Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Es gibt zahlreiche geschichtliche Verknüpfungspunkte zwischen der Grafenstadt Diez, der Fürstenstadt Hadamar und der Bischofsstadt Limburg. Doch es gibt nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch aktuelle Herausforderungen, vor denen die Städte gemeinsam stehen. Zum Beispiel beim Verkehr. Auf der Suche nach Alternativen setzten sich die Bürgermeister Dr. Marius Hahn (Limburg), Michael Ruoff (Hadamar) und Frank Dobra (Stadt Diez) sowie Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke und seine Kollegen Matthias Zürn (Hadamar) und Edgar Groß (Erster Beigeordneter der Stadt Diez) aufs Rad und strampelten entlang des Elbbachs, kreuzten die Lahn und Straßen.

Unter den Autobahnbrücken in Limburg endete die Drei-Städte-Radtour mit (von links) Stadtrat Matthias Zürn (Hadamar), Erster Beigeordneter Edgar Groß (Diez), Erster Stadtrat Michael Stanke (Limburg) sowie die Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Frank Dobra und Michal Ruoff.

„Das geht nicht“, die Einschätzung teilten alle, die mit dem Rad unterwegs waren. Was nicht geht ist die Situation für Radfahrer am Staffeler Dreieck. Wer sich über den Radweg dem Kreuzungsbereich mit der B8 nähert, der muss an einer Ampel die Straße überqueren. Das wird für Gruppen schon problematisch wegen der geringen Aufstellfläche und die Grünphase ist auch recht kurz, um komplett die Kreuzung zu überqueren. Den Verkehrsknotenpunkt ohne Wartezeit zu passieren, wäre nach Einschätzung von Hahn und Stanke wünschenswert und ein lohnenswertes Ziel.

Dass die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer das Bohren dicker Bretter und damit viel Geduld fordert, hatte Bürgermeister Michael Ruoff kurz nach dem Start in Hadamar deutlich gemacht. In Höhe von Niederhadamar verläuft der Radweg durch ein Naturschutzgebiet, passiert den ehemaligen Kalksteinbruch und überquert auf einer hohen Brücke den Elbbach. Für den nahe an der Bahnlinie verlaufenden Weg sprach nach Angaben von Ruoff bei den Genehmigungsbehörden, dass mit ihm ein Abschnitt mit hoher Gefährdung entlang der Mainzer Landstraße nicht mehr befahren werden muss.

Doch mit einmaligen Investitionen (im Fall des Radwegs hat Hadamar 80 Prozent der Kosten durch Fördermittel decken können) ist es nicht getan. Die Drei-Städte-Tour führte schließlich auch durch Elzer Gemarkung und in Höhe der Neumühle gab es einen Ortstermin des Elzer Bürgermeisters Horst Kaiser mit weiteren Vertretern von Behörden und Firmen. Thema: Ersatz der dortigen Brücke über den Emsbach. Die soll nach dem Vorbild des Bauwerks in Hadamar errichtet werden.

Nachdem die Staffeler Wiesen durchquert waren, stand Diez als nächstes Etappenziel auf dem Programm. Für die Limburger Delegation präsentierte Bürgermeister Frank Dobra zwei Beispiele, die auch in der Domstadt diskutiert werden und die mit Fahrradfahren nichts zu tun haben. Die Diezer leisten sich ein eigenes Museum mit einem hauptamtlichen Leiter im Grafenschloss. Trotz guter Besucherzahlen und reichlich ehrenamtlichem Engagement benötigt die Einrichtung natürlich finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Die Schaffung des Museums ist zwar durch das Land gefördert worden, doch nun wird die Stadt immer wieder gemahnt, dass der laufende Betrieb eine freiwillige Leistung sei und dort habe die Stadt zu sparen.

Etappenziel Grafenschloss, in dem die Stadt Diez ein eigenes Museum betreibt (von links): Bürgermeister Frank Dobra und Erster Beigeordneter Edgar Groß (Diez), die Bürgermeister Dr. Marius Hahn (Limburg) und Michael Ruoff (Hadamar) sowie Stadtrat Matthias Zürn (Hadamar) und Erster Stadtrat Michael Stanke (Limburg).

