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Am Sonntag und Montag, 2. und 3. Oktober, wird es auf dem Neumarkt lauter als üblich zugehen. Die Stadtgärtner sind im Einsatz, um die Platanen zurückzuschneiden. Eine alle zwei Jahre stattfindende Aktion, die auch immer wieder für Diskussionen sorgt.

Die Stadtgärtner sind am Sonntag und am Feiertag, 3. Oktober, im Einsatz, um die Platanen auf dem Neumarkt zu schneiden.

Um 7.30 Uhr rücken die Mitarbeiter/innen der Stadtgärtnerei an beiden Tagen an, um 18 Uhr wird der Arbeitseinsatz beendet. In diesem Jahr müssen keine Autos vom Neumarkt verbannt werden, denn Parken ist ohnehin nicht angesagt. Um die Anwohner zu entlasten, werden die abgeschnittenen Äste nicht auf dem Neumarkt gehäckselt, sondern komplett zum Betriebshof gefahren und dort zerkleinert. Somit werden die Anwohner von Staub und Lärm entlastet.

Leise wird es trotzdem nicht zugehen, denn Motorsägen sind im Einsatz, Fahrzeuge werden bewegt und Hubwagen befördern die Mitarbeiter auf Arbeitshöhe. „Wir benötigen zwei Tage hintereinander, um alle Bäume auf dem Platz zurückzuschneiden“, sagt Matthias Beul, Leiter der Stadtgärtnerei. Und samstags ist ein Einsatz auf dem Platz nicht möglich, da ist schließlich Markttag. Nach Angaben von Beul bietet sich die Kombination aus Sonntag und anschließendem Feiertag deshalb an. Der Leiter der Stadtgärtnerei hofft auf Verständnis bei den Anwohnern.

In der Vergangenheit ist das Zurückschneiden der Bäume oft kritisiert worden. Die Platanen würden das nicht überstehen und eingehen, lautete einer der Vorwürfe. Die Erfahrung lehrt das Gegenteil. „Die Platanen überstehen die Kopfbaumschnitte gut“, so Beul. Keiner der Bäume auf dem Neumarkt habe wegen der Schnitte in der Vergangenheit Schaden genommen.

Auch der Zeitpunkt des Rückschnitts ist oft kritisiert worden, da die Bäume noch über Laub verfügen. Der recht frühe Zeitpunkt ist der starken Beanspruchung der Platzes geschuldet und dem Fakt, dass für den Rückschnitt zwei Tage benötigt werden. Die Bäume auf dem Neumarkt werden im Wechsel mit den Platanen in der Diezer Straße alle zwei Jahre zurückgeschnitten.

Nach Angaben von Beul wird der Baum bei dem praktizierten Kopfbaumschnitt bis auf seinen Stamm oder seine Hauptäste zurückgeschnitten. Diese Art des Schnittes sei eine weit über 100 Jahre alte Form der Baumerziehung. Die Art vermeide große Wunden und es bildeten sich sogenannte Köpfe an den Stammenden. Mit einer Kappung habe das gewählte Verfahren nichts zu tun.

Ursprünglich sei der Kopfbaumschnitt bei Weiden eingesetzt worden, um die dann folgenden Triebe zum Flechten nutzen zu können. Aber auch bei Platanen, Buchen oder auch Linden finde sich der Kopfbaumschnitt. Ziel des Schnittes ist es, den Wuchs des Baums zu kontrollieren, die Standsicherheit auf Dauer zu gewähren und eine zu starke Verschattung unter den Bäumen zu vermeiden.

Der regelmäßige Kopfbaumschnitt dient schließlich auch dazu, Nistmöglichkeiten von Vögeln stark zu begrenzen. Derzeit befinden sich in den Platanen keine Nester.