stattdessen die Fassade kleinteiliger gestaltet werden, damit sie sich besser in das Altstadtbild einfügt. Damit fällt auf das bisher vorhandene und eher kulissenartige Randsatteldach zur Grabenstraße und Sackgasse weg.

Übernahme der Kosten

Angesprochen wurde im Ortsbeirat auch, warum die Rahmenbedingungen für die beabsichtigte Bebauung nicht über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan festgelegt werden. Eine klar definierte Nutzung der vorgesehenen Bebauung ist nicht möglich, deshalb scheidet ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aus, hieß es zur Begründung. Bei einem solchen B-Plan ist grundsätzlich der Träger des Vorhabens auch derjenige, der die Kosten übernimmt. Das wird bei dem Projekt in der Grabenstraße nicht anders werden, ein noch abzuschließender städtebaulicher Vertrag regelt die Kostenübernahme der Bauleitplanung durch die Grundstückseigentümer.

In dem 1985 aufgestellten Bebauungsplan, zu diesem Zeitpunkt gab es bereits das Parkhaus und die Einkaufsfläche, die von C&A genutzt wurde, ist nicht nur eine weitere Verkaufsfläche von rund 1800 Quadratmeter vorgesehen, die ersten Besitzer des Areals haben bereits zu dieser Zeit die Stellplätze für das komplett nutzbare Areal abgelöst, also nicht nur für die 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche der ehemaligen C&A-Filiale, sondern auch für die nie realisierte Erweiterung der Verkaufsfläche.

Das Dach des Parkhauses ist teilweise mit Reihenhäusern bebaut. Diskussionsbedarf sieht der Ortsbeirat, der der Aufstellung des Bebauungsplans ohne Gegenstimmen bei Enthaltungen zustimmte, noch im Bereich eines Treppenhauses beziehungsweise Aufzugsschachts, der direkt an die Reihenhausbebauung grenzt und der sich gegenüber dem Bestand deutlich erhöhen wird, da darüber auch der Zugang zu dem aufgestockten Staffelgeschoss vorgesehen ist.