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Die Toten der Kriege und Gewaltherrschaft mahnen in der Gegenwart, sich für Frieden und Gerechtigkeit in der Zukunft einzusetzen. Das ist die zentrale Botschaft der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag auf dem Ehrenfriedhof in Limburg.

Kranzniederlegung am Ehrenmal mit Delegationen der Reservistenkameradschaft sowie Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Pfarrerin Siglinde Berg und Landrat Manfred Michel.

Ein unüberhörbares Klagen in der Welt ist nach Einschätzung von Pfarrerin (im Ehrenamt) Sieglinde Berg zu vernehmen. In ihrer Ansprache auf dem Ehrenfriedhof zum Volkstrauertag wies sie auf die vielen Opfer der Kriege hin, die Bombentoten in Darmstadt und im englischen Coventry erwähnte sie stellvertretend, erinnerte an die „Madonna von Stalingrad“, eine Kohlezeichnung des Lazarettarztes Kurt Reuber, die mit einem der letzten Transportflüge aus dem Kessel gelangte.

Doch trotz des erlebten Grauens, der Trauer um die Opfer, das Morden aus der Erde finde kein Ende, wie sie mit Verweis auf Aleppo und Mossul verdeutlichte. Das Leben, das durch Krieg und Terror frühzeitig beendet werde, bleibe unvollendet, so der Eindruck. Doch mit dem Hinweis auf Mose, dessen Grab niemals bekannt und gefunden worden sei und dessen Leben vermeintlich „unvollendet“ endete, entwarf sie das Bild eines Lebens, das bei Gott endete und somit doch vollendet sei.

Jüdische Gefallene

Eröffnet hatte die Feierstunde, die die Marienschülerinnen Lena Lorch und Rebecca Pap mit Gedichtvorträgen mit gestalteten, musikalisch Camerata Musica Limburg. Bürgermeister Dr. Marius Hahn erinnerte in seiner Begrüßung an die Schlacht vor Verdun vor 100 Jahren, die die Sinnlosigkeit und Brutalität kriegerischer Auseinandersetzung deutlich vor Augen führe. Die Gräuel des Ersten Weltkriegs habe der Volksbund zum Anlass genommen, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen und den Gedenktag anzuregen.

Der Limburger Bürgermeister nahm den Volkstrauertag 2016 zum Anlass, auf acht junge Limburger Männer hinzuweisen, die im Ersten Weltkrieg für ihr Vaterland kämpften und nicht nach Hause zurückkehrten. Mit Moritz Beringer, Theodor Meier, Ludwig Levi, Otto Löwenberg, Emil Kahn, Siegmund Meyer, Fritz Hecht und Ludwig Sternberg ließen Männer aus der jüdischen Gemeinde ihr Leben. Ihre Namen auf den Gefallenentafeln wurden später überklebt, ihre Angehörigen von den Nazis teilweise ermordet oder sie mussten fliehen, um ihr Leben zu retten.

Petition aus Sorge

Camerata Musica Limburg eröffnete die Gedenkstunde musikalisch, im Vordergrund eine Fahnendelegation der Marinekameradschaft Limburg.

Die Feierstunde findet stets am Ehrenmal für die Gefallenen in Stalingrad statt. Für die Kameradschaft mahnte Dr. Gerhard Luther als Angehöriger einer „verführten Jugend“, dem Gespräch und der Diplomatie stets den Vorrang zu geben vor bewaffneten Konflikten oder kriegerischen Auseinandersetzungen. Das „Grauen bis zum Ende in Stalingrad“ sei Mahnung, für alle diesseits und jenseits des Grabens. Deshalb hat sich die Kameradschaft auch mit einer Petition an die Regierungen in Russland und den USA gewandt, damit aus der syrischen Stadt Aleppo nicht ein zweites Stalingrad wird.

Nachdem anschließend Oberstleutnant a.D. Michael Knaack von der Reservistenkameradschaft vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gedenkstunde, darunter auch Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle und Ortsvorsteherin Sigrid Wolf und Generalarzt Dr. Dirk Raphael, der emeritierte Weihbischof Gerhard Pieschl sowie Elena Kopiroskaja als Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, der Toten gedacht hatte, legten Bürgermeister Hahn, Landrat Manfred Michel, Pfarrerin Siglinde Berg und Abordnungen der Reservistenkameradschaft unter den Trompetenklängen von Johannes Kramer die Kränze am Ehrenmal nieder.