Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Als Gedankenexperiment bezeichnet Lea-Lina Oppermann ihr Manuskript „Die Wahrheit und wir“. Das Werk der 19 Jahre alten Autorin, das im Herbst kommenden Jahres als Buch erscheinen soll, ist zum Auftakt des Limburger Lesedoms mit dem „Hans-im-Glück-Preis“ für Jugendliteratur ausgezeichnet worden. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Kreisstadt Limburg verliehen.

lea_lina_oppermann_2

Vor zwei Jahren saß Lea-Lina Oppermann in der Schule. Es kam eine Durchsage. Die Schulleitung machte auf ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufmerksam und forderte dazu auf, die Klassenräume von innen abzuschließen. Was die Schülerin erlebte, war zum Glück der Fehlalarm eines Amoklaufs an ihrer Schule. Für Lea-Lina Oppermann war das Erlebte eine Aufforderung, sich damit auseinanderzusetzen, was und wie sich alles abgespielt hätte, wäre es tatsächlich ein Amoklauf gewesen.

Von einem Buch, das irritiert, sprach der Limburger Stadtrat Stephan Geller. Ihm blieb es vorbehalten, den Preis bestehend aus vergoldeter Kugel, einer Urkunde und einem Scheck in Höhe von 3000 Euro zu übereichen. Geller wies auch auf die Ursprünge des Preises hin, die zu dem Schriftsteller Hans-Christian Kirsch führen, der lange in der Domstadt lebte, vor allem Jugendliteratur verfasste und den Preis stiftete.

Das Manuskript hatte Geller schon mehrmals gelesen, bevor er die Autorin persönlich kennenlernte und ihr im Namen der Stadt in der WERKStadt-Lounge den Preis überreichte. Ausgewählt worden war das Werk aus 89 eingereichten Manuskripten und Büchern von einer fünfköpfigen Jury. In deren Namen lobte Jutta Golz den überraschenden Anfang, der von der Autorin zu einem schockierenden und konsequenten Ende weiterentwickelt werde. „Lea-Lina Oppermann erzählt aus drei verschiedenen Perspektiven und schafft damit eine unmittelbare Beteiligung der Lesenden“, so Jutta Golz. Dies habe die Jury überzeugt.

Zur Preisverleihung, die den Auftakt des Limburger Lesedoms bildete, hatten das Kulturamt der Stadt und die Dombibliothek ein junges Publikum eingeladen, Schülerinnen und Schüler Limburger Schulen fanden sich in der WERKStadt-Lounge ein. Der Aufforderung von Moderatorin Nicole Frenken, der preisgekrönten Autorin Löcher in den Bauch zu fragen, kamen sie allerdings nur sehr zögerlich nach.

Besonderes Talent zum Schreiben habe sie nicht verspürt oder bemerkt, sagte die sehr präsente und selbstsichere junge Autorin. Aber es habe ihr schon immer Spaß gemacht, Geschichten zu schreiben. In der Grundschule habe sie dies gerne mit anderen Schülerinnen unternommen. Und die Freude daran, dessen ist Lea-Lina Oppermann überzeugt, ist das Ergebnis vieler durch die Eltern vorgelesenen Geschichten und Märchen. Später in der Schule sei sie immer froh darüber gewesen, wenn es Aufgabe der Hausaufgaben gewesen sei, Geschichten zu schreiben. So manche Mathe-Hausaufgabe sei dafür nach hinten geschoben worden.

lea-lina-oppermann_8

Vor zwei Jahren hat sie mit ihrem nun preisgekrönten Manuskript begonnen, abgeschlossen ist es immer noch nicht. Es wird sprachlich dran gefeilt, sie muss einige Beschreibungen einfügen, damit es im Herbst kommenden Jahres als Buch erscheinen kann. Auf die Frage, ob ihr Werk eine Botschaft habe, sagte die junge Autorin: Hinter die Fassade zu schauen oder erst gar keine Fassade aufzubauen. Und die anwesenden Schülerinnen und Schüler forderte sie auf, in der Schule über das zu reden, was einen wirklich bewegt – das passiere viel zu selten.

Seit einigen Tagen studiert Lea-Lina Oppermann Sprechkunst in Stuttgart. Geschichten erzählen, Geschichten erleben, zu spielen, das will sie auch in Zukunft machen. Das Theaterspiel ist schon ein großes Hobby von ihr und die Theater AG ist das einzige, was sie aus der Schulzeit vermisst.

Das Manuskript

In dem Manuskript von Lea-Lina Oppermann hält ein Amokläufer eine Schulklasse für wenige Stunden in Schach. Nach und nach müssen der Lehrer und die Klasse zehn Briefe öffnen, in denen Aufträge enthalten sind. Auf diese Weise übt der Amokläufer Vergeltung, denn er scheint die Schwächen und Geheimnisse der Klasse bestens zu kennen. Während die Polizei ihren Einsatz vorbereitet, nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung…