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Mit einem Feuerwerk startete der Limburger Lesedom in seine 14. Auflage. Dr. Manfred Lütz, Psychiater und Bestsellerautor, stellte beeindruckend unter Beweis, dass Lachen und Tiefsinn keine Gegensätze sind. Am Samstag, 8. Oktober, steht der dritte und letzte Tag des Lesefestivals auf dem Programm. Um 11.30 Uhr liest der Limburger Autor Horst Christian Bracht aus seinem Roman „Der Diakon“.

Manfred Lütz, Psychiater, Theologe und ausgestattet mit kabarettistischem Talent, betonte den Wert von Lebenssinn für Glücksmomente.

Literatur zieht, zumindest wenn sie Ratgebercharakter hat, der Autor schon mit Bestsellern auf dem Markt vertreten ist und dazu noch ein kabarettistisches Talent hat. Eben ein Mensch aus dem Rheinland, linksrheinisch, versteht sich. Angekündigt war Manfred Lütz mit seinem Buch „ Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“. Darum ging es dann auch an diesem Abend in der WERKStadt-Lounge, aber um noch viel mehr.

Auf die 14. Auflage des Lesedoms ist die Stadt stolz, daran ließ Stadtrat Andreas Koch keinen Zweifel. Er hatte die Aufgabe, das Lesefestival offiziell zu eröffnen und warb dabei eindringlich für den Reiz des Lesens, für das Buch, das allen anderen Medien überlegen sei, warnte vor der permanenten Reizüberflutung, die der Ästhetik als Reizung der Sinne keine Chance mehr ließe. 12000 Besucher bei mehr als 100 Lesungen, das sei die Zahlenbilanz der bisherigen 13 Auflagen des Lesedoms.

Das Lesen in Limburg noch populärer zu machen, das sei das Ziel der ersten Versuche des Lesedoms gewesen, erinnerte Dr. Adelheid Rauch von der Domgemeinde, die über die Dombibliothek Partner der Stadt bei der Ausrichtung des Lesedoms ist. Wichtig für den Erfolg des Lesedoms sei das breite Angebot unterschiedlicher Literatur in den Lesungen.

Das Angebot zur Eröffnung des Lesedoms war auf jeden Fall überzeugend, das zeigten schon die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Lounge war zu klein, um allen Platz zu bieten. Mit Manfred Lütz hatten das Kulturamt der Stadt und die Dombibliothek auch ein „Zugpferd“, denn der Autor, Theologe, Philosoph und Mediziner steht inzwischen auch als Kabarettist auf der Bühne.

In der WERKStadt-Lounge erteilte er allen Ratgebern der Glücksindustrie eine kategorische Absage. Glück sei etwas ganz persönliches. Und wie sich dieser Zustand erreichen lasse, könne nicht per Rezept oder Handlungsanweisung weitergegeben werden. Ob jemand glücklich sei, das hänge davon ab, welche Musik er mag, wie er mit Menschen auskommt, welche Landschaften er toll findet und noch ganz viel mehr. Bei sieben Milliarden Menschen, so die Folgerung von Lütz, gebe es auch sieben Milliarden unterschiedliche Wege zum Glück.

Stadtrat Andreas Koch eröffnete offiziell den 14. Limburger Lesedom.

Er warnte davor, Glück und Erfolg mit einander zu verbinden und möglicherweise auch noch Geld ins Spiel zu bringen. „Erfolg ist nichts. Es geht darum, die Fähigkeiten, die man hat, fleißig einzusetzen“, so sei Rat. Und wer sich ständig mit anderen vergleicht, die andere Fähigkeiten haben, der werde nie glücklich. Glück machen, es zu produzieren, das gehe nicht. Und Glück sei auch kein Egotrip, denn der Mensch sei ein soziales Wesen und brauche den Kontakt. Glück hänge davon ab, Experte für sein eigenes Leben zu sein, einen Sinn zu haben und für Krisensituationen gewappnet zu sein. Dann gelinge es sogar, in Phasen von Leid, Trauer, Kampf und Tod glückliche Momente zu empfinden. Dass dies geht, hat Lütz in Gesprächen mit dem Auschwitz-Überlebenden Jehudah Bacon erlebt, auch davon erzählte er in Limburg.

Lesedom am Samstag

Der Lesedom, der gestern mit Lesungen von Annette Langen, Thomas Krüger und Frank Goosen fortgesetzt wurde, startet am Samstag, 8. Oktober, mit Horst Christian Bracht. Der Autor aus Limburg liest von 11 Uhr an aus seinem Roman „Der Diakon“. An ein junges Publikum richtet sich Ute Krause von 14 Uhr an, wenn sie Auszüge aus ihrem Buch „Minus Drei wünscht sich ein Haustür“ liest.

Zu kulinarischen Geschichten rund um die Welt lädt um 18 Uhr Eva Demski in der Lounge ein. Den Lesedom beschließt Andreas Pflüger. Spannung pur ist angesagt, denn er liest aus seinem Krimi „Endgültig“. Durch das Programm führt wie bei allen anderen Veranstaltungen des Lesedoms Nicole Frenken. Der Eintritt ist frei.