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Sie prägen sich ein, die minimalistisch kleinen Radierungen, die Häuser, Straßen oder andere Kleinigkeiten aus den Dörfern und Städten der Region zeigen. Mit „ojo“ sind sie unterzeichnet. „Ojo“, das ist Klaus Panzner. In Bayern ist der Künstler, der die meisten Jahre seines Lebens in Limburg und der Region verbrachte, nun verstorben.

Klaus Panzner, der als "ojo" arbeitete, ist in Bayern gestorben, sein Blick auf die Region lebt in seinen Werken weiter. Foto: Wilma Rücker

Kurz vor seinem 73. Geburtstag ist der in Dresden geborene Künstler, der im heutigen Bad Camberger Stadtteil Schwickershausen aufwuchs, bereits am 31. Juli in Bayern gestorben. „Ungewöhnliche Blicke auf Limburg und das Umland prägten Panzners Kunst“, erinnert Michael Stanke, Erster Stadtrat der Stadt Limburg, an den Künstler.

Mit Limburg verband Klaus Panzner eine jahrelange Beziehung. Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künstler in Stuttgart kam er 1975 gemeinsam mit seiner Frau Olvido Solar nach Limburg. Die vorbildliche Altstadtsanierung war für sie der Auslöser, weil sie darauf abzielte, dieses Gebiet als Wohn- und Lebensraum zu erhalten. Gemeinsam sanierten sie das von ihnen gekaufte Haus „Fischmarkt 9“ und gründeten die Galerie „NO“, die Druckwerkstatt „NO Press“ und den Verlage „Edition NO“. Im Jahr 1986 trennte sich das Paar. Klaus Panzner blieb zunächst im Raum Limburg bevor er im Süddeutschen, in der Nähe seiner Schwester, seinen Lebensabend verbrachte.

Seit 1970 bespielte er Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland und war ab 1989 mit dem Ateliermobil unterwegs, um seine Motive vor Ort festzuhalten. In den Kunstsammlungen der Stadt Limburg war er vier Mal in Gruppenausstellungen zu sehen: 1998 bei der Präsentation „Kunstschenkungen an unsere Stadt Limburg“, 2004 bei der Ausstellung „Schauplatz Limburg“ und 2010 bei der Ausstellung „Ungewohnte Blicke auf die Limburger Altstadt“. Und im Jahr 2015 folgte dann die vierte Gruppenausstellung. Zum 30. Geburtstag des städtischen Ausstellungshauses wurde eine Auswahl seines Schaffens aus dem Kunstbesitz der Stadt Limburg gezeigt. Im vergangenen Jahr war ein Teil seiner Werke auch in Bad Camberg und in Diez zu sehen.

Panzner schuf seine Werke unter dem Namen „ojo“, das spanische Wort bedeutet das Auge. Er hatte den Blick für ungewöhnliche Perspektiven, unentdeckte Winkel und im Alltagsgeschehen leicht übersehene Details, wenn er mit Spiegel, Radiernadel und Radierplatte minimalistisch ausgestattet unterwegs war und Ausschnitte der Dörfer und Städte der Region fest hielt. Die kleinformatigen Radierungen waren typisch für „ojo“, der zeitweise auch im Limburger Brückenturm arbeitete. Rund 3000 solcher Ansichten aus Taunus, Westerwald, Lahntal hat er geschaffen. Damit lebt sein Blick in vielen Werken weiter.

26 Radierungen, ein Aquarell und zwei großformatige Zeichnung von Klaus Panzner befinden sich im Kunstbesitz der Stadt Limburg und werden bei künftigen Präsentationen ihren Platz finden, betont der Erste Stadtrat. Damit soll Klaus Panzner und seinem künstlerischen Wirken ein ehrendes Andenken bewahrt werden.