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Eine der neu aufgehängten Zitat-Banderolen in der Limburger Innenstadt, die von jungen Menschen gefertigt wurden.

76 Banderolen mit Zitaten aus der Jugendliteratur, aufgehängt an Schildern und Bäumen der Innenstadt, sollten den Limburger Lesedom begleiten. Doch es sind inzwischen deutlich weniger Zitate im öffentlichen Raum, die zum Lesen und Nachdenken einladen. „Wir können uns als Stadt bei Safe, Nourallah, Kurram, Lucy, Omar, Amir, Yassan, Maret, Salem, Michelle, Galina, Andelina und all den anderen, die daran mitgewirkt haben sowie der Kulturenwerkstadt mit Annie Vollmers und Judith Gäde nur entschuldigen“, sagt Johannes Laubach als Sprecher der Stadt.

Was ist passiert? Rund 40 befestigte und im Rahmen des Street Literature Projekts gefertigte Banderolen sind von Mitarbeitern der Stadt bei Reinigungsarbeiten entfernt und entsorgt worden. Dabei war die Aktion mit dem Aufhängen der Banderolen im öffentlichen Straßenraum durch die Stadt genehmigt worden, doch war dies nicht allen betroffenen Stellen in der Verwaltung gemeldet worden. Und so kam es, dass die Reinigungskräfte die Banderolen entfernten. Sie haben den Auftrag, alles zu beseitigen, was nicht genehmigt ist.

Für die Jugendlichen, die die Banderolen in den Sommerferien speziell für die Zeit des Lesedoms gefertigt hatten, ein wahrer Schock. Ihre Mühe beim Nähen, Schreiben und Aussuchen der Zitate vergebens, ihre Werke zerstört. Und sie hatten unter Anleitung von Annie Vollmers doch alles richtig gemacht. Sich eine Genehmigung besorgt, um ihre Werke in der Stadt öffentlich zu präsentieren. Und erst als das alles geklärt war, haben sie die Banderolen aufgehängt.

Am Freitag haben nun Mitarbeiter der Stadt die noch nicht aufgehängten Banderolen mit Zitaten aus der Jugendliteratur im Bereich des Kornmarktes und der Werner-Senger-Straße an Bäumen und Laternen aufgehängt. „Was nun hängt, ist ein Rest der Arbeiten. Wir wollen damit auch dokumentieren, dass es das Ganze nicht mehr gibt, ein Teil zerstört ist“, sagt Johannes Laubach.

Und es geht auch darum, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dass die Beseitigung der Werke ein Fehler der Stadt ist, „daran gibt es keinen Zweifel“, so Johannes Laubach. Deshalb entschuldigt sich die Stadt auch und sorgt dafür, den Vorgang mit dem Aufhängen der noch übrig gebliebenen Banderolen sichtbar zu dokumentieren. Zugleich soll damit die Wertschätzung gegenüber dem besonderen Engagement der jungen Menschen zum Ausdruck gebracht werden. Das will Bürgermeister Dr. Marius Hahn auch bei einem Treffen im Rathaus gegenüber den Jugendlichen noch einmal verdeutlichen.