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Der Künstler Saeed Foroghi ist der diesjährige Preisträger des Kunstpreises der Stadt Limburg, der unter dem Thema „flüchtig“ ausgeschrieben war. Seine bildmächtigen Rauminstallationen werden am Freitag, 23. September, um 19 Uhr in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21) von Bürgermeister Dr. Marius Hahn mit dem Kunstpreis der Stadt Limburg ausgezeichnet und zugleich seine Ausstellung „VOR-FLUCHT, VERFLUCHT“ eröffnet. Die Laudatio hält André Kramm, Vorsitzender Förderkreis Bildende Kunst Limburg und Jurymitglied. In die Ausstellung führt Ljudmila Belkin, Kunsthistorikerin und Migrationsforscherin, ein.

Saeed Foroghi erhält den Limburger Kunstpreis und wartet mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt auf.

„Limburg darf sich auf eine spannende Ausstellung freuen“, davon ist Irene Rörig, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg und Jurymitglied, überzeugt. „Die Ausstellung ,VOR-FLUCHT, VERFLUCHT‘ überzeugt durch ihre bildmächtigen Rauminstallationen und ist bis zum 13. November im städtischen Ausstellungshaus zu sehen“, ergänzt Rörig. Die Jury zur Vergabe des Preises ist von der Qualität der Arbeiten und der Projektidee überzeugt und formulierte in ihrer Begründung: „Foroghi's Arbeiten beschäftigen sich mit dem Thema Nationalität und Identität – sie sie sind spielerisch und ernsthaft zugleich. Sie sind ironisch, vieldeutig und hintersinnig, dabei keinesfalls plakativ aber politisch demonstrativ.“

Der Kunstpreis wird seit 1996 vom Magistrat der Kreisstadt Limburg und dem Förderkreis Bildende Kunst Limburg verliehen sowie von der Kreissparkasse Limburg unterstützt.

Zur Ausstellung

Der Künstler folgt der Jury, die bewusst keine inhaltlichen Aussagen zum ausgelobten Thema „flüchtig“ gemacht hatte, und überlässt die Deutungshoheit den Ausstellungsbesuchern. Diese erwartet, genauso wie den Künstler selbst, eine Überraschung.

Der künstlerische Anteil wird dabei kein leeres Blatt oder leerer Raum sein. Ganz im Gegenteil, Saeed Foroghi lädt in prachtvoll gestaltete Räume ein. Diese sind gleichzeitig ein Drehbuch für eine Aktion, an der alle Besucher/innen teilnehmen oder teilnehmen können. Mitmachen oder nicht, das ist eine persönliche Entscheidung. Es geht um Kunst, die sich selbst als Spiel begreift und daher uneingeschränkte Variationen für den eigenen Ablauf vorsieht. Sie gibt nichts vor, sie will herausfordern.

„Vor-Flucht, verflucht!“ ist ja ein sprachliches Spiel, das Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit mit Zufälligem und Närrischen zu vermischen wagt. „Vor-Flucht. Verflucht“ oder "Vor der Flucht, verflucht!“ Nicht unähnlich sprach es Oskar Matzerath, der Protagonist von Günter Grass' Roman „Die Blechtrommel“ und das Vorbild des Künstlers, aus. Saeed Foroghi verfremdet die Sprache zusätzlich, um seiner nichtdeutschen Herkunft eine Bühne zu geben, ohne sie dabei zu benennen, ohne ein „anders“ nationales Thema zu erzählen.

Vor-Flucht, – verrät Foroghi, – meint einen Zeitpunkt, bevor all das geschah, was wir gerade erleben. Er will seinem Frust Raum geben: „Verdammt! Verflucht! Wir betrachten das Problem nur aus einem Blickwinkel, der uns heute beschäftigt, die Ursachen vergessen wir. Wir müssen einen Schritt zurück machen und schauen, wie Nationalitäten entstehen, wie ein Kind zum Soldaten wachsen kann. Wir müssen Zusammenhänge erkennen, dann begreifen wir die Flucht besser“.

Kunstpreis der Stadt Limburg

Der Kunstpreis der Stadt Limburg wird seit dem Jahr 1996 jährlich bundesweit mit wechselnder Themenstellung ausgeschrieben. Er ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro dotiert und mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden. Alle Techniken sind zugelassen. Ziel des Preises ist es, durch die Prämie und die Ausstellung Künstlern die Möglichkeit zu geben, eigene, bereits vorhandene oder neue Vorstellungen und Werke mit einer gestellten Thematik zu verbinden, daraus ein individuelles Ausstellungskonzept zu entwickeln und an die Öffentlichkeit zu treten.

Mitglieder der Jury sind Irene Rörig als Leiterin des Kulturamtes, der Künstler Professor Eckhard Kremers, der Kunsthistoriker Dr. Gabriel Hefele, André Kramm als Vorsitzender des Förderkreis Bildende Kunst Limburg und der Journalist Johannes Bröckers.

Die Kunstsammlungen der Stadt Limburg sind geöffnet montags und dienstags in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr, mittwochs von 8.30 bis 14 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.