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Lee Liebmann (1923-2016). Ausschnitt eines Foto der NNP, Johannes Laubach, das Lee Liebmann bei der Einweihung der neuen Limburger Synagoge 2009 zeigt.

Am 21. November 2016 starb in Teaneck/New Jersey Lee Liebmann im Alter von fast 93 Jahren. Er wurde als Lothar Liebmann am 28. November 1923 in Limburg geboren als Sohn einer jüdischen Familie.

Sein Vater Louis Liebmann und sein Onkel Hermann Liebmann betrieben gemeinsam im Hahlgartenweg eine Pferdehandlung. Die Familie des Vaters stammte ursprünglich aus Ellar. Seine Mutter Hedwig Liebmann geb. Oppenheimer stammte aus Aub in Unterfranken.

Lothar Liebmann besuchte die Werner-Senger-Schule. 1938 gelang es seinen Eltern, ein Visum für ihn zu erhalten, damit er zu seiner Schwester Edith nach Großbritannien reisen konnte, die bereits seit 1937 dort lebte. Damit war er den Nazis entkommen. Vater und Onkel wurden nach der „Kristallnacht“ verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. Hermann Liebmann wurde dort am 8. Dezember 1938 erschlagen. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof am Schafsberg beigesetzt.

In Großbritannien arbeitete Lothar Liebmann als Gärtner in einem Internat. Im Frühjahr 1939 kamen seine Eltern nach. Sein Vater war durch die Drangsalierungen und die KZ-Haft ein gebrochener Mann und starb 1946.

Nach dem Tod des Vaters gingen Lothar Liebmann und seine Angehörigen in die USA, wo er Maschinenbauer wurde. Er nannte sich fortan Lee Liebmann.

1954 besuchte er erstmals wieder Limburg, doch setzten ihm die Erinnerungen seelisch derart zu, dass er sehr schnell wieder abreiste. Erst 25 Jahre später kam er wieder. Seitdem war er häufig in seiner alten Heimat, so etwa bei der Einweihung der neuen Synagoge 2009 und zuletzt 2011. Mehrfach nutzte er die Chance, mit jungen Menschen über die Zeit der NS-Verfolgung zu sprechen. Auf seine Initiative hin wurde eine Gedenkplatte am Haus Löhrgasse 2 angebracht. Es war auch sein Wunsch, dass der Stolperstein für seinen im KZ ermordeten Onkel Hermann Liebmann 2013 vor dem Haus Hahlgartenweg 1 verlegt wurde, wo dieser mehr Zeit verbrachte als in seiner Wohnung Westerwaldstraße 64. Anfang 2016 veröffentlichte der Heimat- und Geschichtsverein Ellar einen Interviewfilm, in dem Lee Liebmann über sein Leben berichtet.

Lee Liebmanns Geburtshaus im Hahlgartenweg/Ecke Parkstraße. Hier lebte er von 1923 bis 1938. Vor dem Haus erinnert ein Stolperstein an seinen im KZ ermordeten Onkel Hermann Liebmann.

Mit Lee Liebmann starb das vorletzte noch lebende Mitglied der alten jüdischen Gemeinde Limburg. Am Mittwoch, 23. November 2016, wird er in Teaneck beigesetzt.