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Was hat das Steak mit dem Klimawandel zu tun? Einiges, denn für die Rinder, die das Fleisch liefern, wird Soja dort angebaut, wo zuvor Regenwald stand. Zudem benötigen die Tiere Weidefläche und das Fleisch hat oft lange Transportwege hinter sich. Doch Genuss muss dem Klima nicht schaden. Das macht eine Ausstellung zur klimafreundlichen Ernährung deutlich, die am Dienstag von Bürgermeister Dr. Marius Hahn eröffnet wurde.

Wer am Brot, dem Huhn, der Packung Fischstäbchen, dem Schwein oder dem Rind zieht, der bekommt es mit unterschiedlichen Gewichten zu tun. Das hoch zu ziehende Gewicht orientiert sich an dem, was bei der Herstellung von den entsprechenden Lebensmitteln an CO2-Ausstoß anfällt.

„Global denken, lokal einkaufen und handeln“, das ist nach seiner Einschätzung der rote Faden, der sich durch die Ausstellung zieht. Eine Ausstellung, die dazu einlädt, Gegenstände in die Höhe zu heben und Gewichte zu vergleichen, die für den CO2-Ausstoß stehen, die bei der Produktion entstehen. Und dabei geht es schon um einige Kilogramm. Pro Jahr und Kopf wird ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von 11,1 Tonnen produziert, 14 Prozent davon entfallen auf die Ernährung. Und es gibt Nahrungsmittel, die für erheblichen CO2-Ausstoß sorgen. Das lässt sich in der Ausstellung schnell in Erfahrung bringen.

Dabei wollen die Schautafeln, die unterschiedlichen Mitmachaktionen keineswegs den Appetit verderben. Genießen ist auch dann möglich, wenn das Klima geschont wird. Dazu gibt es Anregungen und Hinweise. „Das hat einen gewissen Charme“, merkte Hahn bei der Eröffnung an und gab Einblick in die eigenen Küchenexperimente, die zumindest beim zweiten Versuch zu einer Marmelade aus Rhabarber geführt haben, die von Teilen der Familie auch verzehrt wurde.

„Essen wir unser Klima auf?“, das ist der Untertitel der Ausstellung, die noch bis zum 14. September in der alten Kaffeerösterei in Limburg zu sehen sein wird. Die offizielle Ausstellungsadresse ist Grabenstraße 9 (Farben Feigmann), doch der Zugang befindet sich in der Konrad-Kurzbold-Straße und führt über den Hof in die ehemalige Kaffeerösterei. Ein vormaliger Ort der Lebensmittelproduktion, idealer könnte es für eine Ausstellung zum Thema Ernährung kaum sein. Frank Tengler-Marx und seine Frau Anja haben das Areal erst vor kurzem erworben und stellen es der Stadt zur Verfügung.

Die Wanderausstellung von der in Frankfurt angesiedelten Aktion Klimagourmet, verbindet in Limburg die Aktion Faire Trade mit der Grabenstraße-Veranstaltungsreihe. Wenn die Ausstellung endet, starten im Anschluss gleich die fairen Wochen, so der Hinweis von Sandra Köster vom Amt für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Touristik.

Die Ausstellung ist montags bis mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Die Ausstellung ist beaufsichtigt. Den entsprechenden Dienst übernehmen vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die in der Limburger Ehrenamtsagentur geführt werden.

Die ehemalige Kaffeerösterei der Gebrüder Fritz und Jakob Fachinger bestand zwischen den Jahren 1904 und 1938, die ihren Kaffee unter dem Namen „Nassovia“ anbot. Von 1957 bis 1970 hatte die EVL dort ihre Werkstatt und Betriebsgebäude.

Wie der Bürgermeister im Rahmen der Eröffnung verdeutlichte, war als Veranstaltungsort zunächst an eine andere, leer stehende Immobilie gedacht. Doch die Situation in der Grabenstraße habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten doch deutlich gebessert, der Leerstand deutlich zurückgegangen und auch das zunächst ins Auge gefasste Geschäft habe nun eine neue Nutzung. Das Engagement und der Einsatz für die Grabenstraße, davon ist Hahn überzeugt, lohnt sich.