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Franz Josef Hamm hat anlässlich seines 80. Geburtstages Bürgermeister Dr. Marius Hahn für die „Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ eine Dreimonatszeitschrift von EOS mit dazugehöriger Sonderausgabe geschenkt. Die Zeitschrift wurde mit Druckgrafiken von Engert ergänzt und die Sonderausgabe ist eine Grafikmappe mit den Werken aus der Zeitschrift.

Der Grundstein für die „Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ wurde 1978 von Engert selbst gelegt. Am 21. November schenkte er der Stadt Limburg 600 Exponate. Die Stiftung wuchs im Laufe der Jahre durch Schenkungen von seinen Töchter Ursula und Phoebe sowie Franz Josef Hamm und anderen Mäzene an. Werke aus der Stiftung sind ständig im zweiten Obergeschoss der Kunstsammlungen der Stadt Limburg ausgestellt und Leben und Werk des Künstlers ist im Laufe der Jahre durch Bestandskataloge dokumentiert worden.

Mit der aktuellen Schenkung ist die Stadt Limburg im Besitz von 932 Arbeiten Engerts und seiner Künstlerfreunde. Franz Josef Hamm hat Bürgermeister Dr. Marius Hahn anlässlich seines 80. Geburtstages eine Dreimonatszeitschrift von EOS mit dazugehöriger Sonderausgabe geschenkt. Die Zeitschrift wurde mit Druckgrafiken von Engert ergänzt und die Sonderausgabe ist eine Grafikmappe mit den Werken aus der Zeitschrift.

„Ich freue mich sehr über diese Schenkung. Eine großzügige Geste von Franz Josef Hamm, die uns mit Freude und Stolz erfüllt und die „Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ auf besondere Weise ergänzt“, so Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Irene Rörig, Leiterin des städtischen Kulturamtes, betonte, dass die Werke ihren Platz bei künftigen Präsentationen finden werden und weist auf die derzeit laufende Sonderausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg unter dem Titel „Ernst Moritz Engert 1892 bis 1986: Konturen und Silhouetten – Ein Lebenswerk“ hin: „Die Ausstellung mit Exponaten des anerkannten Meisters der Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts zeigt die künstlerische Entwicklung Engerts und seine Lebensstationen. Basis der Ausstellung sind Werke aus der „Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“. Neben privaten Leihgebern haben auch das August Macke Haus in Bonn und das Ernst-Moritz-Engert-Museum im Stadtmuseum Hadamar uns unterstützt, um diesen umfassenden Einblick in Engerts Wirken zu ermöglichen. Herzlichen Dank dafür.“


Zu Ernst Moritz Engert

Die Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde 1978 vom Künstler selbst gegründet. Sie umfasst heute 932 Kunstwerke, hauptsächlich Scherenschnitte, aber auch Zeichnungen und grafische Blätter. Werke aus der Stiftung sind ständig im 2. Obergeschoss der „Kunstsammlungen der Stadt Limburg“ ausgestellt. Durch Bestandskataloge wird Leben und Werk des Künstlers dokumentiert.

Ernst Moritz Engert gilt als anerkannter Meister der Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1892 in Japan als Sohn eines deutschen Bankiers geboren. Um 1902 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. 1907 begann er – angeregt durch einen Jahrmarktbesuch in Rinteln – mit der Schere und schwarzem Papier zu arbeiten. Nach sporadischem Kunststudium in München von 1907 - 1909 lebte er abwechselnd in München, Berlin, Bonn und Darmstadt und machte sich als Scherenschneider durch expressive Silhouetten und Grafiken in bekannten Künstlerkreisen einen Namen. So fand er Aufnahme in den renommierten Kreis der Rheinischen Expressionisten um August Macke in Bonn und in die Darmstädter Sezession, für die er das noch heute verwendete Signet, den „Bogenschützen“ schnitt.

Ernst Moritz Engerts Oeuvre umfasst Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Stift- und Pinselzeichnungen, aber vor allen Dingen Scherenschnitte. Mit der Schere schuf er Buchillustrationen, Märchen-, Tier- und Pflanzenmotive und weit über zweitausend Portraits. Doch die größte Schaffensperiode seines Lebens gehörte dem Theater. Von 1918 bis ca. Mitte der 1920er Jahre widmete sich Ernst Moritz Engert der Tradition der Schattenspielkunst. Er gestaltete Schattenfiguren auf Papier, die Ausganspunkt oder Vorentwurf für die aus Sperrholz ausgesägten Figuren waren. Die schon 1928 geleistete Arbeit für die Bonner Printmedien setzte er von 1934 bis 1942 in Berlin fort. Im Auftrag verschiedener Tageszeitungen besuchte er Theaterpremieren der kleinen und großen Bühnen in Berlin, hielt Szenen als Scherenschnitt fest und komplettierte so die Berichterstattungen der damaligen Berliner Medienwelt. In den 1950er und 1960er Jahren schuf Engert für die Spielschar der Tilemannschule in Limburg Bühnenbilder, Kostüme und Plakate.

Von 1945 bis zu seinem Umzug nach Lich bei Gießen zu seiner ältesten Tochter Ursula im Jahr 1981, lebte und arbeitete er in Hadamar. 1986 starb Engert in Lich und wurde in Hadamar beigesetzt.