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Sie heißen Safe, Nourallah, Kurram, Lucy, Omar, Amir, Yassan, Maret, Salem, Michelle, Galina oder Andelina. Geboren sind sie in Syrien, Afghanistan, Eritrea oder auch in Deutschland. Manche sprechen deutsch ohne Akzent, andere sind erst dabei, die Sprache zu lernen. Gemeinsam fanden sie sich in der Kulturenwerkstatt ein, um sich in einem fünftägigen Workshop im Rahmen des Street Literature Projektes mit Sprache und Literatur zu beschäftigen - und sich gemeinsam kennenzulernen. Ein Ergebnis davon ist nun an vielen Bäumen und Laternen in der Stadt zu sehen. Kleine Stoffbanderolen beschrieben mit Zitaten aus der Jugendliteratur.

„Manchmal lässt das Schicksal, das Leben oder wie immer du es nennen willst, eine Tür einen Spalt offen und du gehst hindurch. Aber manchmal schließt es die Tür und du musst den

Lucy und Kurram befestigen die Banderole mit einem Zitat aus einem Buch von Gayle Forman an einer Laterne am Europaplatz.

Schlüssel suchen, das Schloss aufbrechen oder das verdammte Ding eintreten. Und manchmal zeigt es dir nicht mal die Tür und du musst dir selbst eine bauen.“ Das hat die amerikanische Journalistin und Autorin Gayle Forman in ihrem Buch „Und ein ganzes Jahr“ geschrieben. Das Zitat, die meisten sind deutlich kürzer, haben Kurram und Lucy am Europaplatz aufgehängt. Viele weitere Zitate aus Büchern von Cornelia Funke, Wolfgang Herrndorf und anderen folgten.

Unter der Leitung von Annie Vollmers sowie der Erzieherin und Musikerin Judith Gäde fand im vergangenen Juli der Workshop statt, an dem sich insgesamt 22 Jugendliche beteiligten. Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Deutschland und weiteren Ländern nutzten die Sommerferien, um kreativ zu werden und sich gleichzeitig mit Jugendbüchern zu beschäftigen. Eigenständig suchten sie Zitate aus Jugendromanen aus, die ihnen besonders gut gefielen. Eine Arbeit, die die Auseinandersetzung mit Literatur voraussetzt, dies allerdings in ungezwungener Atmosphäre fernab von schulischem Leistungsdruck.

Auf selbst angefertigten bunten Stoffbanderolen laden die Zitate an Bäumen und Laternenmästen nun in der Innenstadt zum Innehalten ein. Im Rahmen des Limburger Lesedoms dient die Innenstadt dem Street Literature Projekt bis zum 10. Oktober als Ausstellungsraum, um den einen oder anderen Interessierten zum Schmunzeln oder Nachdenken zu bringen.

Das „Street Literature Projekt“ wurde durch eine Förderung des Arbeitskreises für Jugendliteratur im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Auf lokaler Ebene kooperierte die Kulturenwerkstatt mit der Goetheschule Limburg und dem Kulturamt der Stadt Limburg.