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Ungewohnt lebhaft und wuselig ging es im Sitzungssaal des Limburger Rathauses zu. Da wurden Samenkugeln von kleinen Kinderhändchen geformt, die Wohnungen von Wildbienen in Augenschein genommen und Tiere des Waldes begutachtet. Das alles nach einem gesunden Frühstück.

Stadtgärtnerin Christiane Henrich hatte viele Kräuter mit in den Sitzungssaal gebracht, die sie den Kindern zeigte.

Normalerweise wird im Sitzungssaal so manche Abend- und Nachtstunde verbracht. Diejenigen, die dort politische Debatten führen und praktische Lösungen für die Stadt suchen, verfügen meist über eine Lebenserfahrung, die einige Lebensjahre erfordern. Am „Tag der Nachhaltigkeit“ war das alles anders. Da war schon früh Leben im Sitzungssaal und das Alter der Besucher reichte nicht aus, um schon in die Schule zu gehen.

Wer so jung ist, der bringt Neugierde mit. Und die zeigten die Kinder auch, denn unter dem Motto „beobachten, erleben, schützen“ gab es für sie ganz viel zu entdecken, was so gar nichts mit Vorlagen, Aktenvermerken und Anträgen und Beschlüssen zu tun hat. Es ging um Kräuter und Samen, um die Lebensräume von Wildbienen und um Tiere, die im Wald leben.

Stadtgärtnerin Christiane Henrich hatte nicht nur ganz viele Kräuter wie Rosmarin, Majoran, Schnittlauch und Currykraut mit in den Sitzungssaal gebracht, sondern auch Lavendel („Riecht mal daran“, forderte sie die Kinder auf), und viele, viele Tütchen mit ganz unterschiedlichem Samen. Einige Kinder schütteten die unterschiedlichen Samen zusammen, andere waren zur gleichen Zeit damit beschäftigt, aus Lehm, torffreier Erde, Humus und Wasser einen Brei anzurühren. Samen und Brei miteinander verknetet ergab Kugeln, die die Kinder natürlich mit nach Hause nehmen durften. Und wenn die Kugel dann im kommenden Frühjahr in der freien Natur geworfen wird, aufkommt und auseinanderfällt, dann könnte da durchaus etwas wachsen.

Tiere zum Anfassen, die das Interesse der Kinder fanden, hatte Monika Schiebel mitgebracht.
Gesundes Frühstück: Ungewohnte Uhrzeit und ungewohnte Gesprächspartner für den Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn.

Was Wildbienen an Behausung benötigen, wie wichtig sie für die Bestäubung sind, das erklärte Johann Scheiwein den Kindern. Er hatte dazu auch ganz viele Behausungen mitgebracht, die er selbst herstellt und anschließend den Wildbienen überlässt. Natürlich erklärte er auch, dass die Wildbienen nicht stechen, es aber auch keinen Honig von ihnen gibt und die Lebenszeit als Biene nur recht kurz ist, nur vier bis fünf Wochen umfasst. Und obwohl es um Wildbienen geht, investiert Johann Scheiwein viel Zeit darin, dass diese Bienen viele Möglichkeiten haben, sich fortzupflanzen.

Ins Reich der Tiere lud Monika Schiebel ein. Sie ist im Limburger Rathaus für den Umweltschutz zuständig und hatte den „Tag der Nachhaltigkeit“ zusammen mit Kathrin Weber, Energie- und Klimaschutzbeauftragte der Verwaltung, organisiert. Die von Monika Schiebel mitgebrachten Tierpräparate zeigten vor allem Raubtiere aus der heimischen Wildnis: Mader, Iltis und andere.

Wie leben die Wildbienen? Das erläuterte Johann Scheiwein aus Staffel den Kindern im Sitzungssaal des Rathauses.

An der großen Frühstückstafel mit frischen Äpfeln, Müsli, Vollkornbrot und vielem mehr hatte auch Bürgermeister Dr. Marius Hahn Platz genommen. Der freute sich über die jungen Besucher und ihren Frühstückshunger. Es sei nie zu früh, um sich mit Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Dass die Kinder mit dem Begriff in einer abstrakten Form noch nichts anfangen könnten, sei verständlich. Deshalb gehe es für sie im Sitzungssaal auch darum, sich dem Thema durch Anfassen, Mitmachen, Schauen und Zuhören zu nähern.

Der „Tag der Nachhaltigkeit“ wurde am 22. September zum vierten Mal in Hessen begangen, aufgerufen hatte dazu das Umweltministerium. Unterstützt wurde der Tag in Limburg durch das Reformhaus Reinhard und die Bäckerei „Die Maisterei“.