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Katja Hornfeck selbst spricht von einer total verrückten Idee. Da ist ihr zuzustimmen. In 18 Etappen will sie von Frankfurt nach Hamburg laufen. 950 Kilometer kommen dabei zusammen. Limburg war ihr zweites Etappenziel.

Das Etappenziel Limburg ist erreicht: Katja Hornfeck (vorne) hat an ihrem zweiten Lauftag rund 46 Kilometer zurückgelegt, Oliver Nink (rechts) hat sie den ganzen Tag begleitet. Die übrigen Läuferinnen und Läufer sind an verschiedenen Orten in den Lauf eingestiegen.

Als sie auf dem Europaplatz dort am späten Dienstagnachmittag begleitet von zwölf weiteren Läuferinnen und Läufern eintraf, da waren erst einmal Apelsaftschorle, Bananen und Energieriegel gefragt. 46 Kilometer hatte Katja Hornfeck am zweiten Tag ihrer verrückten Tour zurückgelegt. Morgens um 9 Uhr war sie in Wiesbaden gestartet. Begleitet wurde sie auf der kompletten zweiten Etappe durch Oliver Nink aus Gückingen. „Ich bin froh, nicht weiter laufen zu müssen“, sagte er nach einem heißen Tag und 46 Kilometern durch den Taunus.

In Limburg begrüßte der Erste Stadtrat Michael Stanke die ankommende Gruppe und überreichte Katja Hornfeck eine kleine Spende. Respekt zollte er dem, was sich Katja Hornfeck vorgenommen hat. Er wünschte der Läuferin für die weitere Tour alles Gute und dass sie ihr Ziel Hamburg auch gesund erreicht. Willkommen geheißen hatte die Laufgruppe zunächst Jessica Müller vom Verein „Gegen unseren Willen“. Der Verein ist erste Anlaufadresse von Opfern sexueller Gewalt. Hilfe, Beratung erhalten sie dort, der Verein setzt zudem auf Präventionsarbeit in Schulen und anderen Einrichtungen.

Mit ihrem Lauf will Katja Hornfeck aufmerksam machen auf Opfer sexualisierter Gewalt. Die Pfarrerin aus Bergheim bei Köln ist selbst Opfer. „Vor 20 Jahren ging es bei mir ums Überleben. Vor fünf Jahren habe ich gemerkt, dass es nicht mehr so ist“, berichtete sie auf dem Limburger Europaplatz. Da steckte viel Arbeit dahinter, Rückschläge galt es zu verkraften, beruflich musste sie kürzer treten, neue Anläufe unternehmen, sich neu orientieren. Ein schwieriger Weg in die Normalität, berichtete sie ihren Mitläufer/innen und Gästen am Stand, unter denen sich auch die Kreisfrauenbeauftragte Ute Jungmann-Hauff befand.

Zu dem neuen Weg gehörte auch, eine Ausbildung als Hundetrainerin zu machen. Fianna ist die von ihr ausgebildete Assistenzhündin und ständige Begleiterin beim Lauf. Allerdings musste sie der Hitze auf der Strecke zwischen Wiesbaden und Limburg Tribut zollen und kletterte ins Auto, mit dem Ehemann Günter als Navigator und Versorgungsbeauftragter seine Frau begleitet.

Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke zollte dem Vorhaben von Katja Hornfeck viel Respekt und überreichte eine Spende. Im Hintergrund Jessica Müller vom Verein »Gegen unseren Willen«.

1000 Euro und pro Anlaufstation zehn Frauen und Männer, die zumindest einen Teil der Strecke mitlaufen, das war zunächst das Ziel von Katja Hornfeck. „Das werden wir überschreiten“, sagte sie bereits beim zweiten Etappenziel. Doch die Spendensumme oder auch die Zahl der Mitläufer/innen stehe gar nicht im Vordergrund. Ihr geht es darum, für Opfer sexualisierter Gewalt und deren Schicksal sensibel zu machen. Dabei würden ihr an den Etappenzielen die Institutionen helfen, die den Opfern zur Seite stehen. Und es geht Katja Hornfeck auch darum, Betroffenen die guten und hoffnungsvollen Seiten des Lebens zu zeigen. Dennoch freut sie sich über jede und jeden, der einige Kilometer mit ihr zusammen unterwegs ist.

Die Spenden, die die Läuferin auf ihrer Tour erhält, stellt sie der Renate-Rennebach-Stiftung für Opfer sexueller und ritueller Gewalt zur Verfügung. Die Stiftung hat die Ausbildung von Katja Hornfecks Hündin Fianna finanziert.

Die Läuferin hat Limburg wieder verlassen. Noch viele Kilometer liegen vor ihr. Am 16. September will sie ihre letzte Etappe laufen und in Hamburg ankommen.