Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Der Verkehr, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger. Das ist immer wieder ein Thema. Schnelle Lösungen gibt es nicht, aber es muss Verbesserungen geben. Das will die Stadt mit einem Masterplan Mobilität erreichen. Im kleinen Saal der Stadthalle waren nun Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, ihre Wünsche und Vorstellungen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Planungen zu äußern.

Professor Dr. Volker Blees nahm zahlreiche Anregungen der Teilnehmer der Informationsveranstaltung entgegen. Die Vorschläge sollen in den weiteren Beratungen berücksichtigt werden.

Es ging dabei nicht darum, ob eine Ampelschaltung zu wenig Fahrzeit zulässt, eine Haltestelle für Busse besser angenommen wird, wenn sie um drei Häuser verschoben wird oder die Fußgänger beim Überqueren der Hospitalstraße zu wenig Gehzeit eingeräumt bekommen. Im kleinen Saal der Stadthalle ging es erst einmal um die grundsätzlichen Wegweiser für den Masterplan.

„Was wollen wir, was ist uns wichtig?“, fragte Bürgermeister Dr. Marius Hahn am Anfang in die Runde. Der Einladung der Stadt waren so viele Bürger/innen gefolgt, dass Hahn sich mehr als zufrieden zeigte und sich bestätigt fühlte, so früh in eine Bürgerbeteiligung einzusteigen. Dass es Handlungsbedarf in der Stadt hinsichtlich des Verkehrs gibt, daran ließ Hahn keinen Zweifel.

Was in den nächsten Jahren bis zum Jahr 2030 im Bereich Verkehr/Mobilität geschehen soll, dafür soll der Masterplan den Rahmen vorgeben, machte Professor Dr. Volker Blees deutlich. Ein großes Ziel werde dabei sein, die verschiedenen Verkehrsmittel verträglich miteinander zu verknüpfen. Nach Einschätzung des Verkehrsfachmanns müssen dabei Lösungen gesucht werden, die auch ohne eine Südumgehung auskommen.

Im Vorfeld des offenen Bürgergesprächs hatte der Verkehrsplaner Blees zusammen mit dem Beirat Masterplan Mobilität die Ausschreibung für das Verkehrsgutachten diskutiert. Der Beirat besteht aus verschiedenen Verkehrsinitiativen in Limburg, Vertretern des Handels und der Industrie und Handwerk sowie aus sechs zufällig ausgewählten Bürgern, die sich bereit erklärt haben an der spannenden Aufgabe mitzuwirken.

Die Teilnehmer der Informationsveranstaltung zum Masterplan Mobilität nahmen die Möglichkeit, Anregungen zu geben und Vorschläge zu unterbreiten, gerne wahr.

Der Masterplan soll durch ein Fachbüro erstellt werden. Derzeit geht es darum, die Ausschreibung vorzubereiten und schon einige Aspekte zu benennen, die dabei unbedingt zu berücksichtigen sind. Dazu wurden von den Anwesenden durchaus klare Vorstellungen geäußert. Nach Einschätzung von Gerd Kölb gehört dazu auch, den Güterverkehr auf derzeit nicht genutzten Schienenstrecken wieder zu aktivieren, um die Stadt und ihre Bürger zu entlasten. Dr. Jörg Rau vom Naturschutzbund forderte grundsätzlich mehr Ehrlichkeit bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten und dem zu erwartenden Verkehr, der damit verbunden ist. Georg Adams forderte dazu auf, sich Lösungen anderer Städte anzuschauen und sie zum Beispiel zu nehmen. Volker Ebel hält eine weitere Lahnüberquerung für notwendig, die aber nicht dem Kraftfahrzeugverkehr zu Verfügung stehen soll. Zu prüfen ist für Barbara Sylla-Belok, ob es durch den Güterverkehr auf der Schiene nicht zu Mehrbelastungen für Limburg durch Lastwagen kommt, die die Güter weitertransportieren.

Nach einer großen Diskussionsrunde forderte Moderatorin Carla Schönfelder dazu auf, in kleinen Gruppen zu Schwerpunkten des Verkehrs noch Vorschläge zu machen. Im Bereich des Fußgängerverkehrs wurde dabei die Schulwegsicherung besonders angesprochen und es gibt den Vorschlag nach einem generellen Tempolimit von 30 km/h in der Stadt. Im Bereich öffentlicher Verkehr gibt es die Forderung nach einheitlichen Fahrpreisen und Tarifen und verlässlicheren Verbindungen von ICE und Bus. Beim Radverkehr stehen ein lückenloses Netz und die Trennung von Fuß- und Radverkehr auf der Wunschliste. Knackpunkte beim motorisierten Verkehr sind Schiede und Diezer Straße – aber auch deren innerörtlichen Umgehungsstraßen, deren Anlieger eine Sperrung fordern.

Es gibt viele Möglichkeiten, Einfluss auf die Mobilität zu nehmen. Ausgabe von Job-Tickets, Einrichtung von Pförtneranlagen für den Kraftfahrzeugverkehr, Begegnungszonen und vieles mehr. Rund zwei Jahre wird ein Gutachter nach Angaben von Blees für die Erstellung des Masterplans benötigen. Besonders aufwendig wird dabei die Analyse der Ist-Situation. Wie und mit was sind die Limburger unterwegs, wo kommt der Verkehr in der Stadt her und wo will er hin.

Daneben gibt es dann noch weitere Kriterien, die Einfluss nehmen. Bürgermeister Hahn wies zum Beispiel auf den noch ausstehenden Luftreinhalteplan hin, der umgesetzt werden müsse. Wirtschaftliche und städtebauliche Weiterentwicklung soll es auch in Limburg weiter geben. „Aber nicht um jeden Preis“, so der Bürgermeister. Er versprach, auch im weiteren Verfahren eine intensive Beteiligung der Bürger über den gebildeten Beirat zu ermöglichen.