Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Es ist Sommer, August und an jedem Freitagabend verwandelt sich das Tal Josaphat in einen Kinosaal unter freiem Himmel. Es gibt zwar keine Sitzbänke, aber dafür die Garantie einer ganz besonderen Open-Air-Atmosphäre. Vier Freitage hat der August, vier Filme werden gezeigt. Start ist am kommenden Freitag, 5. August.

Das Open-Air-Kino im Tal Josaphat ist im Verstaltungskalender der Stadtjugendpflege "gesetzt" und lockt immer wieder mit interessanten Filmen zu einem besonderen Abend. Foto: NNP/Koenig

Veranstaltet wird das Film-Festival von der Stadtjugendpflege Limburg. Beginn der kostenlosen Vorführungen ist jeweils nach Einbruch der Dunkelheit gegen 21.30 Uhr. Also Decken, Stühle, Snacks und Getränke einpacken, ab ins Tal Josaphat - dann steht der Gemütlichkeit nichts im Wege.

Da es sich um eine nicht gewerbliche öffentliche Filmvorführung handelt, dürfen die Filmtitel nicht genannt werden. Aber der Inhalt darf ein wenig beschrieben werden. Und am Freitag, 4. August, geht es darum, dass Will seinen im Sterben liegen Vater Edward Bloom – einen Held, Abenteurer, Genie – ein letztes Mal besuchen will, um sich mit ihm zu versöhnen und um herauszufinden, wer Edward wirklich ist. Denn zeitlebens hat er nur fantasievolle Lügengeschichten über sein Leben erzählt. So hätte er im Zirkus mit einem Werwolf gelebt, den Zweiten Weltkrieg quasi alleine gewonnen, in einem magischen Wald gegen mordlüsterne Fabelwesen gekämpft, eine Nacht auf dem Grunde der See verbracht und viele andere unglaubliche Wunderdinge erlebt. Will möchte jetzt den bizarren Geschichten seines Vaters nachgehen, um die „Wirklichkeit“ des Lebens von Edward aufzudecken. Eine bildgewaltige, spannende, komische und zugleich herzzerreißende Geschichte über die Macht der Worte.

In dem Film, der am Freitag, 11. August läuft, leidet die 14jährige Lily unter dem tragischen Tod ihrer Mutter. Um ihrem brutalen Vater zu entkommen, flieht sie im South Carolina der frühen 1960er Jahre mit ihrer Freundin in ein kleines Dorf, das ihrer Mutter viel bedeutet hat. Die Mädchen kommen bei der farbigen Imkerin August Boatwright und ihren Schwestern unter. Dort lernt Lily nicht nur die Kunst der Bienenzucht, sondern erfährt zum ersten Mal das Gefühl der Geborgenheit und entdeckt die Geheimnisse ihrer verstorbenen Mutter. Doch nicht alle Menschen sehen es gern, dass ein weißes Mädchen bei den Boatwrights lebt.

Der Film am 18. August erzählt mit viel Humor und Einfühlungsvermögen die Geschichte von Hüseyin Yilmaz und seiner Familie, die Mitte der 1960er Jahre ihre Heimat Türkei verlassen, um als Gastarbeiter das deutsche Wirtschaftswunder zu unterstützen. Der sehr persönliche Film beruht zum Teil auf der Familiengeschichte der Filmemacherinnen, die auf berührende und höchst amüsante Weise teilhaben lässt an einer Welt zwischen Orient und Okzident, an einer großen kultur- und generationenübergreifenden Geschichte.

Abgeschlossen wird Filmreihe im Tal Josaphat am 25. August. Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden.

Bei Regen fällt die Filmvorstellung leider aus. An den jeweiligen Freitagen gibt es ab 18 Uhr unter Tel. 0151 19549976 Informationen, ob die Vorführung stattfindet. Weitere Infos gibt es bei der Stadtjugendpflege unter Tel. 06431/203251.