Hilfsnavigation

Sprache
Logo Stadt Limburg an der Lahn
  • Headerfoto Startseite 2
  • Headerfoto Startseite 3

Ernst Moritz Engert: Theaterblätter

Engerts Oeuvre umfasst Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Stift- und Pinselzeichnungen und vor allen Dingen Scherenschnitte. Er schuf in der Scherenschnittkunst Buch-illustrationen, Märchen-, Tier- und Pflanzenmotive und weit über zweitausend Porträts. Doch die größte Schaffensperiode seines Lebens gehörte dem Theater.

In den 1900-zwanziger und -dreißiger Jahren besuchte Engert regelmäßig Premieren erst in Bonn (um 1930) und dann in der Welt-Theaterstadt Berlin (ca. 1932-1942). Er skizzierte Szenen zu den Bühnenwerken und Porträts der Schauspielerinnen und Schauspieler. Dabei erfasste er sowohl das Wesentliche der Inszenierung als auch die charakteristischen Merkmale der Hauptprotagonisten mit einfachen Bleistiftstrichen. Noch in der Nacht entwickelte er daraus exakte Zeichnungen, die ihm als Vorlage für die Scherenschnitte dienten. Damit wurden dann die Theaterkritiken in den bedeutenden Tageszeitungen der Städte illustriert. Zu den kleinen Kunstwerken mit der Schere gesellten sich die Inszenierungsbesprechungen von so bekannten Theaterkritikern wie Alfred Kerr und Herbert Ihering. So ging am Morgen nach der Premiere für den Theaterbesucher der Vorhang noch einmal auf.

Neben den Schauspieler-Porträts und Theaterszenen sind in der Ausstellung Entwürfe für Schattenspielfiguren zu sehen, die hauptsächlich aus der Zeit des I. Weltkriegs stammen. Infolge seiner Kriegsverletzung war Engert nicht mehr fronttauglich. Deshalb wurde er nach München zur „Künstlerischen Figurenbühne“ des 1. Ersatzbataillons des 2. Bayerischen Infanterieregiments abkommandiert. Engert freute sich darüber, lebte er doch zu dieser Zeit mit seiner Familie in München. Engert entwarf die Plakate, die Bühnendekorationen und die Figuren für mehrere Schattenspiele.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dieser Schaffensperiode Engerts. Der gleichnamige Bestandskatalog wird zum Preis von 5,00 € in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg angeboten.