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Es ist ein bisher einmaliges Verfahren in der Stadt Limburg. Für das weitgehend bebaute Wohngebiet zwischen Schleusenweg und Felizitas-Massenkeil-Straße wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Nun muss die Stadt einen erheblichen Rückschlag hinnehmen, das Planungsbüro AS&P (Albert Speer & Partner) hat sich überraschend zurückgezogen und steht nicht weiter zur Verfügung.

Die unterschiedliche Bebauung zeigt sich an dem Hang deutlich, ebenso das reichlich vorhandene Grün zwischen den Häusern.

„Wir haben mit Interesse und Spannung verfolgt, wie unsere Vorschläge diskutiert wurden. Sie wurden von der Politik und der Bürgerinitiative nicht angenommen – nicht zum ersten Mal. Als Berater haben wir unsere städtebauliche und planungsrechtliche Expertise eingebracht. Wir können den weiteren Weg nicht mitgehen und stehen nicht mehr zur Verfügung.“ Mit einem Paukenschlag eröffnete Stadtplaner Joachim Bothe am späten Montagnachmittag eine Zusammenkunft im Limburger Rathaus zwischen Vertretern des Magistrats, der Verwaltung, den Fraktionsvorsitzenden und Vertretern der Bürgerinitiative aus dem Wohngebiet. Eigentlich sollte es dort einen Schritt vorwärts gehen in dem Verfahren, das sich schon über Jahre hinzieht.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn bedauert den Rückzug des Planungsbüros und sieht darin ein deutliches Signal, wonach die städtebaulichen und planungsrechtlichen Aspekte, für die das renommierte Planungsbüro stehe, nicht mehr verfolgt werden. Dem jüngsten Vorschlag des Büros, welche Rahmenbedingungen für die künftige Bebauung zwischen der Felizitas-Massenkeil-Straße und dem Schleusenweg gelten sollen, war der Bauausschuss nicht gefolgt und die Bürgerinitiative, die nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der Anwohner und Grundstücksbesitzer vertritt, hatte noch erheblichen Nachbesserungsbedarf.

Hahn bedankte sich ausdrücklich bei Bothe für die gute und fachlich sehr kompetente Zusammenarbeit. Der Planer, der nach Ankündigung des Rückzugs auch an der gestrigen Sitzung nicht mehr teilnahm, sprach von einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen dem Büro, dem Magistrat und dem Planungsamt der Stadt. Auch Annelie Bopp-Simon als Leiterin des Stadtplanungsamts bedauert den Rückzug des Büros.

Der Ausstieg der Planer verschärft den ohnehin vorhandenen zeitlichen Druck in dem Verfahren. Wie der Leiter des Limburger Rechtsamts, Thomas Binder, verdeutlichte, läuft die Veränderungssperre zur Jahresmitte kommenden Jahres aus und kann nicht mehr verlängert werden. Dann müsse die Stadt nach § 34 Baugesetzbuch wieder Häuser in einer Größe genehmigen, die eigentlich verhindert werden sollen.

Neu gebaute Häuser in dem Wohngebiet waren Mitte 2013 Anlass dafür, dass die Stadt tätig wurde. Die neuen Häuser waren deutlich größer als ihre Vorgängerbauten oder entstanden in dem Areal auf Baulücken. Zwar gab es auch Klageverfahren, doch die Verwaltungsgerichte gaben jeweils den Bauherren Recht und die Stadt musste die Gebäude nach § 34 genehmigen. Maßgeblich für die mögliche Größe der Neubauten ist dabei die umgebende Bebauung. Und da das Areal sehr uneinheitlich bebaut ist (Mehrfamilienhäuser neben villenartiger Bebauung), können die Häuser auch schon mal größer ausfallen, als es der dort wohnenden Nachbarschaft gefällt.

Die Stadt schlug in dem Verfahren einen neuen Weg ein. Bereits vor dem eigentlichen Bebauungsplanverfahren sollen in einer Vorphase die Eckpunkte der künftigen Bebauung geklärt werden. Dazu gab es Bestandsaufnahmen, Vorschläge, Bürgerinformationen, Vorlagen und vieles mehr. Der Gesetzgeber fordert dabei eine maßvolle Nachverdichtung. Doch wie die aussieht, darüber lässt sich intensiv um maximale Gebäudehöhen, Grundflächen- und Geschossflächenzahlen diskutieren. Dabei geht es darum, wie groß die Häuser werden dürfen, welche Versiegelung der Grundstücke möglich ist.

Auch am Montagabend wurde kontrovers über die Nachverdichtung und die Bewahrung des Gebietscharakters diskutiert. Die Einschätzung zwischen den Vertretern der Bürgerinitiative, den Fraktionsvertretern sowie dem Magistrat und dem Fachamt wurden dabei immer wieder deutlich. Zum Start des Verfahrens war das rund 30 Hektar große Areal, für das es nur partiell gültige Bauungspläne gibt, in zehn Zonen aufgeteilt worden, für die unterschiedliche Vorgaben gelten sollten. Inzwischen sind es 22 Gebiete und es gibt nach Angaben von Bürgermeister Hahn inzwischen schon mehrfach Wünsche, selbst für einzelne Grundstücke Pläne zu erstellen.