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Saeed Foroghi erhält den Limburger Kunstpreis und wartet mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt auf.

Saeed Foroghi ist der Preisträger des Kunstpreises der Stadt Limburg. Am 23. September wurde ihm der Preis verliehen. Seit diesem Tag ist in den Kunstsammlungen im Historischen Rathaus seine Rauminstallation „VOR-FLUCHT, VERFLUCHT“ zu sehen. Die Ausstellung hat bisher über 600 Besucher/innen gezählt und ist noch 16. November geöffnet. Der in Berlin lebende Preisträger Saeed Foroghi gibt Auskunft über Heimat, Flucht und künstlerische Verantwortung.

Ihr Name klingt fremd, ihr Aussehen ist nicht mitteleuropäisch. Sind Sie ein Flüchtling?

Saeed Foroghi: Ich bin nicht geflüchtet, zumindest nicht in einer politischen Dimension. Ich habe den Iran verlassen und bin nach Deutschland gekommen, um zu studieren. Ich bin also weg und nicht zurückgegangen.

Jetzt leben Sie schon viele Jahre in Deutschland. Fühlen Sie sich hier inzwischen zuhause?

Foroghi: Es ist eher eine Art, sich fremd zu fühlen. Das hängt aber nicht von meiner Herkunft ab, sondern das schleppe ich als Künstler und als Mensch mit mir herum, der das Fremdsein ertragen muss. Und Fremdsein kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Durch die Art, sich anzuziehen, sich zu bewegen.

Auch wenn Sie sich fremd fühlen, Sie leben hier, sie sehen und erleben politische Veränderungen und bekommen mit, welche Themen in der Gesellschaft nicht nur flüchtig behandelt werden, sondern sich einnisten, verwurzeln…

Foroghi: Ich trage als Künstler die Verantwortung, die Themen der Gesellschaft zu transportieren. Meine persönlichen Erfahrungen sind dabei jedoch nicht so wichtig und konkret, dass sie zu politischen Aussagen führen. In meinen Werken, Bildern, Installationen finden sich die Meinungen der Betrachter/innen meiner Werke wieder.

Aber wenn sie einen Raum unter dem Aspekt Paria - Arier gestalten, das ist das doch eindeutig politisch.

Foroghi: Die Installation trägt diese Bezeichnung. Es finden sich auch Hinweise auf die Außenseiter in der Gesellschaft und auf das Gegenteil, auf Herrschaftsklassen. Es gibt die Möglichkeit, diese Gegensätzlichkeit in der Installation zu lesen. Aber sie müssen es nicht so lesen, verstehen, erkennen.

Warum diese Offenheit?

Foroghi: Sie führt zu Überlegungen und Verarbeitungen. Zum Beispiel darüber, was es heißt, stolz auf sein Vaterland zu sein. Doch der Begriff Vaterland kommt in vielen Sprachen gar nicht vor.

Es gibt in der Ausstellung die Installation eines Raumes im Historischen Rathaus mit dem Namen Vaterland.

Foroghi: Richtig - und dort werden den Besuchern auch die Farben Schwarz, Rot und Gold begegnen. Aber ich bin nicht auf der Suche nach einem Vaterland. Es gibt für mich kein Vater- und kein Mutterland. Es gibt Land.

Und wie sieht es mit Heimat aus?

Foroghi: Es gibt ein Gedicht der Theologin Margot Bickel. Darin heißt es: „Eines Menschen Heimat ist auf keiner Landkarte zu finden, nur in den Herzen der Menschen, die ihn lieben.“ Heimat ist für mich keine physische Beschreibung eines Ortes. Es geht um Emotionen, die mich mit Menschen verbinden. Dafür gibt es keinen Ort.

Die Kunstsammlungen der Stadt Limburg sind geöffnet montags und dienstags in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr, mittwochs von 8.30 bis 14 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.