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Die Vielfalt ist auch auf dem Foto gut zu erkennen. Mangold, Süßkartoffel und Palmkohl, sowie Fenchel zwischen Prachtkerzen, Gräsern und Studentenblumen. Im Hintergrund rot-weißblühender Salbei.

In Limburg wächst und sprießt es. Nicht überall, aber an zahlreichen Flecken zwischen dem Asphalt der Straßen und dem Beton der Gehwegsteine. Und machen fällt es auch auf: An einigen Stellen gedeiht es anders als sonst.

Anders blüht es in der Grabenstraße, im Bereich der alten Schiede und der Weiersteinstraße. Die dortigen Pflanzbeete bestehen schon viele Jahre, wurden auch stets von den Stadtgärtnern gehegt und gepflegt. Daran hat sich nichts ändert. Die Bepflanzung ist anders geworden. Stauden sind dort nun häufiger anzutreffen. Nach Angaben von Matthias Beul, Leiter der Stadtgärtnerei, befindet sich dort eine Kombination aus Stauden sowie Sommer- und Herbstzwiebeln in der Erde. Was dann heranwächst, blüht zu ganz unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Und was zeitlich gleichzeitig blüht, das zeigt sich in einem bunten Farbkleid.

„Die Pflanzen, Blumen, Sträucher und Stauden blühen zu jeder Jahreszeit unterschiedlich und dennoch farblich aufeinander abgestimmt“, sagt Stadtgärtner Thomas Foitzik. Im Frühjahr zeigen sich auf den Flächen die ersten Frühblüher wie zum Beispiel Tulpen und Narzissen, abgelöst werden sie durch die Blütenpracht der ersten frühen Stauden, die wiederum den Sommerblumen weichen. „Durch das durchgehende Blütenangebot fördern wir die Artenvielfalt in unserer Stadt. Viele der verwendeten Pflanzen sind für Insekten besonders wichtige Nahrungsquellen“, verdeutlicht Beul.

Bis zum ersten Frost versprechen die Stadtgärtner blühende Pflanzen auf den „Versuchsbeeten“. Im Herbst gibt es auch schon abgeblühte Pflanzen, das Bild wird sich zum Winter hin verstärken. Schon jetzt werben die Stadtgärtner um Verständnis, wenn abgeblühte Pflanzen und deren Fruchtstände stehen bleiben. Das geschieht ganz bewusst, sie werden nicht vergessen. „So genannte Wintersteher haben durch ihre bizarren Formen optisch ihren Reiz und bilden auch wichtige Rückzugsmöglichkeiten für Insekten“, so Foitzik. Und die Samenstände der Pflanzen seien zudem noch natürliche Futterquellen für Vögel.

Was für die Natur sinnvoll ist, muss das menschliche Auge nicht unbedingt als schön ansehen. Dennoch versuchen die Stadtgärtner mit ihrem Ganzjahreskonzept einen Brückenschlag zwischen Ästhetik und ökologischer Vielfalt. Dabei sind die Stauden ein wichtiger Pfeiler, denn sie bleiben das ganze Jahr dort stehen und erübrigen eine Winterbepflanzung. Die Stauden werden mit den Jahren kräftige Horste ausbilden und dicht zusammen wachsen, die Beete hingegen sind den Standorten angepasst, erfordern weniger Pflegeaufwand und lassen auch den so genannten Unkräutern nur wenig Chancen, sich zu entfalten.

„Wir hoffen, dass die fehlenden Blüten im Winter und reizvolle Fruchtstände von den Limburgern und ihren Gästen toleriert werden“, sagt Foitzik. Biodiversität, das Schlagwort für die biologische Vielfalt, werde immer wichtiger in den Städten. „Und wir wollen mit einem guten Beispiel voran gehen“, macht Beul deutlich. Den Insekten und Bienen wird es gefallen – und den Limburgern hoffentlich auch.