Dobra leitete die Radler auf dem Weg in die Domstadt noch durch den Landschaftspark Wirt, der in verschiedenen Etappen errichtet wurde. Falls die Limburger Anregungen für ihren Lahnpark brauchen, ein Blick in die Nachbarstadt lohnt. In dem Park gibt es Wasserspiele und Wasserläufe, Ruheflächen, eine recht leise Skateboardanlage, Sportstätten und vieles mehr. Diez erhielt dabei Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen. Und auch wenn die Gesamtsumme für die Errichtung des Parks nicht genannt wurde, klar ist, wer so etwas schaffen möchte, muss Geld in die Hand nehmen.

Zum Abschluss der Drei-Städte-Tour – nach rund 35 zurückgelegten Kilometern meist auf Wegen abseits von befahrenen Straßen und mit wenig Steigungen – gönnten sich alle Radler noch einen Blick auf einen ganz anderen Verkehrsweg, der das Lahntal überquert. Hahn und Stanke hatten die Baustelle der Autobahnbrücke ausgewählt, um einen Schlusspunkt zu setzen. Dort entsteht sehr zügig eine neue Lahnquerung und das Abrisstempo bei der alten Brücke hat auch schon eine große und sichtbare Lücke in der Fahrbahn geschaffen. Es kann also auch ganz schnell gehen, wenn die Planungen durch sind und die Finanzierung gesichert ist.

Limburg im Fahrradklima-Test

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat seinen Fahrradklima-Test gestartet, der noch bis 30. November läuft. Zum siebten Mal findet der Test statt, Limburg war beim letzten Test 2014 zum ersten Mal mit aufgeführt gewesen. 61 Bewertungen waren angeben worden zu den Bedingungen des Radfahrens in Limburg. Die vergebene Note reichte in der Gesamtbewertung für ein ausreichend. Im Vergleich der Städte mit unter 50000 Einwohnern belegte Limburg Platz 228 von 292 Rängen, im Hessenvergleich kam Limburg auf Platz 36 bei 42 bewerteten Städten.

Entspannt durch die Staffeler Wiesen, im Hintergrund der Schafsberg mit dem St.-Vincenz-Krankenhaus. Das Feld der Radler mit (von links) den Bürgermeistern Michael Ruoff, Dr. Marius Hahn und Frank Dobra, Limburgs Erstem Stadtrat Michael Stanke, Stadtrat Matthias Zürn (Hadamar) und dem Ersten Beigeordneten Edgar Groß (Diez) ist eng zusammen.

„Das ist verbesserungsfähig“, sagt Gregor Benner von der Abteilung Verkehrsplanung im Rathaus. Wer mitmachen und per Fragebogen erklären will, ob Radfahrern in Limburg mit Spaß oder Stress verbunden ist, ob die Radwege breit genug sind und im Winter von Schnee geräumt werden, ob die Fortbewegung auf zwei Rädern mit einem Gefühl der Unsicherheit verbunden ist oder sich Radfahrer in der Stadt sicher fühlen können, der kann dies über die Internetseite www.fahrradklima-test.de tun. Die zentrale Aktionsseite erklärt, was der ADFC-Fahrradklima-Test ist und leitet zum Online-Fragebogen weiter. Die Ergebnisse werden im Frühjahr kommenden Jahres präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte nach vier Einwohner-Größenklassen sowie die Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

100000 Bürgerinnen und Bürger hatten sich nach Angaben des ADFC vor zwei Jahren an dem Test beteiligt und die Situation im Radverkehr in 468 Städten beurteilt. Die 61 Teilnehmer, die die Situation in Limburg beurteilten, hatten als Stärken in der Domstadt im Vergleich zu ähnlichen Städten die geringe Zahl der Fahrraddiebstähle, die Mitnahme im öffentlichen Personennahverkehr und die Förderung des Radverkehrs in jüngster Zeit als Stärken bezeichnet. Schwach schnitt die Stadt in der Beurteilung ab, wenn es um die Zügigkeit des Radverkehrs ging und die Breite der Radwege. Und kritisch wurde auch die allgemeine Bereitschaft bewertet, auf das Fahrrad als Verkehrsmittel zu setzen.